Axel Retz: Es wird zum Halali auf die deutsche Wirtschaft geblasen

Von 5. Mai 2019 Aktualisiert: 5. Mai 2019 12:25
Die Blockparteien scheinen zu wetteifern, wer das Meiste der deutschen Wirtschaft zur Strecke bringt. Das geht umso schneller, je mehr die Kevins und Roberts die Altparteien indoktrinieren und je stärker die Abwanderung Hochqualifizierter durch die Zuwanderung Unqualifizierter überkompensiert wird, ohne dass die Politik aufzuwachen bereit ist.

Liebe Leserinnen und Leser,

dass Staaten mit sozialistischen Regierungen nicht immer ein solides Wirtschaftssystem betreiben, ist bekannt. Wenn sie es aber tun, ist mir aus der Geschichte kein Fall bekannt, bei dem das einen glücklichen Ausgang genommen hätte. Chinas und Russlands Wirtschaftssysteme haben sich heute zweifellos in weiten Zügen dem offiziell gescholtenen Kapitalismus angenähert. Mit beachtlichem Erfolg, vor allem in China, das sich anschickt, mit seiner neuen sozialistischen Seidenstraße gleich das nächste Kapitel seines ökonomischen Erfolges aufzuschlagen.

„Zufälligerweise“ vor den in drei Wochen anstehenden EU-Wahlen gehen nun unter dem Applaus der Linken SPD und Grüne auf Wählerfang. Mit Vorschlägen allerdings, die eher Stimmen kosten als einbringen dürften. Kevin Kühnert (Jusos) und Volker Habeck (Die Grünen) machen sich auf, nach bester DDR-Manier wieder Enteignungen ins Spiel zu bringen. Von Immobilienkonzernen, großen Industrieunternehmen und auch Menschen, die mehr Wohnraum ihr eigen nennen als den von ihnen selbst genutzten.

Kevin nicht allein zu Haus

Garniert wird der rot-grün-linke Vorstoß durch die Dämonisierung des Verbrennungsmotors, die zum Dogma erhobene, unbewiesene Klimaschädlichkeit von CO 2 (hier vor meinen Fenstern schneit es übrigens gerade) und die Abschaltung von Atom- und Kohlekraftwerken. Es wird zum Halali auf die deutsche Wirtschaft geblasen und die Blockparteien scheinen zu wetteifern, wer das Meiste zur Strecke bringt.

Juso-Chef Kevin Kühnert, ohne jedwede Berufsausbildung, aber durch drei Jahre als Callcenter-Mitarbeiter für den Spitzenposten der Jungsozialisten geradezu prädestiniert erscheinend, brachte es wunderschon auf den Punkt:

Konsequent zu Ende gedacht, sollte jeder maximal den Wohnraum besitzen, in dem er selbst wohnt.“

Maximal, wohlgemerkt!

Das ist schön. Wunderschön sogar! Die Wohnungsnot in Deutschland gab es bereits vor der Grenzöffnung der Bundeskanzlerin im Herbst 2015 und das mit zunehmender Tendenz. Hauptsächlich deswegen, weil es vielen jungen Menschen nicht mehr zu gelingen oder nicht mehr erstrebenswert zu sein scheint, stabile Partnerschaften aufzubauen, was die Quote von Einzelhaushalten immer weiter in die Höhe treibt.

Grün/Rot/Links und die davon mittlerweile nicht mehr wirklich unterscheidbare CDU beklagen angesichts dieser prekären Wohnungssituation unseres Landes die unzureichende Errichtung neuen Wohnraums, konterkarieren sie aber in einem Atemzug durch eine aberwitzige „Willkommenskultur“ für Millionen von Neubürgern, deren tatsächliche Zahl sich aus der vom BAMF veröffentlichten und dem sog. Familiennachzug zusammensetzt, über dessen Höhe sich das zuständige Außenministerium ausschweigt. Der Effekt auf den Wohnungsmarkt ist jedoch unverkennbar.

Getoppt wird dieser jeder Geisterfahrt des wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Irrsinns würdige Horror nun durch Enteignungspläne.

