Berliner Polizeipräsident Kandt entlassen: „Ich bin sehr überrascht, aber akzeptiere diese Entscheidung“

Epoch Times26. Februar 2018 Aktualisiert: 26. Februar 2018 17:16
"Ich wurde heute Morgen zum Innensenator einbestellt und in den Ruhestand versetzt", sagte der Berliner Polizeipräsident Klaus Kandt.

Der Berliner Polizeipräsident Klaus Kandt wird abgelöst. „Ich wurde heute Morgen zum Innensenator einbestellt und in den Ruhestand versetzt“, sagte Kandt der „Welt“ (Dienstagsausgabe).

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) erklärte seine Entscheidung:

Ich habe das getan mit Blick auf den Donnerstag, 1. März 2018. An diesem Tag wird auch die bisherige Polizei-Vize-Präsidentin Koppers neue Generalstaatsanwältin von Berlin und der erste März gibt mir insofern die Möglichkeit, eine Zäsur bei der Polizei Berlin herbeizuführen,“ sagte Geisel bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt.

Er wolle einen Neuanfang der Berliner Polizei mit einer neuen Doppelspitze, so Geisel weiter. Nach dem vergangenen Jahr, dass vor allem im Zeichen der Aufarbeitung der Versäumnisse im Falle des Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri stand, habe er kein Vertrauen, dass Kandt die Kraft habe, als Erneuerung wahrgenommen zu werden, so der Innensenator.

Kandt wird ab März von Michael Krömer, Chef der Polizeidirektion 5 vertreten. Bis dahin leitet Kandts Stellvertreterin, die künftige Berliner Generalstaatsanwältin Margarete Koppers, die Behörde. Geisel sagte, er hoffe bis Mitte April einen Nachfolger berufen zu können. Er habe bereits einen Kandidaten im Hinterkopf.

Geisel sagte, der Wechsel von Koppers gebe Gelegenheit für einen Neustart mit einer neuen Doppelspitze. Der Innensenator bedankte sich bei dem 57-jährigen Kandt für eine „selbstkritische und schonungslose“ Aufarbeitung von Fehlern der Vergangenheit.

Kandt: „Ich bin sehr überrascht“

Ihn habe diese Entscheidung sehr überrascht, sagte der bisherige Berliner Polizeipräsident. „Meine Behörde ist gut aufgestellt, wir stehen finanziell gut da.“ In der nächsten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) werde die Ernte seiner Arbeit eingefahren.

Indirekt übte der Polizist Kritik an der Entscheidung: „Ich bin sehr überrascht, aber akzeptiere diese politische Entscheidung.“ Er brauche nun ein paar Tage, „um zu sondieren, wie mein Leben weitergeht“.

 

Der frühere SEK-Teamführer Kandt hatte auf verschiedenen Führungsposten in Brandenburg und Berlin Karriere gemacht, bevor er im Sommer 2008 Präsident der Bundespolizeidirektion Berlin wurde. Der damalige Innensenator Frank Henkel (CDU) ernannte das CDU-Mitglied im Dezember 2012 zum Berliner Polizeipräsidenten.

(dts/reuters/as)

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