„Ich habe das Gefühl, ein Hoffnungsschimmer taucht auf“

Von 26. Januar 2005 Aktualisiert: 26. Januar 2005 8:38
Resonanz aus China zu den Neun Kommentaren über die Kommunistische Partei – „Jiuping“

„Neulich wußten wir nicht, warum man auf der größten Chat-Maschine in China – QQ –die Worte ‚Kommunistische Partei’ nicht eingeben konnte. Erst als ich nachfragte, habe ich den Hinweis auf die Neun Kommentare erhalten.“ Wie man sieht, Verbot macht neugierig, in diesem Fall chinesische Internet-Chatter. Nach diesem Prinzip von Verbot und Neugier verbreitet sich die Kunde über die Neun Kommentare (auf Chinesisch Jiuping), die Veröffentlichung erschütternder Fakten über die Kommunistische Partei und ihre grundlegend menschenverachtenden Wesenszüge, zum Entsetzen der chinesischen Führung seit zwei Monaten im ganzen Land.

Die Neun Kommentare sind bereits in alle Winkel der VR China vorgedrungen und ein heißes Thema in Internetforen und chatrooms, emails und Telefonaten unter Chinesen quer durch das In- und Ausland. Die chinesischen Behörden vermitteln den Eindruck großer Nervosität, ihre restriktiven Maßnahmen scheinen aber ihre Wirkung ins Gegenteil zu verkehren und das Interesse, insbesondere der Schicht der Intellektuellen, zu verstärken.

 

KP-Austritt per Internet

 

Dieses Interesse lässt sich gut ablesen an einer Webseite, die eingerichtet wurde von der Herausgeberin der Neun Kommentare, der unabhängigen chinesischen Auslandszeitung Epoch Times. Auf dieser Webseite kann jeder Chinese seinen Austritt aus der KP Chinas öffentlich erklären, mit oder ohne persönliche Stellungnahme. Da findet sich der Kommentar einer Gruppe von 23 Dozenten der Universität Dalian, einer der größten im Lande: „…wir sind dankbar dafür, dass die Webseite der chinesischen Epoch Times diese spezielle Seite zur Veröffentlichung der Austritte geöffnet hat. So können wir durch digitale Medien einen Stein von unseren Herzen rollen.“

 

Da wird berichtet: „zuerst ließ der Chef sie uns nicht lesen, aber später las er sie selber“, oder: „Vielen Dank an Euch. China hat noch Hoffnung, wir haben noch Hoffnung. Bitte gebt das einfache Volk in China nicht auf. Es erleidet so viel und befindet sich in solchem Elend.“

„Sound of Hope“(„Stimme der Hoffnung“) heißt auch ein internationales, unabhängiges Radio Netzwerk, das aus dem Ausland neben dem üblichen Programm die Neun Kommentare nach China sendet und auf seiner Webseite zur Verfügung stellt. Allerdings werden die Sendungen in China nach allen Regeln der Kunst technisch gestört.

 

Den Gipfel erreicht, die Wende folgt?

 

Die Erfolgsgeschichte der Jiuping in Hongkong, der chinesischen Sonderverwaltungszone deren Pressefreiheit nicht nur auf dem Papier steht. Am ersten Tag wurden 30.000 Exemplare des Sonderdrucks gedruckt, sie waren innerhalb von zwei Stunden verteilt. Am nächsten Tag wiederholte sich das gleiche. Am übernächsten Tag wurden 60.000 Exemplare gedruckt und hatten wieder in Windeseile ihre Leser gefunden. Innerhalb von zwei Wochen wurden so allein in Hongkong 600.000 Exemplare verteilt, angesichts der ca. 6 Mio. Einwohner wäre dann in jedem zehnten Haushalt einer der Sonderdrucke zu finden. Offensichtlich haben aber nicht wenige Besucher vom chinesischen Festland die Möglichkeit genutzt und die Mangelware mit nach Hause genommen.

Inzwischen wird z.B. an Chinas Universitäten fleißig für den Eintritt in die KP geworben. Was früher ein als ein Privileg galt, wird heute hinterher geworfen – die Zeichen haben sich umgedreht. Wenn früher ein Student mit einem guten Examen abschloss, dann wurde ihm von seinem Professor das Angebot zuteil in die KP einzutreten und entsprechende Vorteile zu genießen. Jetzt scheint sich eher die Frage zu stellen, wer braucht wen? Das hätten sich Chinas Führer wohl nicht so schnell träumen lassen!

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