Ein Forscher arbeitet an der Virusvermehrung, um am 26. März 2020 in Belo Horizonte, Bundesstaat Minas Gerais, Brasilien, einen Impfstoff gegen das Coronavirus COVID-19 zu entwickeln.Foto: DOUGLAS MAGNO/AFP über Getty Images

„Herdenimmunität“ erst nach Jahren erreicht – Impfungen keine verlässliche Lösung

Von 11. Mai 2020 Aktualisiert: 11. Mai 2020 13:54
Ein gemeinsamer Forschungsbericht zum SARS-CoV2-Ausbruch in Deutschland und seiner Ausbreitungsdynamik durch die renommiertesten Forschungseinrichtungen des Landes bildet die Grundlage für das Regierungshandeln. Laut dem Bericht sei die Situation nicht stabil. „Selbst eine nur kleine Erhöhung der Reproduktionszahl würde uns zurück in eine Phase des exponentiellen Wachstums führen“, so die Forscher.

Vier große deutsche Forschungseinrichtungen – die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Leibniz-Gemeinschaft und die Max-Planck-Gesellschaft – gaben am 28. April 2020 eine gemeinsame Stellungnahme ab.

In ihr präsentieren sie die Ergebnisse ihrer mathematischen Analysen der Datenlage zum Infektionsgeschehen von SARS-CoV-2 und der Ausbreitungsdynamik in Deutschland. Sie stellen die Grundlage für das jetzige Regierungshandeln dar. Die Analysen wurden unabhängig voneinander durchgeführt. Eine Aussage ist daher, dass unterschiedliche Modelle zu ähnlichen Ergebnissen führten. So lag die Reproduktionszahl bei dem neuartigen Virus – seit Ende März – leicht unter dem Faktor 1.

Forscher: „Situation ist nicht stabil“

Für die Forschungseinrichtungen zeigt sich ein klarer Rückgang der Neuinfektionen. Laut den Wissenschaftlern sind der Grund dafür die im März eingeführten Maßnahmen der Regierung und der Verhaltensanpassungen der Bevölkerung.

Gleichzeitig erklären sie, dass die Situation nicht stabil sei.

Selbst eine nur kleine Erhöhung der Reproduktionszahl würde uns zurück in eine Phase des exponentiellen Wachstums führen.“

Die Forscher bauen langfristig auf einen Impfstoff gegen den KPCh-Virus* (Wuhan-Lungenseuche). Bis dahin müsse ihrer Meinung nach die Reproduktionszahl weiterhin unter 1 gehalten werden.

Weltweit 121 Impfprojekte zu Corona-Impfstoff

Laut dem Verband forschender Arzneimittelhersteller gibt es derzeit weltweit mindestens 121 Impfstoffprojekte, die an einem Impfstoff gegen COVID-19 arbeiten.

Mit dabei sind die großen namhaften Pharmakonzerne wie Sanofi, GSK, Novavax, Janssen (Johnson&Johnson), Bayer und Merck. Dabei geht es sowohl um konventionell hergestellte Lebendimpfstoffe mit Vektorviren als auch biogenetisch hergestellte Mittel, also DNA- und mRNA-Impfstoffe.

Dabei gehen Impfexperten wie Prof. Tino Schwarz, Chefarzt des Instituts für Labormedizin und des Impfzentrums am Klinikum Würzburg Mitte, von mindestens drei Jahren aus, bis ein fertiger Corona-Impfstoff auf den Markt kommen kann.

Dass dieser Zeitraum durch Sonderbestimmungen, also „Abkürzungen“ bei der Zulassungsprozedur verkürzt wird, hält er entsprechend einer Nutzen-Risiko-Abwägung bei einer COVID-19-Sterblichkeitsrate von gerade einmal zwei Prozent für unwahrscheinlich.

Zudem sei für Schwarz völlig unklar, wen man überhaupt impfen solle: Die ganze Bevölkerung, obwohl sie gar nicht betroffen ist? Das wäre völlig abstrus, so der Mediziner. „Vor allem stellt sich die Frage, wer überhaupt bereit wäre, sich einen völlig neuartigen Impfstoff verabreichen zu lassen, ohne ein besonderes Ansteckungsrisiko zu haben“, zitiert ihn das „ZDF“.

