Spahn: „Mit dem Wissen heute hätte der Lockdown nicht so drastisch ausfallen müssen“

Epoch Times1. September 2020 Aktualisiert: 2. September 2020 15:57
Gesundheitsminister Jens Spahn relativiert bei seinen Wahlkampfauftritten in Nordrhein-Westfalen die strengen Lockdown-Maßnahmen vom Frühjahr. Man habe inzwischen dazugelernt.

Wenige Tage, nachdem Jens Spahn bei einem Auftritt in Bergisch Gladbach beleidigt und bespuckt worden war, kam es bei einem Auftritt am Montag in Bottrop erneut zu Anfeindungen.

Wie die „Rheinische Post“  berichtet, habe Spahn 35 Minuten lang versucht, mit den Protestierenden zu reden. „Was auch immer der Grund ist, warum Sie so wütend sind, frage ich mich, ob dieser Grund ein so guter sein kann, dass wir so miteinander umgehen“, soll Spahn gefragt haben.

„Wir haben was dazu gelernt“

Laut einem Bericht der „Bild“ hatte Spahn erwähnt, dass jetzt, im Rückblick, der Lockdown im März nicht so drastisch hätte ausfallen müssen. Zudem erklärte er: „Mit dem Wissen heute, das kann ich Ihnen sagen, müssen keine Friseure mehr schließen und kein Einzelhandel mehr schließen. Das wird nicht noch mal passieren. Wir werden nicht noch mal Besuchsverbote brauchen in den Pflegeeinrichtungen.“

Und weiter: „Wir haben was dazu gelernt in den letzten Monaten, wie wir uns schützen können, ohne dass es diese Maßnahmen braucht. Dafür braucht es aber eben die Maske.“

Zuvor war Spahn von einer lautstarken Minderheit ausgepfiffen und als „Lügner“ beschimpft worden.

Die Protestler scheinen Spahns Auftritten zu folgen. Er merkte an: „Einige sehe ich schon zum zehnten Mal in den letzten Wochen!“

Bereits am Wochenende wüst beschimpft

Bereits am Wochenende ist der Gesundheitsminister nach einem Wahlkampfauftritt in Bergisch Gladbach bei dem Versuch, mit aufgebrachten Gegnern der Corona-Maßnahmen zu sprechen, wüst beschimpft und angespuckt worden.

Ein YouTube-Video zeigt Spahn vor wütenden Bürgern, die unter anderem „Schande“ rufen und den Minister ausbuhen. Bei diesem Auftritt kam Spahn nicht zu Wort. Er wurde von den Protestlern übertönt und wandte sich schließlich von den Menschen ab.

Auch bei anderen Auftritten des Ministers in Nordrhein-Westfalen kam es zu Zwischenfällen.

„Wir müssen das Gespräch und den Dialog mit denen suchen, die unzufrieden sind mit unserer Corona-Politik. Denn wir bleiben als Gesellschaft nur zusammen, wenn wir miteinander reden“, sagte Spahn der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe).

Politik habe die Wahrheit nicht gepachtet, Diskussionen gehörten zur Demokratie. „Sie funktionieren aber nur, wenn beide Seiten bereit sind, zuzuhören. Aber wenn geschrien, gespuckt und gepöbelt wird, geht`s halt leider nicht“, sagte Spahn. (nmc)

(mit Material von dts)

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