Gesundheitsminister Jens Spahn schlug kürzlich vor, die Corona-Regeln für Ungeimpfte zu verschärfen.Foto: Michael Kappeler/dpa-pool/dpa/dpa

Spahn erwägt Auffrischungsimpfung für Bürger – Lauterbach befürchtet mehr „Durchbruchinfektionen“

Epoch Times20. August 2021 Aktualisiert: 20. August 2021 13:44

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erwägt ein Angebot für eine Corona-Auffrischungsimpfung für alle Bürger. „Eine Booster-Impfung ist von den Zulassungen gedeckt, sie verstärkt und verlängert den Impfschutz“, sagte er den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ (RND) vom Freitag. Spahn und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz schlossen derweil einen weiteren pauschalen Corona-Lockdown aus. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht davon aus, dass die Zahl der Corona-Infektionen bei vollständige Geimpften steigen wird.

Spahn sagte, die Länder würden bereits schrittweise mit den sogenannten Booster-Impfungen in den Pflegeeinrichtungen und für besonders gefährdete Menschen beginnen. Außerdem könnten sich diejenigen noch einmal impfen lassen, die bislang nur Vektorimpfstoffe bekommen hätten. „In einem zweiten Schritt können wir dann darüber nachdenken, auch allen anderen eine Auffrischimpfung anzubieten“, sagte Spahn weiter. Für die Auffrischungsimpfungen setzt Spahn dem RND-Bericht zufolge vor allem auf die Arztpraxen.

Der Minister rief eindringlich dazu auf, die Corona-Impfkampagne zu verstärken. Nötig sei eine Impfquote bei den über 12-Jährigen von deutlich über 70 Prozent. „Der September ist der entscheidende Monat“, sagte Spahn den RND-Zeitungen. Wer dann nicht geimpft sei, dem fehle der volle Schutz für die Herbst- und Wintermonate.

Spahn geht zudem davon aus, dass private Veranstalter, Hotels oder Restaurants immer stärker dazu übergehen werden, Ungeimpfte auch mit einem Corona-Test nicht mehr einzulassen. „2G wird in vielen Bereichen ohne staatlichen Eingriff kommen, und zwar, weil Veranstalter und Gastronomen von ihrem Hausrecht Gebrauch machen“, sagte er den RND-Zeitungen.

Kein Lockdown für Covid-Geimpfte oder Genesene

Der Gesundheitsminister schloss aus, dass es für Covid-Geimpfte oder Genesene noch einmal einen Lockdown geben wird. „Für Geimpfte und Genesene kommt keine solche Einschränkung mehr“, versicherte der Minister. Auch SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sprach sich trotz steigender Corona-Zahlen gegen einen erneuten Lockdown aus. „Aus meiner Sicht darf es keinen neuen Lockdown geben. Der wäre angesichts der Impfquote schwer begründbar“, sagte er der „Rheinischen Post“.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht davon aus, dass die Zahl der Corona-Infektionen bei vollständig geimpften Menschen steigen wird. „Durchbruchinfektionen ereignen sich bei Personen, deren Corona-Impfung länger als sechs Monate zurückliegt“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Freitag. Bei allen Covid-Impfstoffen gegen das Coronavirus steige das Risiko eines Impfdurchbruchs nach sechs Monaten an, führte der Mediziner aus. In der Regel sei die Erkrankung dann aber nicht so gefährlich wie bei Ungeimpften.

Lauterbach lobte in diesem Zusammenhang die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Auffrischungsimpfungen bei besonders alten Menschen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. „Denn es ist schlicht plausibel, dass die Wahrscheinlichkeit einer schweren Erkrankung bei diesen Gruppen im Falle eines Impfdurchbruchs höher ist.“ (afp)



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