Ab 2020 sind Geschäfte dazu verpflichtet, ihren Kunden Kassenbons auszudrucken.Foto: Lucas Bäuml/dpa/dpa

Handwerkspräsident hält Bonpflicht für „Blödsinn“

Epoch Times22. Dezember 2019 Aktualisiert: 23. Dezember 2019 6:48
"Die Aufregung über die Bonpflicht halte ich für vorgeschoben. Es geht um Umsatzsteuerbetrug in Milliardenhöhe – jedes Jahr", sagt Finanzminister Scholz. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer sieht das ganz anders.

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer hat die zum Jahresbeginn geplante Bonpflicht als „Blödsinn“ bezeichnet. „Die Betriebe fühlen sich gegängelt und vorgeführt“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Unternehmen müssten viel in die neuen elektronischen Kassen investieren.

Mit einer technischen Sicherungseinrichtung werde jeder Kassenvorgang unveränderbar erfasst – dann müssten aber nicht noch zusätzlich Bons ausgeben werden. Mit der Bonpflicht soll Steuerbetrug etwa durch manipulierte Ladenkassen bekämpft werden.

Finanzminister verteidigt Bonpflicht

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat die zum Jahreswechsel kommende Kassenbon-Pflicht als Maßnahme für mehr Steuergerechtigkeit verteidigt. „Die Aufregung über die Bonpflicht halte ich für vorgeschoben. Es geht um Umsatzsteuerbetrug in Milliardenhöhe – jedes Jahr“, sagte Scholz.

Manche Händler oder Gastronomen würden die vom Kunden kassierte Umsatzsteuer nicht an den Staat weitergeben. „Dafür werden Kassen manipuliert, Umsätze nicht richtig verbucht oder später wieder ausgebucht. Das kann sich unser Land nicht gefallen lassen.“

Der SPD-Politiker zeigte sich über die massiven Proteste gegen die zum 1. Januar 2020 in Kraft tretende Regelung verwundert. Kritiker beklagen die Massen an Thermo-Papier, die für das Ausdrucken der Bons an Ladenkassen, Kiosken und Bars benötigt werden.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) klagte über Bürokratismus und regte Ausnahmen an. Scholz will davon nichts wissen. Die Bonpflicht komme für niemanden überraschend.

Der Bundestag habe schließlich vor mehr als drei Jahren ein Gesetz beschlossen, „das diesen Betrug einen Riegel vorschiebt und fälschungssichere Registrierkassen vorschreibt“. Damit solle sichergestellt werden, dass jeder Umsatz gebucht sei.

„Dafür muss es einen Bon geben, entweder auf Papier oder als E-Mail. Alle Beteiligten hatten sehr viel Zeit, sich auf die neue Rechtslage einzustellen“, so der Finanzminister. (dts/dpa)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion