Hongkong: Erneut Hunderttausende auf der Straße – Polizei setzt Tränengas ein

Epoch Times15. September 2019 Aktualisiert: 15. September 2019 21:51
Heute kam es während einer Großkundgebung in Hongkong erneut zu Zusammenstößen mit der Polizei. Über die gewaltsamen Polizeieinsätze und die gekauften Gegendemonstranten der chinesischen Regierung wird meist nichts berichtet. Doch auch die Rote-Fahne-Schwenker sind da: linientreue, angeheuerte Gegendemonstranten.

Seit Wochen demonstrieren Millionen Hongkonger Bürger für Demokratie und Grundrechte. Immer wieder kommt es dabei zu gewalttätigen Einsätzen der Polizei. Die Polizei setzt zunehmend Tränengas, Gummigeschosse und Schlagstöcke gegen die Demonstranten ein, die die Beamten mit Wurfgeschossen attackieren.

Für den 15. September ist eine Großkundgebung angekündigt. Hier der heutige Livestream der Epoch Times aus Hongkong. Am Rande der Großkundgebung, die verboten wurde, kam es erneut zu Ausschreitungen.

Einige Aktivisten warfen mit Steinen und Brandsätzen, wie AFP-Reporter berichteten. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Demonstranten zurückzudrängen. Der Protest eskalierte, als kleine Gruppen gewaltbereiter Aktivisten versuchten, den Hauptregierungskomplex der Stadt anzugreifen. Nachdem Molotow-Cocktails und Steine über die Sicherheitsbarrieren des Gebäudes flogen, setzte die Polizei erneut Tränengas und Wasserwerfer, auch mit blauer Farbe, gegen die Demonstranten ein.

In Berichten lokaler Fernsehsender waren Personen zu sehen, die ein Plakat zu den Feierlichkeiten des 70. Jahrestags der Gründung der Volksrepublik China sowie eine chinesische Flagge verbrannten. Einige Demonstranten bildeten Blockaden, setzten Feuer und randalierten in U-Bahnhöfen. Zu direkten Zusammenstößen mit den Einsatzkräften kam es nach Angaben von Reportern aber nicht. Wenn sich Reihen von Polizisten näherten, hätten die Störer sich meist zurückgezogen.

Hoffnung auf die Briten

Zuvor hatten bei einer Kundgebung vor dem britischen Konsulat in Hongkong hunderte Demokratie-Aktivisten Schutzzusagen und mehr Unterstützung von der ehemalige Kolonialmacht verlangt. Die Demonstranten sangen die britische Nationalhymne und schwenkten den Union Jack sowie die Flagge der ehemaligen britischen Kolonie Hongkong. Sie hielten Schilder hoch, auf denen sie der britischen Regierung vorwarfen, zu wenig Druck auf Peking auszuüben.

Ende Juli griffen vermummte Männer, bei denen es sich mutmaßlich um Mafia-Schläger handelt, Demonstranten in einem Bahnhof an. Demonstranten stürmen daraufhin das Parlament in Hongkong und beschmieren das Gebäude der chinesischen Vertretung.

Über die gewaltsamen Polizeieinsätze berichten chinesische Medien indes nicht. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua, im Volksmund der „Hund der Partei“ genannt, spricht von „gewalttätigen Radikalen“.

Letzter britischer Gouverneur von Hongkong schockiert über Polizei

Der letzte britische Gouverneur von Hongkong zeigt sich schockiert über die Brutalität der Polizisten.

Zahlreiche Demonstranten forderten die Gewährung einer Staatsbürgerschaft in Großbritannien oder einer Commonwealth-Nation. Hongkonger, die vor dem oder am 1. Juli 1997 geboren wurden, können den Status „British National Overseas“ (BNO) beantragen. Er erlaubt ihnen eine visafreie Einreise nach Großbritannien, kommt allerdings nicht der Staatsbürgerschaft gleich, da er keine Arbeits- oder Aufenthaltsrechte gewährt.

Am Freitag hatte sich der letzte britische Gouverneur von Hongkong, Chris Patten, dafür ausgesprochen, Hongkongern mit dem BNO-Pass ein Aufenthalts- und Arbeitsrecht in Großbritannien anzubieten.

Er hofft, dass die Demonstranten bei ihrer friedlichen Grundhaltung bleiben:

Als Demokrat und jemand, der immer gegen jegliche Gewalt war, halte ich zwei Millionen Hongkonger, die friedlich demonstrieren, für wirkungsvoller, als Menschen, die das Parlament stürmen.“

(Lord Christ Patten, letzter Gouverneur von Hongkong)

Pekings Einsatz der „Gegendemonstranten“

Peking brachte nach den Schlägertrupps mit zwielichtiger Herkunft auch seine altbewährte Propaganda-Waffe ins Spiel: die Rote-Fahne-Schwenker, linientreue, angeheuerte Gegendemonstranten, wie man sie vor allem auch bei Staatsbesuchen Chinas im Ausland sieht. Dort sollen sie Gegendemonstranten verdecken, die beispielsweise gegen die Menschenrechtslage in China protestieren.

Steve Bannon, langjähriger Breitbart-Chef, Filmemacher und ehemaliger Chefstratege des Weißen Hauses und leitender Berater von Präsident Donald J. Trump, sowie eines der Gründungsmitglieder von „The Committee on the Present Danger: China“, sagte im Juli in einem Interview mit der EPOCH TIMES USA:

Ich glaube, Hongkong ist derzeit das wichtigste Ereignis in der Welt.“

(Stephen K. Bannon)

Gekaufte Gegendemonstranten

(sm/ks)

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