Hygiene-Experte warnt vor Tönnies-Fleisch: „Das Fleisch ist brandgefährlich“

Epoch Times19. Juni 2020 Aktualisiert: 20. Juni 2020 10:05
Die Quote ist hoch: auf 1.100 Corona-Tests kommen 730 Infizierte. Der Aufwand, alle Tests durchzuführen, ist für Landrat Sven Georg Adenauer nach dem Corona-Ausbruch im Fleischbetrieb Tönnies nur noch mit großer Unterstützung zu bewältigen. Aber es gibt noch andere Probleme.

730 Neuinfektionen sind nach dem Auftreten eines Infektionsherdes im Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gemeldet worden, 7.000 Menschen wurden unter Quarantäne gestellt. Eine „Mammutaufgabe“, vor der Landrat Sven Georg Adenauer nach eigenen Angaben steht. Aus diesem Grund hat er die Hilfe der Bundeswehr angefordert. Sie soll bei der Durchführung der Corona-Tests helfen, denn die Mitarbeiter vom Roten Kreuz und Malteser Hilfsdienst stießen bereits an ihre Grenzen.

Für den Landrat gelte es nun unter anderem, Kinder vor einer Infektion zu schützen. Insoweit verteidigte er die erneute Schließung von Kitas und Schulen.

Adenauer geht davon aus, dass in dem Fleischbetrieb die Bedingungen für die Entwicklung des Virus günstig gewesen seien. Hohe Luftfeuchtigkeit und niedrige Temperaturen, dazu ein Abstandsgebot, das wahrscheinlich missachtet wurde. Auf der anderen Seite gebe es noch die Theorie, dass viele der Angestellten nach Öffnung der EU-Grenzen nach Hause gefahren und das Virus eingeschleppt hätten.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung werden bei Tönnies zwar vorerst keine lebenden Schweine mehr angeliefert, aber die bereits 40.000 geschlachteten Tiere werden noch bis zum Wochenende verarbeitet. Hygiene-Arzt Professor Klaus-Dieter Zastrow sagte dazu: „Das Fleisch ist brandgefährlich“. Man könne jetzt nicht einfach die aktuelle Produktion abverkaufen, damit gehe „eine richtige Viruswelle“ über das Land. Wenn das Fleisch nicht stark erhitzt würde, könne man es nicht mehr verwenden. Erst die Hitze in der Pfanne deaktiviere das Virus.

Weiter riet Zastrow, keine Fleischprodukte aus der betroffenen Produktionsstätte in den Verkehr zu bringen. „Sonst muss man die Verbraucher generell vor Tönnies-Fleisch warnen, weil der Kunde nicht nachvollziehen kann, wo die Produkte herkommen.“

Kein kompletter Lockdown

Einen kompletten Lockdown will Adenauer aktuell noch nicht durchsetzen, auch wenn darüber im Krisenstab „intensiv nachgedacht“ werde. Zwar sei die Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro Woche erreicht, allerdings begrenze sich der Ausbruch auf ein bestimmtes Unternehmen. „Wir haben bisher, wenn wir die Entwicklungen bei Tönnies nicht hätten, ein völlig normales Geschehen im Kreis Gütersloh wie in anderen Kreisen in Deutschland auch“, schildert der Landrat.

Eine „verdammt schwierige Geschichte“ sei es nun, die 7.000 in Quarantäne befindlichen Menschen zu überwachen. Das ging nur mit Hilfe der örtlichen Ordnungsbehörden und Kommunen im Kreis Gütersloh.

Adenauer geht davon aus, dass die gesamte Fleischindustrie sich anders aufstellen müsse. Die Politik habe schließlich angekündigt, dass sie gegen Werkverträge vorgehen wolle. Er hält die Corona-Krise für einen guten Moment, das Geschäftsmodell der Fleischindustrie, das nachweislich auf Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt beruht, zu beenden. (sua)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Unsere Buchempfehlung

Krankheiten wie COVID-19, Katastrophen und seltsame Naturereignisse machen den Menschen aufmerksam: etwas läuft schief. Es läuft tatsächlich etwas sehr schief. Die Gesellschaft folgt - verblendet vom "Gespenst des Kommunismus" - einem gefährlichen Weg.

Es ist der Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen, zwischen dem Göttlichen und dem Teuflischen, die in jedem Menschen wohnen.

Dieses Buch schafft Klarheit über die verworrenen Geheimnisse der Gezeiten der Geschichte – die Masken und Formen, die das Böse anwendet, um unsere Welt zu manipulieren. Und: Es zeigt einen Ausweg. „Chinas Griff nach der Weltherrschaft“ wird im Kapitel 18 des Buches „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ analysiert. Hier mehr zum Buch.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

Das dreibändige Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Es analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion