Verhaftungs-Serie zeigt: Ausländische Hedgefonds in Chinas Börsencrash verwickelt

Von und 3. September 2015 Aktualisiert: 3. September 2015 9:35

Chinas Börsencrash im Juni war kein natürlicher, immer mehr Details zu den politischen und wirtschaftlichen Verstrickungen kommen heraus. Drei internationale Hedgefonds und eine Investmentbank sollen beteiligt gewesen sein. Auch Chinas Propagandaminister könnte über den Crash stürzen. Eine neue Verhaftungsserie bestätigt dies.

Sieben Personen verhaftet

Am 31. August berichtete Xinhua, dass sechs Personen verhaftet wurden und in „Ermittlungsgewahrsam“ kamen, darunter der CEO und Vorstand der Investmentbank Citic Securities, Xu Gang und weitere drei Top-Manager der Bank. Der Vorwurf: Die vier sollen „illegale Wettgeschäfte“ betrieben haben, Geständnisse wurden bereits abgelegt.

Auch ein Journalist des Caijing-Verlages wurde festgenommen: Wang Xiaolu soll Falschinformationen über Börse, Aktienmarkt und Futures verbreitet haben.

Liu Shufan vom Börsenaufsichtsrat (!) wurde verhaftet weil er Vetternwirtschaft und Machtmissbrauch betrieb, börsennotierten Unternehmen half, Unterlagen zu fälschen und Bestechungsgelder annahm.

Bowen zitierte Insider-Infos, wonach die Festnahme der Manager von Chinas Oberster Führung befohlen wurde, da die Betroffenen Schützlinge des Propagandaministers Liu Yunshan und seines Sohnes Liu Lefei sind. Dies bedeutet, dass bei der Aufklärung des Börsencrashs jederzeit Liu und sein Sohn in die Schusslinie geraten könnten – gesetzt den Fall Chinas Führung will den Crash konsequent aufklären. Dass der Propagandaminister zu den Hintermännern des Crashs gehört, kursiert seit längerem als Gerücht. Sein Sohn Liu Lefei war der Vorgesetzte des nun verhafteten Citic-Chefs.

Aber es wird noch besser: Auch eine Hedgefonds-Vertreterin wurde verhaftet – Li Yifei von der Man Group.

Angriff der Zombie-Accounts

„Bösartige Leerverkäufe“ waren Schuld an der Talfahrt, die der Shanghaier SSE Composite im Juni erlebte. Die Macher des Crashs agierten wohl koordiniert.

Auf Weibo zeichnete Xinhua am 28. August ein klares Bild ihres Vorgehens, gespeist aus verschiedenen Quellen: Die Citic-Bank habe gemeinsam mit drei internationalen Hedgefonds bei den Leerverkäufen der A-Aktien zusammen gearbeitet. Sie richtete ein anonymes Konto ein, um auf legalen Handelsplattformen und durch „Zombie-Accounts“ Massen an Kapital zu bewegen. Das Kapital floss durch Schattenbanken.

Die Verschwörer hatten interne Informanten – einerseits bei der Börsenaufsicht und später im „Nationalteam“, dem mit der Börsenrettung beauftragten Gremium. So wussten sie über Rettungs- und sonstige Maßnahmen im Vorfeld bescheid.

Wer waren die Hedgefonds?

Der erste Kandidat war Citadel aus Chicago. Wie die Wirtschaftszeitung China Business.com berichtete, wird seit Mitte Juli gegen Sidu ermittelt, eine 100 prozentige Tochterfirma von Citadel. Sidu handelt mit Aktien und Futures. Es wurde festgestellt, dass Sidu mit der Schattenbank eines Herrn Qiu zusammenarbeitete, um eine Summe von mehreren hundert Millionen Yuan ins Ausland zu transferieren.

Citadel gab am 2. August zu, dass das Konto von Sidu in Shenzhen gesperrt wurde, auch wurden am selben Tag noch drei weitere Accounts gesperrt.

(Die neue Taskforce gegen Schattenbanken kam deshalb nicht von ungefähr, wie Xinhua.net am 25. August berichtete: In einigen Provinzen seien illegale Geldtransfers durch Schattenbanken entlarvt worden, die mehrere hundert Millionen Yuan umfassten. „Es ist nicht auszuschließen, dass sehr viel Börsenkapital über die Schattenbanken ins Ausland floss, was den Inlandskapitalmarkt negativ beeinflusste“, so der Bericht.)

China-Chefin der Man Group verhaftet

Hedgefonds Nr. 2 war die Man Group – einer der ersten ausländischen Hedgefonds, die in China überhaupt auf den Markt durften. Dessen China-Chefin Li Yifei wurde dieser Tage verhaftet, berichtete Bloomberg.

Bowen zitierte am 1. September Insider, wonach alle Festnahmen miteinander zusammenhingen:

Der Vorstandsvorsitzende von Citic, Wang Dongming (noch auf freiem Fuß), ist nämlich der Bruder des Chefredakteurs von Caijing, Wang Boming (ebenso noch auf freiem Fuß).

Caijing ist das bewusste Magazin, das „Falschinfos“ zum Börsengeschehen verbreitet haben soll. Li Yifei von der Man Group schließlich war eine gute Freundin der beiden Wangs.

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Die Insider sagten: Die Man Group mobilisierte 10 Milliarden Pfund (13,6 Milliarden Euro) Kapital und arbeitete mit den beiden Wangs zusammen an den Leerverkäufen. Eigentlich müssten jetzt die Wangs festgenommen werden – hinter diesen stehen jedoch noch andere Hintermänner … Der weitere Verlauf wird zeigen, ob die Xi-Regierung den Börsen-Raubzug wirklich aufklären will.

Apropos Propagandaminister:

Seine (Börsen)-Macht illustriert folgende Anekdote.

Der Lebensversicherer China Life Insurance verkaufte am 10. Juli 30 Millionen A-Aktien des oben genannten Unternehmens Citic Securities. Pro Aktie verdiente China Life 27,38 Yuan. Eigentlich war dieser Deal verboten, denn laut der Rettungsmaßnahmen vom 8. Juli dürfen Anteilseigner, die über 5 Prozent an einem börsennotierten Unternehmen besitzen, innerhalb der nächsten sechs Monate nichts verkaufen. Da China Life vom Sohn des Propagandaministers gesteuert wird, wurden die Anteile trotzdem veräußert.

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