Kekulé und Fuest fordern Mundschutzpflicht statt Ausgangssperre

Epoch Times1. April 2020 Aktualisiert: 2. April 2020 15:45
"Es ist aber keine Option, Europa ein Jahr lang oder auch nur sechs Monate im Lockdown zu halten", sagte der Virologe Alexander Kekulé. Gemeinsam mit Ökonom Clemens Fuest plädiert er für eine Mundschutzpflicht.

Der Virologe Alexander Kekulé und der Ökonom Clemens Fuest plädieren gemeinsam für einen baldigen Ausstieg aus dem Lockdown in Deutschland – und stattdessen für eine Mundschutzpflicht.

„Es ist aber keine Option, Europa ein Jahr lang oder auch nur sechs Monate im Lockdown zu halten“, sagte Kekulé der „Zeit“. In drei bis vier Wochen könnte man beginnen, zu öffnen. Bis dahin brauche man allerdings eine Strategie.

Clemens Fuest warnte davor, dass die wirtschaftlichen Kosten des Lockdowns im Zeitablauf überproportional steigen. „Den Lockdown nach einem Monat um eine Woche zu verlängern, ist schon teuer, aber wenn das nach drei Monaten kommt, ist es ungleich teurer“, sagt Fuest der „Zeit“.

Beide sprechen sich für eine Mundschutzpflicht aus. „Es braucht etwas, damit Menschen wieder bereit sind, zur Arbeit zu gehen“, sagt Fuest. Masken könnten so etwas sein. Wenn man vorschreibe, dass flächendeckend einfache Masken zu tragen seien, das wäre nicht nur medizinisch ein Schutz, sondern auch ein „Signal, sich wieder rauszutrauen.“

RKI in Kritik

Kekulé kritisiert die Haltung der Behörden zum Mundschutz. „Ich finde es ganz fürchterlich, dass das Robert-Koch-Institut immer noch daran festhält, dass diese Masken nichts brächten. Das stimmt nicht: Erst einmal schützt man andere. Zum anderen schützt man sich selbst.“

In der Pressekonferenz am 31. März hatte RKI-Chef Lothar Wieler im Hinblick auf die in Österreich eingeführte Maskenpflicht, geäußert, dass der Mund-Nasen-Schutz nicht seinen Träger, sondern andere Menschen vor Infektionen schütze. Gleichzeitig betonte er: „Das ist sinnvoll und das empfehlen wir seit Anfang an.“

Recherchen der Epoch Times ergaben jedoch, dass das RKI seit Beginn der Corona-Krise der Bevölkerung ausdrücklich vom Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes abgeraten hatte.

So sagte beispielsweise RKI-Vize Lars Schaade in einer Pressekonferenz am 28. Februar: „Wir empfehlen ebenfalls nicht die Benutzung von Gesichtsmasken oder Mund-Nasen-Schutz in der allgemeinen Öffentlichkeit oder im Alltagsleben.“ Ebenso empfiehlt das RKI nach wie vor einfaches Händewaschen. Hingegen gibt es Experten, die betonen, wie wichtig es ist, die Hände zu desinfizieren.

Der Städte- und Gemeindebund hält eine allgemeine Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus zu einem späteren Zeitpunkt für denkbar. „Wenn – wie wir alle hoffen – die Produktion derartiger Masken in Deutschland anläuft und Masken überall für Jeden erhältlich sind, kann dies bei einer möglichen Exit-Strategie aus den derzeit bestehenden Beschränkungen eine Rolle spielen“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg. (dts/sua)

 

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