Eine Corona-Impfung.Foto: iStock

Corona-Impfpflicht für Mitarbeiter im Gesundheitswesen in Frankreich beschlossen

Epoch Times26. Juli 2021 Aktualisiert: 26. Juli 2021 21:38
Das französische Parlament verabschiedete nach langem Ringen das entsprechende Impfpflicht-Gesetz, das auch eine Ausweitung des sogenannten Gesundheitspasses bedeutet.

Trotz aller Proteste: Die umstrittene Impfpflicht für Mitarbeiter im französischen Gesundheitswesen und bei der Feuerwehr kommt. Das Parlament verabschiedete nach langem Ringen das entsprechende Gesetz, das auch eine Ausweitung des sogenannten Gesundheitspasses auf Restaurants und Fernzüge bedeutet.

Der Gesetzestext wurde mit 156 Ja-Stimmen, 60 Nein-Stimmen und 14 Enthaltungen von der Nationalversammlung angenommen. Zuvor hatte ihn bereits der Senat gebilligt. Um die Endfassung des Gesetzes war tagelang gerungen worden. Nach einer Reihe von Änderungen am ursprünglichen Gesetzentwurf einigten sich Abgeordnete der Nationalversammlung und Senatoren schließlich auf einen Kompromiss-Text.

Das Gesetz sieht eine Corona-Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte sowie Feuerwehrleute und andere Rettungskräfte vor. Anders als ursprünglich von der Regierung gewollt, droht Corona-Impfverweigerern in diesen Berufen allerdings nicht die Entlassung, sondern eine Aussetzung des Gehalts.

Beschlossen wurde auch eine Ausweitung des Gesundheitspasses, der Aufschluss über eine Impfung oder einen Negativ-Test gibt. Ab August soll nun erstmals eine Corona-Testpflicht für nicht Immunisierte in französischen Gaststätten und Fernzügen greifen. In Kinos, Theatern oder Museen muss bereits seit vergangener Woche eine Impfung, eine überstandene Infektion oder ein negativer Corona-Test nachgewiesen werden.

Präsident Emmanuel Macron hatte die verschärften Maßnahmen Mitte Juli angekündigt. Die Regierung will damit den massiven Anstieg der Corona-Infektionen durch die hoch ansteckende Delta-Variante eindämmen.

Bereits die Ankündigung des Gesetzes hatte der Impfkampagne neuen Schwung verliehen. Am Montag nun wurde die Schwelle von 40 Millionen Erstimpfungen überschritten. Dies seien fast 60 Prozent der Bevölkerung, schrieb Macron auf Twitter. „Zusammen werden wir das Virus besiegen. Wir machen weiter.“ Komplett geimpft sind knapp 50 Prozent der Franzosen.

Gegen die Corona-Verschärfungen hatten in Frankreich am Samstag mehr als 160.000 Menschen protestiert. In Paris skandierten die Demonstranten unter anderem „Freiheit, Freiheit“ und riefen zum Sturz von Präsident Macron auf, den sie als „Tyrannen“ bezeichneten.

Die Demonstranten stehen allerdings nicht für die Mehrheit der Bevölkerung: In einer Umfrage des Instituts Elabe für den Sender BFMTV vom 13. Juli sprachen sich 76 Prozent der Franzosen für eine Impfpflicht für das Gesundheitspersonal aus. Auch die Ausweitung des Gesundheitspasses stößt mehrheitlich auf Zustimmung.

In Frankreich hat die Zahl der täglichen Infektionen bzw. positiven Testergebnissen zuletzt wieder deutlich zugenommen. Am Wochenende vermeldeten die Gesundheitsbehörden 22.767 positive Fälle innerhalb von 24 Stunden. Landesweit haben 40 Millionen Franzosen eine Corona-Erstimpfungen gegen das neuartige Coronavirus erhalten. (afp/er)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion