Hongkong: Fünf Festnahmen nach erneuten Protesten – Polizei setzt Schlagstöcke und Pfefferspray ein

Wieder gehen in Hongkong Menschen auf die Straße, um gegen das umstrittene Gesetz für Auslieferungen an China zu protestieren. Es kommt erneut zu Zusammenstößen zwischen Protestlern und den Sicherheitskräften.
Titelbild
Zusammenstöße zwischen Demonstranten mit der Polizei während eines Protests.Foto:  Kyodo/dpa
Epoch Times8. Juli 2019

Fünf Demonstranten sind nach erneuten Protesten gegen die Regierung in Hongkong festgenommen worden. Sie hätten am Sonntagabend an einer „rechtswidrigen Versammlung“ im Viertel Mongkok teilgenommen, teilte die Polizei am Montagmorgen mit. Aktivisten wiesen dies zurück und warfen den Beamten „exzessive Gewaltanwendung“ vor.

Bei der Auflösung der Versammlung in Mongkok hätten einige Demonstranten Widerstand geleistet, erklärte die Polizei. Fünf Teilnehmer seien festgenommen worden, weil sie einen Polizisten angegriffen und die Polizei bei der Ausübung ihrer Pflicht behindert hätten.

Die Polizei war am Sonntagabend in Mongkok mit Schlagstöcken gegen die mehrheitlich jungen und maskierten Demonstranten vorgegangen. Aktivisten wiesen die Darstellung der Behörden zurück. Die Demonstranten seien auf dem Heimweg gewesen und hätten sich friedlich verhalten. Als die Polizei ihnen mit Schutzschilden den Weg versperrt habe, sei es zu Auseinandersetzungen gekommen.

Die Gruppe sei von der Polizei angegriffen und geschlagen worden, schrieb der Aktivist Joshua Wong im Onlinedienst Twitter. Er stellte Fotos von mindestens zwei Demonstranten mit blutenden Kopfwunden ins Netz. Dies sei „ein weiteres Beispiel für exzessive Gewaltanwendung durch die Polizei“, schrieb Wong in einem weiteren Tweet.

Den Tag über hatten zehntausende Menschen friedlich gegen die pekingtreue Führung der chinesischen Sonderverwaltungszone demonstriert. In Hongkong gibt es seit Wochen Proteste, die sich zunächst vor allem gegen ein geplantes und nun ausgesetztes Auslieferungsgesetz richteten. Dieses sollte auch Auslieferungen an Festland-China ermöglichen. Inzwischen richten sich die Proteste auch generell gegen die Regierung.

Chaos auf den Straßen

Von „Chaos“ auf den Straßen berichtete die Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“ und zeigte Bilder von Bereitschaftspolizisten, die mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen schwarz gekleidete Demonstranten vorgingen.

Zuvor hatten am Sonntag Zehntausende Menschen friedlich im Bezirk Kowloon gegen das umstrittene Auslieferungsgesetz an China demonstriert, das die Finanzmetropole seit Wochen in Atem hält.

Nach unterschiedlichen Angaben von Polizei und Organisatoren beteiligten sich zwischen 56 000 und mehr als 230 000 Menschen an dem jüngsten Marsch.

Das Auslieferungsgesetz würde es den Behörden Hongkongs erlauben, von China beschuldigte Personen an die Volksrepublik auszuliefern.

In den vergangenen Wochen erlebte Hongkong wegen des Gesetzes die größten Proteste seit drei Jahrzehnten. Immer wieder gingen die Hongkonger auf die Straße, um gegen die Politik von Regierungschefin Carrie Lam zu protestieren.

Lam hatte das Auslieferungsgesetz nach dem Aufschrei in der Bevölkerung zwar auf Eis gelegt. Die Demonstranten fordern aber die offizielle Rücknahme des Gesetzes.

Am vergangenen Montag waren die Proteste eskaliert, als Hunderte Demonstranten das Parlament stürmten und den Plenarsaal für Stunden besetzt hielten.  (dpa/afp)



Epoch TV
Epoch Vital
Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion