Die Lufthansa fliegt nun zwar zum neuen Berliner Flughafen - aber die wirtschaftliche Lage ist weiter ernst.Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/dpa

Lufthansa-Aktionäre stimmen Kapitalerhöhung um 5 Milliarden zu

Epoch Times4. Mai 2021 Aktualisiert: 4. Mai 2021 18:59

Die schwer von der Corona-Krise getroffene Lufthansa kann bis zu 5,5 Milliarden Euro frisches Geld durch die Ausgabe neuer Aktien einsammeln: Die Aktionäre stimmten am Dienstag bei der virtuellen Hauptversammlung mit großer Mehrheit für eine entsprechende Kapitalerhöhung, wie der Konzern mitteilte.

Konzernchef Carsten Spohr hatte dafür mit den Worten geworben: „Wenn wir die Wahl haben, finanzieren wir uns lieber am Kapitalmarkt als beim Steuerzahler“.

Nach dem massiven Einbruch des Flugverkehrs in der Pandemie hatte die Lufthansa im vergangenen Jahr mit staatlichen Hilfen in Höhe von insgesamt neun Milliarden Euro gestützt werden müssen. „Von den 6,8 Milliarden Euro, die uns von der Deutschen Bundesregierung zur Stabilisierung der Lufthansa zugesagt worden sind, mussten wir bislang nur 2,3 Milliarden Euro abrufen“, sagte Spohr.

„Davon wiederum haben wir durch die Rückzahlung des KfW-Kredits eine Milliarde Euro sogar bereits wieder getilgt.“ Gleichzeitig habe die Lufthansa-Aktienbeteiligung seit dem Einstieg der Bundesregierung über eine Milliarde Euro an Wert gewonnen.

Der nun abgesegnete Vorratsbeschluss solle die Lufthansa in die Lage versetzen, „zu alter finanzieller Stabilität“ zurückzukehren, sagte Spohr. Zeitpunkt und die exakte Höhe einer möglichen Kapitalerhöhung sind nach seinen Worten „aktuell noch nicht entschieden“. Dies sei von diversen Faktoren abhängig – nicht zuletzt von der weiteren Entwicklung der Corona-Krise und dem Kapitalbedarf, der sich daraus ableite. Klar sei, „dass wir einen Großteil der Erlöse für die Rückführung der staatlichen Stabilisierungsmaßnahmen nutzen werden“, sagte er.

Die Lufthansa hatte im vergangenen Jahr einen Verlust von 6,7 Milliarden Euro gemacht. Spielraum für eine Dividende für die Aktionäre gibt es nach Angaben Spohrs deshalb „wenig überraschend“ nicht.

An der virtuellen Hauptversammlung nahmen nach Unternehmensangaben rund 3.200 Aktionäre virtuell teil, insgesamt 40,8 Prozent des Grundkapitals waren damit vertreten. Sie hätten mit großer Mehrheit allen Tagesordnungspunkten zugestimmt – so wählten sie drei neue Aufsichtsratsmitglieder und entlasteten Vorstand und Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2020.

Kritik hatte es im Vorfeld der Hauptversammlung unter anderem von Umweltschützern gegeben. So mahnte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ein stärkeres Engagement des Luftfahrtkonzerns für den „Klimaschutz“ und zur Sicherung der Arbeitsplätze an.

Am Montagabend hatte die Lufthansa den Kauf von zehn neuen Langstreckenflugzeuge von Airbus und Boeing angekündigt. Die Jets sollen demnach ältere Flugzeugtypen mit höherem Treibstoffverbrauch und CO2-Ausstoß ersetzen. (afp)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion