Und ich dachte: Es kämpft um sein Leben

Von 27. November 2009 Aktualisiert: 13. Februar 2018 15:26
Leiterin einer texanischen Abtreibungsklinik sieht erstmals eine Abtreibung live und – kündigt

Seit einigen Wochen schon erregt das Thema Abtreibung und Abtreibungsbusiness die Gemüter der Menschen in den USA. Grund hierfür ist der in die Öffentlichkeit geratene Fall der Abby Johnson. Die ehemalige Leiterin einer Abtreibungsklinik in Texas kündigte ihren Job, nachdem sie nach acht Jahren Klinikzugehörigkeit erstmals eine Abtreibung live im Ultraschall miterlebte.

Ihr ehemaliger Arbeitgeber erwirkte inzwischen eine Verfügung, die es Abby Johnson untersagt, sich bis zur Anhörung vor Gericht öffentlich zu äußern.

Doch warum darf Abby Johnson über ihre Erlebnisse in einer Klinik, die von der größten Abtreibungsorganisation der USA betrieben wird, nicht mehr öffentlich sprechen und was hat sie dazu gebracht, den Job als Klinikleiterin aufzugeben?

Der lukrativste Teil der „Familienplanung“

Die Abtreibungsorganisation mit dem schönen Namen „Planned Parenthood“, was soviel wie geplante Elternschaft bedeutet, soll laut dem Infodienst LifeSiteNews im Jahre 2006 mit 289.650 Abtreibungen über eine Milliarde US-Dollar umgesetzt und daraus einen Gewinn von 112 Millionen Dollar erwirtschaftet haben. Außerdem sei die Organisation mit einem jährlichen Zuschuss von über 300 Millionen US-Dollar aus Steuergeldern „unterstützt“ worden.

Dabei sollte die Organisation eigentlich durch gezielte Familienplanung und Beratung Abtreibungen möglichst vermeiden. Doch dieses Ideal werde in der Organisation nicht sehr geschätzt, weil „Abtreibung der lukrativste Teil der Tätigkeiten von Planned Parenthood ist“, eröffnete Abby Johnson dem Informationsdienst WorldNetDaily und sagte weiter, dass die Organisation ihre Angestellten mit Hinweis auf die Wirtschaftskrise motivieren würde, die Zahl der Abtreibungen und damit den Profit zu erhöhen.

Darauf sei auch wiederholt auf Sitzungen hingewiesen worden: „Wir hatten ein Monatsziel für Abtreibungskundinnen und für Familienplanungskundinnen“, erklärt sie die internen Vorgänge. Um das zu erreichen, habe man ein Angebot für Wochentage gemacht für eine provozierte Abtreibung, ausgelöst durch das Medikament RU-486.

RU-486, ein Killer aus dem Hause Hoechst

Die „Abtreibungspille“ RU-486 enthält den Hormon-Wirkstoff Mifepriston. Das Präparat wurde in den 80er Jahren von einer Tochterfirma des Hoechst-Konzerns entwickelt und 1988 unter dem Handelsnamen Mifegyne als erstes in Frankreich zugelassen. Technisch gesehen passiert nach der Einnahme von RU-486 folgendes: Die Mutter wird mit Instruktionen und einer Telefonnummer – für den Fall einer Panik – versehen und für zwei Tage nach Hause entlassen.

Innerhalb dieser 48 Stunden öffnet sich dann der Muttermund und es kommt zu ersten Blutungen, die Gebärmutterschleimhaut beginnt sich abzulösen. Zu diesem Zeitpunkt sollte die Frau wieder im Krankenhaus erscheinen und bekommt ein zusätzliches Medikament, welches die Wehen und damit eine künstliche Fehlgeburt auslöst.

Wie die christliche Bürgerinitiative „Aktion Leben e.V.“ auf ihrer Webseite schreibt, versuche oftmals der Körper der Mutter RU-486 durch Erbrechen abzuwehren. Gelingt dies nicht, gibt es für die Mutter kein zurück. Der Todeskampf ihres Kindes beginnt.

Viele Frauen geraten jetzt in Panik und Verzweiflung, bereuen zutiefst oder verschließen sich in „zynischer Verhärtung oder Abtötung ihrer mütterlich-menschlichen Regungen“, formuliert Aktion Leben die seelischen Wunden der Frauen und Mädchen in dieser zwei Tage und zwei Nächte andauernden Sterbezeit.

Dem ungeborenen Kind stehen qualvolle Stunden bevor, in denen es langsam verhungert, verdurstet und erstickt. Dann wird es „ausgeschieden“. Die Stärkeren unter ihnen kämpfen jedoch auch noch nach diesen 48 Stunden um ihr Leben, einige werden sogar bei lebendigem Leib aus dem Mutterleib ausgestoßen. Doch sie können nicht entkommen, letztendlich siegt der Tod.

