Rapper Bushido vor Gericht.Foto: Rainer Keuenhof - Pool/Getty Images

Bushido spricht vor Gericht von Einschüchterung und Zwang durch seinen Ex-Geschäftspartner Clanchef Arafat A.C.

Epoch Times31. August 2020 Aktualisiert: 31. August 2020 22:17

Beim zweiten Verhandlungstag gegen einen Berliner Clanchef hat Rapper Bushido den Beginn der gemeinsamen Geschäftsbeziehungen  geschildert. Dem Vorsitzenden Richter am Berliner Landgericht, Martin Mrosk, erzählte Bushido am Montag, er sei bei den ersten Treffen mit dem Clanchef Arafat A.C. „total eingeschüchtert“ gewesen. Zu der wirtschaftlichen Beteiligung des Clanchefs an seinem Vermögen sei er gezwungen worden.

2017 erklärte Bushido nach eigenen Angaben die Auflösung der privaten und beruflichen Beziehungen zu Arafat A. C. Das soll dieser nicht akzeptiert haben. Nun stehen der Clanchef und drei seiner Brüder unter anderem wegen Nötigung und Körperverletzung vor Gericht.

Der Vorwurf: Auch als Bushido seinem ehemaligen Geschäftspartner bis zu zweieinhalb Millionen Euro und eine andauernde Beteiligung an seinem Musikgeschäft angeboten habe, habe dieser abgelehnt und den Rapper unter Druck gesetzt.

Bereits beim ersten Kennenlernen im Sommer 2004 habe Arafat A.C. „düster und unnahbar“ gewirkt, berichtete der Rapper in der Verhandlung. Zuvor hatte sich Bushido mit seinem damaligen Plattenlabel Aggro Berlin überworfen. Als er den Konflikt nach eigenen Angaben nicht zu lösen vermochte, suchte er damals Hilfe bei dem Clanchef. Dieser habe im Anschluss umgehend eine Gegenleistung gefordert, erzählte Bushido vor Gericht.

Die Angebotene Summe von 20.000 Euro habe Arafat A.C. ausgeschlagen. Bushido zufolge sei er „laut und dominant“ aufgetreten und habe Bushido als „undankbar“ beschimpft.

Bushido gab an, Arafat A.C. zu diesem Zeitpunkt kaum gekannt zu haben. Er sei „total eingeschüchtert“ gewesen. Schließlich habe er eingewilligt, 30 Prozent von „allem was er habe und jemals verdienen würde“, an den Clanchef abzugeben. Dass er die Forderung absurd fand, habe er sich nicht getraut zu sagen.

Der Richter ließ Zweifel an Bushidos Darstellung durchblicken. Der Zwang, den Bushido schildere, empfinde er als widersprüchlich zu der „dicken Freundschaft“, die nach außen signalisiert wurde, sagte der Vorsitzende Richter am Ende des zweiten Verhandlungstages. Bushido wollte aber nicht bestätigen, dass er ein freundschaftliches Verhältnis zu Bushido gehabt habe.

Im weiteren Prozessverlauf soll es detaillierter um die geschäftlichen Beziehungen zwischen Arafat A.C. und Bushido gehen. Für den Prozess mit starken Sicherheitsvorkehrungen sind mehr als 20 Termine bis Ende November vorgesehen. (afp)



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