Im Zentrum von Newcastle-upon-Tyne, im Nordosten Englands am 19. Dezember 2020.Foto: OLI SCARFF/AFP via Getty Images

Johnson: Mutation „bis zu 70 Prozent ansteckender“ – Italien: Lockdown bis 6. Januar

Epoch Times21. Dezember 2020 Aktualisiert: 21. Dezember 2020 14:35

„Ich muss Ihnen schweren Herzens sagen, dass Sie nicht wie geplant Weihnachten feiern können“, erklärte der britische Premierminister Boris Johnson am 19. Dezember. „Aber wenn sich die Fakten ändern, müssen wir leider auch die Maßnahmen ändern.“

Die neue Virus-Mutation sei ersten Erkenntnissen zufolge „bis zu 70 Prozent ansteckender“ als die bisher verbreitete Form. Die neue Variante des Coronavirus wird für einen starken Anstieg der Infektionszahlen im Süden Englands verantwortlich gemacht.

Nach Angaben von Virological.org (deutsch auch hier) scheint die „neue“ Mutation namens „B.1.1.7“ oder „VUI2020/12/01“ allerdings nicht so neu zu sein, sondern eine von 9.654 Mutation an 400 verschiedenen Orten im Genom von SARS-CoV-2 und mindestens schon drei Monate bekannt.

Neue Ausgangssperre ab heute in London und Südostengland

In London und Südostengland trat nach der Entdeckung einer neuen Variante des Coronavirus am Sonntag eine Ausgangssperre in Kraft. Um seine Ausbreitung einzudämmen, wurde das bisher dreistufige Corona-Alarmsystem um eine vierte Stufe erweitert: In London und Südostengland gilt seit Sonntag diese neue höchste Alarmstufe.

Die Menschen sind angewiesen, ihre Wohnungen nur noch in Ausnahmefällen zu verlassen. Alle Geschäfte, die nicht der Grundversorgung dienen, müssen schließen. Treffen dürfen sich nur noch zwei Menschen aus zwei Haushalten – und zwar nur im Freien.

Die verschärften Maßnahmen gelten mindestens bis zum 30. Dezember. Kneipen, Restaurants und Museen sind in den betroffenen Regionen bereits seit dem vergangenen Wochenende geschlossen.

Die neuen Maßnahmen bedeuten auch, dass sich rund ein Drittel der Menschen in England zu Weihnachten nicht mit Familie und Freunden treffen können.

Wenige Stunden nach Johnsons Rede kündigten die Niederlande ein Landeverbot für Passagiermaschinen aus Großbritannien an. Damit solle die Ausbreitung der neuen Corona-Variante verhindert werden, erklärte die Regierung in Den Haag. Die Regelung trat am Sonntagmorgen in Kraft und gilt bis zum 1. Januar. Nach Angaben der niederländischen Regierung wurde ein Fall der neuen Mutation, die offenbar besonders ansteckend ist, auch in den Niederlanden entdeckt.

Italien: Lockdown bis 6. Januar

Das ganze Land werde zur „roten Zone“ erklärt, kündigte Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte in der Nacht zum Samstag an. Die höchste Stufe der Corona-Maßnahmen trete am Montag in Kraft und gelte bis zum 6. Januar.

Das neue Dekret sieht vor, dass alle nicht für den täglichen Bedarf notwendigen Geschäfte sowie alle Restaurants geschlossen bleiben. Friseursalons, Wäschereien und Kioske dürfen jedoch weiterhin öffnen.

Jeder Haushalt soll nur einmal pro Tag die Möglichkeit haben, Verwandte oder Freunde zu besuchen. Reisen in eine andere Region sind verboten, dies gilt auch für Zweitwohnsitze. Ausnahmen von den Regeln sollen de facto nur aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen möglich sein. Religiöse Feste sind bis 22.00 Uhr gestattet.

Conte äußerte sich nach einer Kabinettssitzung, bei der das neue Dekret beschlossen wurde. „Unsere Experten befürchten, dass die Infektionskurve während der Weihnachtszeit ansteigen wird“, sagte er vor Journalisten.

Allerdings soll der harte Lockdown vom 28. bis 30. Dezember sowie am 4. Januar etwas gelockert werden. An diesen Tagen gilt in ganz Italien die zweithöchste Stufe der Corona-Einschränkungen. Dann sollen Geschäfte kurzzeitig öffnen können und die Fortbewegung innerhalb der jeweiligen Städte oder Gemeinden ohne Angabe von Gründen möglich sein. (afp/ks/er)



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