Tokio 2020 ganz im Bann von Corona.Foto: Carl Court/Getty Images

Impfstoffdiplomatie: IOC will Olympia-Athleten mit chinesischem Impfstoff versorgen

Von 16. März 2021 Aktualisiert: 16. März 2021 17:43
Nach der Maskendiplomatie die Impfstoffdiplomatie: Inmitten einer Welle von Boykottaufrufen für die Pekinger Winterspiele 2022 schließt das Regime einen Deal mit dem IOC über chinesische Impfstoffe ab. Im eigenen Land werden die Vakzine mit Skepsis betrachtet.

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, erklärte, dass der Sportverband dem Kauf von chinesischem COVID-19-Impfstoff zugestimmt hat, um ihn Teilnehmern bei den Olympischen Spielen in Tokio in diesem Sommer und den Olympischen Winterspielen in Peking im Jahr 2022 zu verabreichen.

Nach eigenen Angaben wird das IOC die Kosten für den chinesischen Impfstoff für die teilnehmenden Mannschaften übernehmen. Zu den Kosten und der Menge äußerte es sich bislang nicht. Die Verteilung des chinesischen Impfstoffs soll durch internationale Verbände oder bestehende Vereinbarungen, die Länder mit China haben, erfolgen, berichtet „The Associated Press“.

Es wird erwartet, dass etwa 11.000 Athleten an den Olympischen Sommerspielen teilnehmen. Hinzu kommen Trainer, Medien, Freiwillige und Offizielle. Bach zufolge habe das chinesische Olympische Komitee versprochen, so viel Impfstoff wie nötig zur Verfügung zu stellen. Laut dem IOC-Vizepräsidenten John Coates wird die Organisation die Impfung von Athleten nicht vorschreiben, sie aber fördern.

Keine chinesischen Impfstoffe für Japan und europäische Staaten

Japanische Athleten werden den Impfstoff nicht erhalten, da dieser in Japan keine Zulassung hat. Das Nationale Olympische Komitee erklärte, dass Japan bezüglich der Entscheidung des IOC nicht konsultiert wurde.

„Ich denke, das kommt nur für Länder infrage, in denen chinesische Impfstoffe zugelassen wurden“, sagte Japans Olympiaministerin Tamayo Marukawa im nationalen Fernsehsender NHK. Dies sei in Japan nicht der Fall. „Ich kenne keine chinesischen Unternehmen, die in Japan eine Zulassung beantragt haben“, so Marukawa. In Japan sind rund 80 Prozent der Bürger gegen die Spiele im Sommer.

Der Deutsche Olympische Sportbund äußerte sich ähnlich, da es keine EU-Zulassung für chinesische Impfstoffe gibt.

Daraufhin sah sich das IOC genötigt, sein Angebot zu konkretisieren. IOC-Direktor James Macleod erklärte: „Das Angebot richtet sich nur an die Nationalen Olympischen Komitees aus Ländern, in denen der Impfstoff aus China zugelassen ist.“

Impfstoffdiplomatie

China unterbreitete dem IOC das Impfstoffangebot inmitten einer Welle internationaler Aufrufe zum Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking. Nachdem die USA die Verfolgung der Uiguren in der Xinjiang-Region durch die Kommunistische Partei Chinas (KPC) offiziell als Völkermord verurteilt haben, haben international mehr als 100 Menschenrechtsorganisationen und viele Politiker aus westlichen Ländern zum Boykott der Spiele in Peking aufgerufen.

Unterdessen hat China die Bemühungen der Impfstoffdiplomatie mit den Impfstoffen der chinesischen Firmen Sinovac und Sinopharm aktiv vorangetrieben. Laut einem chinesischen Regierungssprecher hat die KPC bereits COVID-19-Impfstoffe an mehr als 60 Länder geliefert.

Kritiker sehen darin den Versuch der KPC, ihre anfängliche Vertuschung der Pandemie, die zur weltweiten Ausbreitung des Virus führte, zu beschönigen. Kürzlich beschuldigte der Präsident des Europäischen Rates, Charles Michel, China, „zu Propagandazwecken“ weltweit „sehr begrenzte, aber gut publizierte“ Impfstoffprogramme durchzuführen.

Professor Steven Tsang, Direktor des China-Instituts an der School of Oriental and African Studies in London, erklärte in einem Interview mit britischen Medien, China verfolge mit seiner ‚Impfstoffdiplomatie‘, in erster Linie seine Soft Power zu stärken.

Das Regime wolle eine breitere Unterstützung von weniger wohlhabenden Ländern gewinnen, die nicht in der Lage sind, Impfstoff von einem der führenden westlichen Impfstoffhersteller zu erhalten.

Die geringe Bereitschaft der Chinesen, sich impfen zu lassen, hat in der internationalen Gemeinschaft Besorgnis ausgelöst. Nach Expertenzahlen beträgt die Impfrate in China rund 3,8 Prozent. Damit liegt sie deutlich unter der der USA, Israels und anderer Länder.

In den letzten Jahren wurden die Chinesen Zeugen zahlreicher Skandale um Impfstoffe und gefälschte Medikamente. In der Bevölkerung herrscht deshalb Skepsis bezüglich der Sicherheit und Wirksamkeit von in China hergestellten Impfstoffen.

Das Original erschien in The Epoch Times USA mit dem Titel: IOC Accepts CCP’s Offer of China-Made Vaccines; Team Japan Declines (deutsche Bearbeitung von mk)


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