Chinesische Regierung zensiert offene Briefe zur Meinungsfreiheit nach Arzttod

Epoch Times10. Februar 2020 Aktualisiert: 10. Februar 2020 12:20
Nach dem Tod des 34-jährigen Augenarztes Li Wenliang, der als einer der Ersten vor dem neuartigen Coronavirus warnte, wächst in den chinesischen Onlinenetzwerken die Wut auf die Regierung.

In den chinesischen Online-Netzwerken wächst nach dem Tod des Arztes Li Wenliang, der als einer der Ersten vor dem neuartigen Coronavirus warnte, die Wut auf die Regierung. In zwei offenen Briefen, die über den  Internetdienst Weibo verbreitet wurden, forderten Aktivisten Meinungsfreiheit von der Führung in Peking. Die chinesische Zensur stoppte die Verbreitung der Schriften weitgehend.

Ein Brief wurde von zehn Professoren aus Wuhan veröffentlicht. Sie betonten, der Einsatz des mittlerweile selbst am Coronavirus gestorbenen Augenarztes Li Wenliang habe den „Interessen des Landes und der Gesellschaft“ gedient. Sie forderten die Regierung dazu auf, die Meinungsfreiheit nicht länger zu unterbinden und sich öffentlich für ihr Vorgehen gegen Li und sieben weitere Ärzte nach Bekanntwerden des neuartigen Virus zu entschuldigen. Die staatliche Zensur entfernte den Brief mittlerweile aus Weibo.

Der zweite Brief wurde am Freitag von ehemaligen Studenten der bekannten Tsinghua-Universität in Peking veröffentlicht. Die anonymen Autoren forderten die Regierung auf, die in der Verfassung garantierten Rechte der Chinesen zu sichern. Sie sprachen sich dagegen aus, „politische Sicherheit“ zur obersten Priorität zu erklären. Dies sei ein „extrem eigennütziges Ziel einer kleinen Organisation“, kritisierten sie.

Der verstorbene chinesische Arzt Li wurde nur 34 Jahre alt. Laut seiner Schilderung hatte die Polizei versucht, ihn mundtot zu machen, nachdem er Ende Dezember Kollegen vor dem neuartigen Virus gewarnt hatte.

Er hinterließ einen fünfjährigen Sohn und seine schwangere Frau. Sein zweites Kind soll im Juni auf die Welt kommen. Die hinterbliebene Witwe lebt mit ihrem Sohn zur Zeit bei ihrer Mutter in ihrer Heimatstadt in derselben Provinz. Lis Eltern sind beide auch vom Coronavirus infiziert und durften ihren Sohn vor dem Tod nicht sehen. Ihnen wurden nur seine Asche übergeben. (afp/yh/sua)

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