Merkel in Bürgerdialog: Nicht leichtfertig mit Demokratie und Frieden umgehen

Epoch Times19. März 2019 Aktualisiert: 19. März 2019 16:48

Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte bei einem Bürgerdialog in Bremerhaven am Montagabend davor, leichtfertig mit Demokratie und Frieden umzugehen.

Weltweit und in der EU gebe es die Tendenz zu fragen, ob es noch gut sei, zusammenzuarbeiten oder ob man sich alleine besser stelle, so Merkel. Vielleicht gebe es diese gefährliche Tendenz, weil 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges der Frieden selbstverständlich geworden sei, meinte die Kanzlerin.

Merkel verweist auf „großartige Arbeit in Krankenhäusern“

Die Anwesenden hatten 95 Minuten lang die Möglichkeit, Fragen an die Kanzlerin zu stellen. Themen, die den Besuchern unter den Nägeln brannten, waren vor allem Gesundheit und Bildung.

Merkel wies mehrmals auf die „großartige Arbeit hin, die in Krankenhäusern geleistet wird“, berichtete der Lokalsender „buten un binnen“.

Corinna Grill, Lehrerin für Pflegeberufe in Bremerhaven, betonte jedoch die Mängel in den Kliniken. Grill hat auch konkrete Vorstellungen, wie man eine Verbesserung erreichen kann:

Man müsste das alles auf den Kopf stellen. Die Privatisierung müsste wieder umgekehrt werden, das ganze System müsste man umkrempeln. Aber das macht ja kein Politiker, weil es Stimmen kostet.“

Merkel argumentierte dagegen: Wenn die Unzufriedenheit mit dem System groß sei, würde kein Politiker Stimmen verlieren, der etwas daran verändert.

Ökonomisierung von Krankenhäusern: System hat kein menschliches Antlitz mehr

Die Hebamme Heike Schiffing kritisierte die Ökonomisierung des Gesundheitssystems:

Das hat massive Auswirkungen auf die Qualität der Betreuung. Das System hat kein menschliches Antlitz mehr.“

Merkel gab zurück, dass die Vergleichbarkeit der Krankenhäuser wichtig sei. „Ein Krankenhaus sollte nicht nur nach Fallpauschalen (Anm.d.Red.: Pauschalbeträge, die die Kliniken für bestimmte Krankheiten erstattet bekommen) geführt werden,“ so die Kanzlerin.

Ein indischer Student fragte Merkel dann, worin sie den Unterschied zwischen der Wissenschaftlerin Merkel und der Kanzlerin Merkel sehe. Darauf antwortete die CDU-Politikerin, dass man in der Wissenschaft nicht zweimal dasselbe sagen solle.

Wenn Sie am Ende der Woche noch dasselbe reden wie am Anfang der Woche, dann haben Sie nichts geschafft.“

In der Politik hingegen müsse man die Worte immer wiederholen, um zu überzeugen. Insoweit hatte die Kanzlerin am Anfang in der Politik Schwierigkeiten. Sie war darauf getrimmt, immer wieder etwas Neues zu sagen.

So reagierte Angela Merkel auf die Fragen der Bremerhavener

(dpa/sua)