Zwei von 25 Kindern besitzen in der Essener Kita-Notgruppe die deutsche Staatsbürgerschaft.Foto: iStock

Mutter kritisiert Situation in Essener Kita: „Mein Sohn fühlt sich als Ausländer“

Epoch Times28. August 2018 Aktualisiert: 28. August 2018 14:19
Ein Video stößt in den sozialen Netzwerken auf große, kontroverse Resonanz. Darin kritisiert eine Mutter die Situation ihres Sohnes, der in seiner Essener Kitagruppe mit 25 Kindern, nur eins von zwei deutschen Kindern ist.

Eine 33-jährige Mutter aus Essen ging vor zwei Wochen mit einem brisanten Facebook-Video an die Öffentlichkeit. In dem Clip beklagt sie, dass ihr Sohn in seiner Kita-Gruppe fast das einzige Kind ist was Deutsch spricht und keinen Migrationshintergrund hat – und daher keinen Anschluss findet.

„Mein Sohn fühlt sich hier als Ausländer“, beschreibt Leen Kroetsch die Situation ihres Kindes. Ihr dreijähriger Sohn ist in einer Essener Kita-Notgruppe untergebracht, da in der Stadt die Kitaplätze so rar sind, dass der Bedarf nicht gedeckt werden kann.

In der Gruppe mit 25 Kindern ist ihr Sohn, neben einem weiteren Kind, das einzige deutsche Kind und finde deshalb keinen Anschluss, sagt die 33-Jährige im Video. Sie macht sich Sorgen um die Entwicklung ihres Jungen, da Sprach- als auch Lernvorbilder fehlen würden.

Frau Kroetsch hält Integration für wichtig und arbeitet selber in einem Boxclub integrativ mit Kindern mit Migrationshintergrund. Jedoch in solch einer Konstellation wie in der Notgruppe ihres Sohnes, ist ihrer Ansicht nach eine erfolgreiche Eingliederung ausländischer Kinder unmöglich. „Die Kinder kommen aus ganz unterschiedlichen Kulturkreisen aus Vietnam, Syrien und der Türkei. Ein Großteil der Kinder ist islamisch sozialisiert und versteht sich gut untereinander,“ so die Mutter.

Video der Mutter stößt auf große, kontroverse Resonanz

Das Video von Leen Kroetsch stößt auf große Resonanz und wurde bereits über 1 Million Mal angeklickt.

Dabei zeigen Menschen, dass sie die Mutter, die gerade ihr Kind in den Kindergarten eingewöhnen muss, verstehen und dass sie ihre Bedenken nachvollziehen können. Manche drücken ihre Wut auf die Umstände vor Ort aus. Und wiederum andere werfen der 33-Jährigen vor, Vorurteile als Tatsachen darzustellen.

Das Jugendamt betont, dass es sich bei der Kitagruppe des betroffenen Kindes eben um eine Notgruppe handelt. Sie wurde Anfang August von der Stadt eingerichtet, um zusätzliche Betreuungsplätze anzubieten. Denn Essen hat ein massives Kitaplatz-Problem. Der Stadt fehlen mehr als 2.000 Kitaplätze.

Den Platz in der Notbetreuung hat Frau Kroetsch auch nur erhalten, weil sie ihn bei der Stadt einklagte. Ohne den Kita-Platz wäre ihre berufliche Existenz bedroht gewesen.

Die Eltern der Migrationskinder hingegen bekämen ohne Weiteres ihre Kita-Plätze, beklagt die Mutter. Sie kritisiert, dass „Integration“ offenbar „vor Existenz geht“ und fordert die Politik zum Handeln auf.

https://www.facebook.com/leen.vonk/videos/2057011030975816/

Kita-Träger: „Ihre einzige gemeinsame Sprache ist Deutsch“

Die Mutter selber nennt den Namen der Kita ihres Sohnes nicht. Doch die „WAZ“ berichtete später, dass es sich um die Kita St. Joseph an der Rudolfstraße in Leithe, einer katholischen Kita handelt.

Der Träger, der Kita-Zweckverband im Bistum, teilte der Zeitung mit, dass man die Befürchtung der Mutter nicht teile. Es seien nicht alle Kinder muslimisch. „Es gibt welche, die buddhistisch sind oder konfessionslos,“ sagte die Sprecherin des Bistums der WAZ.

Dass nur zwei der 25 Kinder die deutsche Staatsbürgerschaft hätten stimme. Die anderen würden aus „Syrien, Vietnam, Kroatien, der Türkei…“ stammen. Die Sprecherin betonte jedoch: „Ihre einzige gemeinsame Sprache ist Deutsch.“

Allerdings gebe es unter ihnen Flüchtlingskinder, bei denen es mit den Deutschkenntnissen noch hapere, sagte die Sprecherin des Bistums. Doch die Hälfte der Jungen und Mädchen würden Deutsch sprechen – auch zu Hause: „Weil schon ihre Eltern hier geboren sind.“ Integration sei nicht immer leicht, aber diese Kinder seien ja erst ein paar Wochen in der Kita: „Denen muss man Zeit geben“, so die Sprecherin. (er)

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