Masernimpfung bedeutet nicht unbedingt Masern-Immunität

Gleichzeitig zeigen Untersuchungen von immer mal wieder auftretenden Masernausbrüchen in Deutschland, dass Masern-Impfungen nicht unbedingt zu einer Masern-Immunität führen. So ergaben Untersuchungen, dass unter den neuen Maserninfektionen in Deutschland immer auch Menschen waren, die ein- oder zweimal gegen Masern geimpft wurden.

Dies zeigte zum Beispiel der Masernausbruch in Hildesheim im März 2019. Als die Epoch Times damals nachfragte, lagen im Landkreis Hildesheim 32 labordiagnostisch bestätigte Masernerkrankungen vor. Von den 32 an Masern Erkrankten waren 20 ungeimpft, fünf einmal und sieben zweimal geimpft, wie das Gesundheitsamt in Hildesheim bekannt gab.

Hingegen zeigt sich bei Menschen, die eine Masernerkrankung tatsächlich durchlebt haben in der Regel eine lebenslange Immunität gegen die Erkrankung, die zumindest bei Kindern fast durchweg unproblematisch verläuft.

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Forschungsbericht: „Herdenimmunität“ erst nach Jahren erreicht

Um eine „Herdenimmunität“ zu erreichen wäre ein Zeitraum von einigen Jahren notwendig, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Bei SARS-CoV-2 spricht beispielsweise der Virologe Christin Drosten, der die Bundesregierung berät, von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung, die sich dafür infizieren und anschließend immun gegen das Virus sein müsste damit sich SARS-CoV-2 nicht weiter verbreitet.

Das bedeutet laut den wissenschaftlichen Einrichtungen, dass einschränkende Maßnahmen bei einer solchen Strategie über den gesamten Zeitraum aufrechterhalten werden müssten. Aus ihrer Sicht erscheint entsprechend den Datenmodellen eine zweiphasige Strategie als sinnvoll.

In der ersten Phase sollten die Neuinfektionen weiter reduziert werden bis eine effektive Kontaktverfolgung möglich sei. In der zweiten Phase schließt sich eine angepasste Strategie auf der Basis niedriger Zahlen von Neuinfektionen an. Entsprechend der Zahl an Neuinfektionen könnten dann – auf die örtlichen Verhältnisse zugeschnitten – Maßnahmen aufgehoben werden.

Auf eine alternative Strategie, um das Erreichen der „Herdenimmunität“ zu beschleunigen, ging Kanzleramtschef Helge Braun Ende April ein. Der vormals als Humanmediziner tätige Regierungsbeamte erklärte damals dpa gegenüber: „Um nur die Hälfte der deutschen Bevölkerung in 18 Monaten zu immunisieren, müssten sich jeden Tag 73.000 Menschen mit Corona infizieren.“

So hohe Zahlen würde unser Gesundheitssystem nicht verkraften und könnten auch von den Gesundheitsämtern nicht nachverfolgt werden. Die Epidemie würde uns entgleiten, führte Braun aus. Daher befürworte er die Strategie, Ansteckungen zu vermeiden und bezüglich der Immunität auf die Einsatzfähigkeit eines Impfstoffs zu warten.

Die jetzige Strategie ähnelt der bei den Masern. So soll ein Teil der Bevölkerung in Deutschland zur „Herdenimmunität“ beitragen, weil sie die Masern hatten. Der andere Teil soll anscheinend dieselbe Immunität erreichen, wenn ein Großteil von ihnen geimpft wurde.

Doch ob tatsächlich ein wirksamer Impfstoff gegen SARS-CoV-2 entwickelt werden kann, ist völlig offen. Bislang fand man gegen keines der für Menschen infektiösen Coronaviren einen Impfstoff. Dies gilt sowohl für Erkrankungen mit schweren Verläufen bei SARS- und MERS-Viren als auch für relativ harmlose wie Erkältungsviren, die zur Coronaviren-Familie gehören.

*Anmerkung der Red.: Die Epoch Times bezeichnet das neuartige Coronavirus, das die Krankheit COVID-19 verursacht, auch als KPCh-Virus, weil die Vertuschung und das Missmanagement der Kommunistischen Partei Chinas es dem Virus ermöglichten, sich in ganz China auszubreiten und eine globale Pandemie zu verursachen. Mehr dazu: Leitartikel: Dem Virus den richtigen Namen geben