Zufälliger Beobachter: Abby Johnson

Etwa zehn Prozent der Abtreibungen erfolgt medikamentös, weitere zehn Prozent erfolgen durch Ausschabung oder Curettage mittels scharfkantiger Instrumente, was einer Zerstückelung des Embryos gleichkommt. Die restlichen 80 Prozent erfolgen durch Absaugen. Dabei wird das winzige Baby durch einen Sog in Stücke gerissen.

Es muss dabei Schmerzen und Todesängste ausstehen, der Herzschlag des kleinen Lebens steigt auf über 200 Schläge pro Minute an. Und genau das war es, was die Klinikchefin Abby Johnson zufällig beobachtete, etwas, das sie im tiefsten Inneren berührte, etwas, das ihr Leben veränderte.

Die ehemalige Klinikleiterin erklärte, dass es bei der großen Anzahl täglicher Abtreibungen in der Klinik nur wenig Zeit für die einzelne Prozedur gäbe. Auf der Webseite von „Planned Parenthood“ kann man von suction machines, Absaugmaschinen lesen, die „behutsam Ihre Gebärmutter entleeren“. Seltener benutzt wird ein handgesteuertes Absauggerät.

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Durch Zufall war Abby Johnson einmal bei einer ultraschallgeführten, manuellen Absaugung zugegen. Sie wurde gebeten auszuhelfen. Sie sollte den Ultraschall-Sensor auf dem Bauch der Mutter festhalten.

Laut Johnson würde normalerweise keiner der Beteiligten das Ultraschallbild zu Gesicht bekommen. Doch in diesem speziellen Fall sah es jemand, Abby Johnson. Im Interview mit dem amerikanischen Nachrichtensender FoxNews sprach sie darüber: „Als ich auf den Monitor schaute, sah ich …“, sie zögert kurz, dann spricht sie es aus: „…ein Baby. Und es war etwa 13 Wochen alt … Ich sah es im Seitenprofil, ich sah das Gesicht, zwei Füße … ich sah die Sonde, die in die Gebärmutter der Frau hineinkam. … In diesem Moment sah ich, wie sich das Baby bewegte und versuchte, von der Sonde wegzukommen.“

Hier unterbricht der Moderator, fragt nach: „…bewegte sich weg von der …? Oh mein Gott!“ Abby Johnson bejaht, dann spricht sie weiter: „Und ich dachte: ‚Es kämpft um sein Leben.’ Und ich dachte: ‚Es ist Leben, ich meine, es lebt.’“

Abby Johnson beginnt zu verstehen was da vor ihren Augen passiert: „Meine Gedanken rasten, mein Herz schlug so schnell, und ich dachte nur noch: Oh mein Gott! Hört auf damit!’ Dann ganz plötzlich war es vorbei. Ich sah das Baby buchstäblich zerbröckeln, und es war vorbei.“

Gedanken rasen durch ihren Kopf, sie erinnert sich an die Ultraschallaufnahmen ihrer eigenen Tochter in der zwölften Schwangerschaftswoche, sie fragt sich, was sie hier eigentlich mache.

Abby Johnson kann und will nicht mehr mitmachen. Doch sie weiß auch, dass viele gar nicht wissen, was in diesen Kliniken passiert. Sie selbst hatte acht Jahre in einer gearbeitet, zwei Jahre davon als Leiterin. Seit dem 6. Oktober ist Abby Johnson nicht mehr dabei.

Weltweite Situation

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt die Zahl der weltweiten Schwangerschaften pro Jahr auf 210 Millionen, wovon 80 Millionen tragisch enden: 40 Millionen Totgeburten und Spontanaborte, 40 Millionen Abtreibungen, davon 20 Millionen illegal. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es im Jahr 2008 in Deutschland 114.000 Abtreibungen.

Sexuelle Befreiung und Kinder

Mitte der 60er Jahren kam die „Pille“ auf den Markt, in den Industrieländern begann die sogenannte Sexuelle Revolution. Während sich die Feministinnen der Frühzeit eher ablehnend gegenüber Abtreibungen verhielten, entwickelte sich parallel zur sexuellen Befreiung eine neue, linksgerichtete Frauenbewegung mit Slogans wie: „Mein Bauch gehört mir.“

Gerade in den Kreisen der 68er-Bewegung zeigte sich eine große Experimentierfreude mit der sexuellen Freiheit, was sich u.a. in Slogans wie: „Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment“ äußerte, einer Einstellung, bei der ungewollte Schwangerschaften wahrscheinlicher wurden, Kinder aber hinderlicher.

Dann folgte die kommerzielle Sexindustrie, gefolgt von der Abtreibungsindustrie. Wollten die Frauen von damals wirklich eine solche Entwicklung oder erlagen sie einer Art Selbsttäuschung? Eine Antwort darauf muss jeder/jede für sich selbst finden.

Abby Johnson hat ihre Antwort gefunden: „Wenn die Klinik-Mitarbeiter sehen würden, was auf diesem Screen passiert, würden sie aus diesen Kliniken hinausrennen. … Das ist es, was die Abtreibungsindustrie nicht will, dass ihre Mitarbeiter das sehen … sie wollen nicht, dass die Menschen sehen, was wirklich im Schoß der Frau passiert.”