NEWSTICKER Beirut: Finanzminister auch zurückgetreten – Frankreich richtet Luft- und Seebrücke ein

Epoch Times8. August 2020 Aktualisiert: 10. August 2020 18:32
Tausende Menschen haben nach den verheerenden Explosionen in Beirut am Samstag im Stadtzentrum gegen die Regierung demonstriert. Die Menge hat mehrere Ministerien gestürmt. Ministerpräsident Diab kündigte Neuwahlen an.

Nach der Explosionskatastrophe in Beirut ist Finanzminister Ghazi Wazni als viertes Mitglied der Regierung zurückgetreten. Ghazi habe am Montag seinen Rücktritt eingereicht, teilte ein Vertreter seines Ministeriums mit. Zuvor hatten bereits Justizministerin Marie-Claude Najm, Informationsministerin Manal Abdel Samad und Umweltminister Damianos Kattar als Konsequenz aus der Katastrophe ihren Rücktritt verkündet.

Informationsministerin tritt zurück

Nach der Explosionskatastrophe in Beirut ist die libanesische Informationsministerin Manal Abdel Samad zurückgetreten. Sie reichte am Sonntag als erstes Kabinettsmitglied ihren Rücktritt ein.

„Nach der gewaltigen Katastrophe in Beirut erkläre ich meinen Rücktritt aus der Regierung“, sagte Samal in einer kurzen Stellungnahme. „Ich bitte die Libanesen um Entschuldigung. Wir sind ihren Erwartungen nicht gerecht geworden“, fügte sie hinzu.

Frankreich richtete eine Luft- und Seebrücke ein

Frankreich richtete eine Luft- und Seebrücke ein, um den Libanon mit Hilfsgütern zu versorgen. Wie das französische Außenministerium am Samstagabend mitteilte, sollen insgesamt mehr als 18 Tonnen Medikamente und fast 700 Tonnen Lebensmittel nach Beirut gebracht werden. Momentan sind acht Hilfsflüge und zwei Schiffslieferungen geplant.

Erste französische Hilfsflüge waren schon am Mittwoch, dem Tag nach der Katastrophe, in den Libanon gestartet. Am Samstag hob eine A400M-Frachtmaschine der französischen Luftwaffe ab. Zwei weitere Maschinen sollen am Sonntag und am Montagmorgen nach Beirut fliegen.

Am Dienstag hatten zwei gewaltige Explosionen die libanesische Hauptstadt Beirut erschüttert. Nach Behördenangaben wurden dabei mehr als 150 Menschen getötet und mehr als 6000 weitere verletzt.

Bei einer von Frankreich und der UNO organisierten Videokonferenz sollen am Sonntagnachmittag Spenden für die humanitäre Nothilfe in dem ehemaligen Bürgerkriegsland gesammelt werden.

Samstag, 8. August

Beirut-Proteste im Newsticker

Die libanesische Armee hat die Besetzung des Außenministeriums in Beirut nach drei Stunden beendet. Soldaten räumten am Samstagabend das Gebäude, wie AFP-Reporter beobachteten. Hunderte von ehemaligen Armeeoffizieren angeführte Demonstranten hatten das Ministerium am Nachmittag gestürmt und zum „Hauptquartier der Revolution“ ausgerufen.

Auch das Energie- und das Wirtschaftsministerium sowie der Sitz des libanesischen Bankenverbandes wurden gestürmt. Wütende Demonstranten legten Feuer am Sitz des Bankenverbands, bevor sie von der Armee zurückgedrängt und die Flammen gelöscht wurden, wie ein AFP-Fotograf beobachteten.

Demonstranten stürmen Ministerien

Wütende Demonstranten haben nach dem Außen- auch das Energieministerium und das Handelsministerium in der libanesischen Hauptstadt Beirut gestürmt. Fernsehbilder zeigten am Samstagabend, wie wütende Menschen in die Gebäude eindrangen. Zuvor hatten hunderte von ehemaligen Militärs angeführte Demonstranten bereits das Außenministerium besetzt und zum „Hauptquartier der Revolution“ ausgerufen.

Auch der Sitz des libanesischen Bankenverbandes wurde gestürmt. Wütende Demonstranten legten Feuer, bevor sie von der Armee zurückgedrängt und die Flammen gelöscht wurden, wie ein AFP-Fotograf beobachteten.

Geschehnisse in Beirut:

Am Rande der Demonstrationen kam nach Polizeiangaben ein Polizist ums Leben. Der Beamte habe mehreren in einem Hotel festsitzenden Menschen geholfen, als er aus einer Menschenmenge angegriffen worden und tödlich gestürzt sei, erklärte die Polizei im Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Diab kündigt Neuwahlen an

Vier Tage nach der Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut eskaliert die Lage im Libanon. Ministerpräsident Hassan Diab kündigte am Samstag an, Neuwahlen herbeiführen zu wollen. Zuvor hatten Protestler das Gebäude des Außenministeriums im Beiruter Stadtteil Aschrafiyya besetzt.

Von ehemaligen Armeeoffizieren angeführte Protestierende drangen in das Gebäude ein und erklärten es zum „Hauptquartier der Revolution“, wie in Live-Aufnahmen örtlicher Fernsehsender zu sehen war. Zuvor waren tausende Menschen durch die Stadt marschiert, um nach der Explosionskatastrophe vom Dienstag gegen die Regierung zu protestieren.

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Die Beiruter gingen auf die zerstörten und mit Trümmern übersäten Straßen, um ihrer Wut auf die politische Elite Luft zu machen. „Rache, Rache bis zum Sturz des Regimes“, skandierten sie. Viele Demonstranten hielten Flaggen oder Fotos von Unglücksopfern in die Höhe.

Polizei setzt Tränengas ein

Vereinzelt schwenkten Protestierende auch Schlingen, auf dem Märtyrer-Platz im Zentrum von Beirut waren bereits am Freitag hölzerne Guillotinen errichtet worden. Protestaufrufe in Onlinenetzwerken wurden mit dem Hashtag #HangThem (#HängtSie) versehen. Sicherheitskräfte versuchten die Demonstranten auf dem Weg zum Parlamentsgebäude zurückzudrängen, die Polizei setzte Tränengas gegen Steinewerfer ein.

Viele Libanesen, die der politischen Elite schon seit langem Korruption und Unfähigkeit vorwerfen, machen die Regierung für die verheerenden Explosionen am Dienstag mit mehr als 150 Todesopfern verantwortlich. Der Libanon steckt schon seit Jahren in einer schweren Wirtschafts- und Währungskrise, die durch die Corona-Pandemie noch verschärft wurde.

Demonstrantin: „Wir können es nicht mehr ertragen“

„Wir können es nicht mehr ertragen. Wir werden als Geiseln gehalten, wir können das Land nicht verlassen, wir können unser Geld nicht von den Banken abheben. Die Menschen hungern, es gibt mehr als zwei Millionen Arbeitslose“, beklagte die Demonstrantin Médéa Azoury. „Und jetzt ist Beirut durch Fahrlässigkeit und Korruption vollständig zerstört worden.“

Am Dienstag hatten zwei gewaltige Explosionen den Hafen von Beirut erschüttert. Nach Regierungsangaben waren 2750 Tonnen Ammoniumnitrat explodiert, die jahrelang ungesichert in einer Halle im Hafen lagerten. Die Ursache der Explosionen ist noch unklar. 21 mutmaßliche Verantwortliche wurden festgenommen.

Die Zahl der Todesopfer der Explosionen stieg am Samstag nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf 158, die der Verletzten auf mehr als 6000. 21 Menschen werden demnach noch vermisst. (afp/dpa/dts/so)

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