TikTok muss in Großbritannien Millionenstrafe zahlen – Kinderdaten missachtet

Das Verbot ist eindeutig: Kinder unter 13 Jahren dürfen keinen TikTok-Account eröffnen. Aber es scheint, als ob das Netzwerk seine eigenen Regeln nicht ernst nimmt. Denn im Jahr 2020 konnten über eine Million britische Kinder genau das tun.
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TikTok hat es laut britischen Behörden versäumt, angemessene Kontrollen durchzuführen, um minderjährige Kinder zu identifizieren und von seiner Plattform zu entfernen.Foto: iStock
Epoch Times5. April 2023

Wegen Missachtung des Datenschutzes für Kinder muss TikTok in Großbritannien 12,7 Millionen Pfund (14,54 Millionen Euro) Strafe zahlen. Das Unternehmen habe zugelassen, dass im Jahr 2020 bis zu 1,4 Millionen Kinder unter 13 Jahren im Land einen Account eröffnet hätten.

Das teilte die britische Datenschutzbehörde Information Commissioner’s Office mit. Persönliche Daten von Kindern seien zudem ohne elterliche Einwilligung genutzt worden, obwohl britisches Recht das vorschreibe.

„TikTok hat es auch versäumt, angemessene Kontrollen durchzuführen, um minderjährige Kinder zu identifizieren und von seiner Plattform zu entfernen“, hieß es weiter. Zwar hätten einige leitende Angestellte intern Bedenken geäußert, doch habe das Unternehmen nicht angemessen reagiert.

„TikTok hätte es besser wissen müssen. TikTok hätte es besser machen müssen“, sagte Behördenchef John Edwards. „Unsere Strafe über 12,7 Millionen Pfund spiegelt die schwerwiegenden Auswirkungen wider, die ihre Fehler möglicherweise hatten.“

TikTok mit Strafe nicht einverstanden

Ursprünglich hatte die Behörde sogar 27 Millionen Pfund Strafe verhängt. Nach Einwänden von TikTok sei aber entschieden worden, „die vorläufigen Erkenntnisse in Bezug auf die rechtswidrige Verwendung“ einiger Datenkategorien nicht weiterzuverfolgen. TikTok begrüßte in einer Reaktion, dass der Betrag gesenkt wurde, betonte aber, man sei mit der Strafe nicht einverstanden und prüfe die Entscheidung.

TikTok investiere viel Geld, um Kinder unter 13 Jahren von der Plattform fernzuhalten, sagte eine Sprecherin dem „Wall Street Journal“.

Mittlerweile hat die Aufsicht einen Kodex zum Schutz von Kindern in der digitalen Welt veröffentlicht. Die Vorschriften richten sich an Onlinedienste wie Apps, Spieleplattformen und Social-Media-Seiten. (dpa/red)



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