Die Frauenrechtlerin Seyran Ates am 16. Juni 2017 bei der Eröffnung der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin.Foto: JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images

Warum die Anti-Terror-Demo in Köln scheiterte – Ates: „Die meisten liberalen Muslime haben Angst“

Epoch Times23. Juni 2017 Aktualisiert: 28. Juni 2017 16:48
Liberale Muslime hätten Angst, sich als moderne Muslime zu zeigen, meint die Frauenrechtlerin Seyran Ates. Sonst würden sie mit Mord bedroht oder beschimpft. Das sei der Grund, warum nur wenige Muslime am vergangenen Wochenende an der Anti-Terror-Demo in Köln teilnahmen.

Frauenrechtlerin und Publizistin Seyran Ates sieht liberale Muslime in Deutschland Bedrohungen aus der eigenen Community ausgesetzt: „Die meisten Muslime haben Angst. Sie sagen: Wenn ich mich als moderner Muslim zeige, dann werde ich mit Mord bedroht oder beschimpft, oder meiner Familie passiert etwas“, sagte Ates der „Welt“.

Dies sei der Grund dafür, dass sich nur wenige Muslime an einer Anti-Terror-Demonstration am vergangenen Wochenende in Köln beteiligt hätten.

https://www.youtube.com/watch?v=fAasxgHglBY

Liberale Moschee in Berlin: „Wir machen nichts Unislamisches“

Ates hat die kürzlich in Berlin eröffnete liberale Ibn-Rushd-Goethe-Moschee gegründet und erhält seitdem Morddrohungen von religiösen Fanatikern. „Jemand hat mir ein Foto mit einer Pistole geschickt. Darunter stand: ‚Bald’˜“, sagte Ates. Die Aussage sei klar: „Diese Hetzer wollen mich töten, weil ich etwas mache, was ihnen nicht gefällt.“

In der Moschee, die Ates vor einer Woche eröffnete, dürfen Frauen und Männer gemeinsam beten; außerdem gibt es weibliche Imame. Sowohl die türkische Religionsbehörde Diyanet als auch die ägyptische Fatwa-Behörde hatten dies als „unislamisch“ verurteilt.

Ates sagte dazu: „Wir machen nichts Unislamisches.“ Auch im Hause Mohammeds sei gemeinsam gebetet worden, ebenfalls in Mekka, der heiligsten Stätte der Muslime. „Und die Tradition, dass Männer und Frauen getrennt sind, ist etwas, was Männer später erfunden haben.“

Ates: „Wir wurden aus Islamkonferenz rausgekickt“

Kritik äußerte die Frauenrechtlerin an einer fehlenden Unterstützung aus der Politik: „Als liberale Muslime sind wir aus der Islamkonferenz rausgekickt worden“, sagte Ates.

Viele Politiker hätten sich von den konservativen Islamverbänden unter Druck setzen lassen, ausschließlich mit ihnen zu verhandeln. „Das ist schade. Wir bieten uns als Dialogpartner weiter an“, so Ates. (dts)

Mehr dazu:

Türkische Religionsbehörde kritisiert neue liberale Moschee in Berlin – Nicht mit „grundlegenden Quellen“ des Islam vereinbar

Türkische Religionsbehörde: Neue Berliner Moschee steht mit Gülen in Verbindung

Anti-Terror-Marsch in Köln: Nur 1.500 Teilnehmer

Theologe Ourghi: Muslim-Demo „nicht realitätsnah“ – „Islam hat mit Gewalt zu tun“

Ist ein deutscher Islam möglich? – Ja. Aber nur auf Basis der Scharia



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion