EZBFoto: über dts Nachrichtenagentur

Ökonomen rufen EZB zur Abschreibung von Staatsschulden über 2,5 Billionen Euro auf

Epoch Times5. Februar 2021 Aktualisiert: 5. Februar 2021 21:28

Mehr als hundert Wirtschaftswissenschaftler haben die Europäische Zentralbank (EZB) in einem offenen Brief zu einem massiven Schuldenschnitt für die EU-Staaten aufgefordert. Die EZB solle staatliche Schuldtitel in Höhe von insgesamt 2,5 Billionen Euro abschreiben, heißt es in einem am Freitag in mehreren europäischen Medien veröffentlichten Schreiben. Die Staaten sollten stattdessen Mittel in gleicher Höhe in den ökologischen Umbau der Wirtschaft und soziale Projekte stecken.

„25 Prozent unserer Schulden schulden wir mit anderen Worten uns selbst, und wenn wir diesen Betrag zurückerstatten wollen, müssen wir dieses Geld woanders finden“, schreiben die Autoren in dem Text, der unter anderem von der Wochenzeitschrift „Der Freitag“ veröffentlicht wurde. Alternativen zu einem Schuldenerlass seien neue Kredite im Rahmen einer Umschuldung, Steuererhöhungen oder Ausgabenkürzungen. Zu den Unterzeichnern gehört unter anderem der bekannte französische Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty.

Der Schuldenschnitt wäre den Forschern zufolge auch ein massives Konjunkturpaket für Europa nach der Corona-Krise. Die Autoren betonten, dass es für den von ihnen vorgeschlagenen Schuldenerlass keine rechtlichen Hindernisse gebe. Vielmehr sei er eine Frage des politischen Willens.

EZB-Vizepräsident Luis de Guindos äußerte sich am Freitag kritisch zu dem Vorschlag. Ein Schuldenerlass hätte negative Folgen für „Reputation, Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit“ der Notenbank. (afp)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion