Süd-Sandwich-Graben: In 3 Stunden zum tiefsten Punkt des Südpolarmeeres

Epoch Times7. Mai 2019 Aktualisiert: 7. Mai 2019 9:58
Victor Vescovo absolvierte als erster Mensch einen Tauchgang auf den tiefsten Grund des Südpolarmeeres, dem Süd-Sandwich-Graben. Der Tauchgang gehört zu einer Reihe weiterer Tauchexpeditionen der Forschungsmission "Five Deeps Expedition".

Das Team der Five Deeps Expedition kann einen weiteren historischen Tauchgang und Rekord von ihrer Liste streichen. Der Initiator der Expedition, Victor Vescovo, erreichte mit seinem Tauchboot „DSV Limiting Factor“ als erster Mensch den tiefsten Punkt im Südpolarmeer: dem Süd-Sandwich-Graben.

Der Graben befindet sich vor dem antarktischen Kontinent. Mit einer Maximaltiefe von 7.433 Metern wurde der Süd-Sandwich-Graben bislang kaum oder gründlich erforscht. Die wenigen Proben, die aus den Tiefen des Grabens entnommen wurden, stammen aus den frühen 1970er Jahren.

Logistische und wetterbedingte Herausforderungen

Aufgrund seiner abgelegenen Lage stellte dieser Tauchgang für das Team viele logistische und wetterbedingte Herausforderungen dar.

„Ich bin so stolz auf das gesamte Team, das bei sehr schwierigen Bedingungen und bei Temperaturen von nahezu Null Grad Celsius daran gearbeitet hat, das Tauchboot zu Wasser zu lassen und wieder zu bergen. Es war technisch gesehen ein extrem herausfordernder Tauchgang, aber wir hatten Glück mit dem Wetter und konnten zum ersten Mal den Grund des Südpolarmeeres besuchen“, sagt Vescovo.

„Es fühlte sich großartig an, die technische Fähigkeit des Tauchboots zu beweisen und einen bemannten Tauchgang in den Graben zu machen, was noch nie zuvor getan wurde – oder gar nach unserem Wissen versucht wurde. Es war ein großer Tag für Wissenschaft und Technik“, ergänzte der Gründer.

In weniger als 3 Stunden am Grund angekommen

Mit einem speziell für dieses Unterfangen hergestellten Tauchboot erreichte Vescovo den Boden des Süd-Sandwich-Grabens in weniger als drei Stunden.

Begleitet von zwei Tauchrobotern fertigten die Forscher hochauflösende Videos vom Meeresboden an und sammelten gleichzeitig Boden- und Wasserproben für zukünftige Studien. Dabei fertigten sie auch eine neue und die bislang genaueste Kartierung des Tiefseegrabens an.

„Die Antarktis ist unsere zweite Heimat, aber die für diese Expedition erforderliche Logistik hat die Dinge auf ein ganz neues Niveau gehoben“, sagte der Expeditionsleiter Rob McCallum. „Dies ist eine bemerkenswerte Leistung in der Welt der Polarforschung, da der Graben eine der letzten unerforschten Regionen der Erde ist.“

„Dies waren die ersten bemannten Tauchgänge im Süd-Sandwich-Graben und eine beispiellose Gelegenheit für uns, einen Teil des Ozeans zu besuchen, der noch nie zuvor gesehen wurde“, sagte Patrick Lahey, Erbauer des Tauchbootes.

„Dies ist der wahre Sinn von Erforschung und ist gleichbedeutend mit der Erstbesteigung eines abgelegenen Berges. Wir sind dabei, Geschichte zu schreiben, und es ist ein Nervenkitzel für uns alle an Bord, Teil von etwas so Aufregendem und Wichtigem zu sein.“

Nächsten Stationen: Marianengraben und das Molloytief

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Nachdem die Crew um Victor Vescovo bereits am 19. April 2019 erfolgreich den dritten Tauchgang in den Java-Graben absolviert hatte, erforschen sie aktuell die Tiefen des Marianengraben im westlichen Pazifik. Mit knapp 11.000 Metern ist er der tiefste Graben der Welt und soll während der Expedition weiter erforscht werden.

Nach der Beendigung der Tauchgänge im Marianengraben reist die Crew weiter in das Nordpolarmeer. Dort wollen die Forscher auf den Grund des Molloytief in 5,573 Metern Tiefe tauchen. (ts)