Wer bitte soll in diesem Umfeld noch bereit sein, Wohnraum zu schaffen, wenn z. B. Kevin Kühnert das Vermieten von Wohnraum für ein zweifelhaftes Geschäftsmodell hält? Und was, wenn er den ins Land gelockten Neubürgern und ihrem Familiennachzug nicht mehr zur Verfügung gestellt werden kann?

Der Clou: Keinen Deut besser sieht es – aus wirtschaftlicher Perspektive – bei der alarmistisch geführten CO 2 -Debatte aus. Dem „Diesel raus aus den Städten“, nun in Stuttgart bereits auf die Euro-Norm 5 ausgeweitet, folgt dem unausgesprochen das  „deutsche Mieter raus aus den Städten“. Denn dort zahlt die vom Steuerzahler gefütterte öffentliche Hand Mieten für Neubürger, die sich die Steuerzahler selbst nicht mehr leisten können und ins Umland der Städte wegziehen müssen.

Eine Steuer, die niemanden belastet, kann man in der Schublade lassen

Um von dort aus zu ihren innerstädtischen Arbeitsplätzen zu gelangen, sind viele Menschen jedoch auf einen PKW angewiesen, egal mit welchem Treibstoff er betrieben wird. Fahrverbote machen das unmöglich. Und noch eine weitere Steuer macht es für weniger gut betuchte Bürger bald unmöglich. Das an Volksverdummung grenzende Gesäusel, dass die CO 2 -Steuer die Bürger nicht zusätzlich belasten soll, ist natürlich Unfug.

Wenn eine Steuer erhoben wird, die niemanden belastet, kann man sie auch gleich in der Schublade belassen. Noch schlimmer: Die Menschen müssen fahren und sie müssen heizen.

Die ihnen wohl bald abverlangte CO 2 -Steuer, vielleicht unter dem Namen „Klimaschutz-Beitrag“ eingeführt, ändert daran rein gar nichts, zumal das vereinnahmte Geld in alles Mögliche fließen wird, nur nicht in den Klimaschutz. Schließlich hat Deutschland seit 2015 dank anhaltender Gesetzesbrüche der Regierung ganz neue finanzielle Herausforderungen zu stemmen, deren Umfang von Tag zu Tag wächst.

Die Frage, ob die Zerstörung der deutschen Industrie, das Ausbluten des Mittelstandes, die Abschöpfung der Kaufkraft der Verbraucher durch Steuern und Abgaben und das Sprengen der Sozialsysteme vorsätzlich oder fahrlässig (aus Inkompetenz) betrieben werden, will ich offen lassen.

Sicher ist, dass der wirtschaftliche Niedergang Deutschlands an Fahrt aufnehmen wird. Und das umso schneller, je mehr die Kevins und Roberts die Altparteien indoktrinieren und je stärker die Abwanderung Hochqualifizierter durch die  Zuwanderung Unqualifizierter überkompensiert wird, ohne dass die Politik aufzuwachen bereit ist.

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Wall Street: Jobwunder

Während sich Deutschland mit alarmistisch aufgeladenen Klimadebatten, der Abschaffung seiner effizientesten Energieträger, dem ungebremsten Zustrom von Migranten, bis hin zu Depressionen reichenden Selbstzweifeln und grün-rot-linken Deindustrialisierungsattacken herumplagt, gehen die USA (und auch China) einen ganz anderen Weg – vermutlich nicht ganz ohne Schadenfreude über die sich selbst aus dem Spiel zu nehmen versuchende deutsche Konkurrenz, die zunehmend von politischen Kräften bedroht zu sein scheint, die die ökonomischen Misserfolge des „reinen Sozialismus“ nachbauen wollen.

Ein 74 Wörter langer Satz, der in aller Kürze die Richtung weist, wohin sich Deutschland im internationalen Wirtschaftsgefüge zu bewegen scheint. Die USA, China und Russland dürften sich einen Ast ablachen.

 

Axel Retz ist seit über 25 Jahren als Chefredakteur von Börsenmagazinen und Börsendiensten tätig und betreibt die Portale www.private-profits.de und www.moneyversum.de

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.