Haiti: Der Karibikstaat ohne Impfstoffe

Epoch Times15. Juli 2021 Aktualisiert: 15. Juli 2021 16:03
Haiti ist das ärmste Land Lateinamerikas. 60 Prozent der Bevölkerung leidet unter der Lebensmittel- und Wasserknappheit. Gewalt, Arbeitslosigkeit, Korruption und Naturkatastrophen verhinderten bisher einen wirtschaftlichen Aufstieg des Landes.

Haiti ist nicht nur die ärmste Nation der westlichen Hemisphäre, sondern ist auch das einzige Land, das bisher keinen einzigen Einwohner gegen COVID-19 geimpft hat.

Seit Anfang der Pandemie meldet die Statistik 19.220 positive Tests und 471 (an oder mit Corona) Verstorbene. Haiti hat eine geschätzte Gesamtbevölkerung von 11,5 Millionen Einwohnern. Die Fallsterblichkeit entspricht etwa der in Deutschland, mit aber einem deutlich geringeren Infektionsrisiko, was sehr wahrscheinlich auf das geringere Testen zurückzuführen ist.

Da in Haiti zu Beginn des Jahres keine Corona-Fälle auftraten, hatten die Behörden veranlasst die Zahl der verfügbaren Betten für COVID-Patienten laut „Gleaner“ auf etwa 200 zu reduzieren.

Die Handhabe der Corona-Krise in Haiti

Der Karibikstaat ist nicht zuletzt seit den letzten Naturkatastrophen von Hilfeleistungen und Fördergeldern aus dem Ausland abhängig. Mehrere Länder leisten in Haiti humanitäre Hilfe oder koordinieren nachhaltige Entwicklungs-Projekte. Unicef bezeichnet die humanitäre Situation nach wie vor als katastrophal und befürchtet, dass sich die Lage nach der Ermordung des Präsidenten Moïse noch verschlechtern wird.

Auch andere Organisationen sind bezüglich der Corona-Krise auf Haiti aktiv. Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (Paho) belieferte die Regierung mit 10.000 PCR-Tests und 75.000 Antigen-Schnelltests und Instruktionen zur Laborauswertung. Dieselbe Organisation bildete auch Gesundheitshelfer aus und traf sich mit Voodoo-Priestern und traditionellen Geburtshelferinnen, um sie über COVID und geeignete Schutzmaßnahmen zu informieren.

Einige der Ärzte glauben, dass das wahre Ausmaß der Corona-Krise nur nicht bekannt sei, weil erst wenig getestet wurde. Für viele Experten ist es verblüffend, dass es in Haiti nicht zu einem Massenausbruch gekommen war. Einige vermuten, es läge daran, dass die Hälfte der Bevölkerung unter 25 Jahre alt ist.

„Das überrascht viele“, sagte die Leiterin von Ärzte ohne Grenzen in Haiti. „Zurzeit gibt es nicht genügend Forschung um zu erklären, warum manche Länder weniger von schweren COVID-19 Fällen betroffen sind“.

Die Regierung hatte zum Schutz der Bevölkerung die bekannten Regeln herausgegeben. Einige hielten sich an das Maskentragen und Abstandhalten, viele jedoch nicht.

Das durchschnittliche Jahreseinkommen in Haiti beträgt 830 US-Dollar (Stand 2014). Mit einem Einkommen von 2 bis 3 Dollar am Tag, sind Masken ein Luxusartikel und das Abstandhalten in den überfüllten Bussen und belebten Märkten gar nicht so einfach.

Regierung lehnte AstraZeneca-Spende ab

Im Rahmen der COVAX-Initiative der Vereinten Nationen wird das Ziel verfolgt, ärmeren Ländern Zugang zu COVID-19 Impfungen zu verschaffen. Der Regierung von Haiti wurde im Mai eine Lieferung von 756.000 AstraZeneca Impfdosen angeboten.

Doch die Regierung unter dem ehemaligen Präsidenten Jovenel Moïse, lehnte das Angebot, Impfungen von AstraZeneca zu erhalten, zunächst ab. Begründet wurde dies mit den in Europa bekannt gewordenen Nebenwirkungen der Impfung.

Der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Dr. Laure Adrien, erklärte in einem Telefoninterview, dass „Haiti das Angebot von COVAX nicht abgelehnt, sondern lediglich um einen anderen Impfstoff gebeten hatte.“

Im letzten Monat (Mai)  hatte sich die Gleichung verschoben. Die Ängste um AstraZeneca ließen nach, als die Zahl der positiv getesteten Fälle in Haiti anstieg. Die Regierung willigte schließlich ein, das vorgeschlagene Angebot anzunehmen.

Doch das Angebot war nicht mehr verfügbar. Die Impfdosen waren anderweitig vergeben worden und Indien, der Produzent der Vakzine, war wegen der angestiegenen Nachfrage nach Impfmitteln überlastet.

Aktuell gibt es kein geplantes Lieferdatum für Haiti. Auch Dr. Adrien sagte, es sei unklar, wann und wie viele Impfstoffe eintreffen würden.

Fehlende Infrastruktur und Korruption

Ein zusätzliches Hindernis ist die ungenügende Infrastruktur zur Lagerung und Kühlung der Impfstoffe.

„Es ist kein Geheimnis, dass wir keine herausragenden Lagerbedingungen haben“, sagt der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Dr. Laure Adrien. „Wir wollten sicherstellen, dass wir alles unter Kontrolle haben, bevor wir Impfstoff geliefert bekommen.“

Laut einem Bericht des US-Außenministeriums gehe man davon aus, dass Corona-Hilfszahlungen in Höhe von mehr als einer Million Dollar veruntreut wurden. Dr. Adrien betont, dass sein Ministerium das erhaltene Geld verantwortungsvoll ausgegeben habe. Er könne aber nicht für andere Behörden sprechen.

„Transparency International“ platziert Haiti in ihrem Ranking gleichauf mit Nordkorea.

Die Menschen fürchten Gewalt mehr als das Virus

Laut Experten könnte es aus logistischen und gesellschaftlichen Gründen schwierig werden, die einmal gelieferten Impfdosen an die Menschen zu verabreichen.

Viele haben Angst vor der Impfung. Andere getrauen sich nicht länger unterwegs zu sein, wegen der hohen Kriminalität. Manche glauben auch gar nicht an die „Corona-Pandemie“.

Der Tischler Duperval Germain meint, er werde weder sich selbst noch seine Kinder impfen lassen.

„All diese Staatschefs, die hier immer auftauchen. Wenn sie krank werden, fliegen sie einfach wieder weg“, sagt er. „Wenn wir krank werden, wohin sollen wir gehen? Sie können den Impfstoff gern behalten und ihn da spritzen, wo er gebraucht wird. Haiti braucht den Impfstoff nicht.“(nw)



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