Das Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln.Foto: Oliver Berg/dpa/dpa

„Welt“: Verfassungsschutz registriert 40 Prozent mehr Taten von Linksextremisten

Epoch Times23. Juni 2020 Aktualisiert: 23. Juni 2020 7:13

Die Zahl von linksextremistisch motivierten Straftaten ist einem Medienbericht zufolge im Jahr 2019 deutlich gestiegen. Eine interne Aufstellung des Bundesamts für Verfassungsschutz verzeichne einen Anstieg um rund 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, berichtete die „Welt“ am Montag.

Der „Spiegel“ schrieb unter Berufung auf den Jahresbericht des Verfassungsschutzes, der eigentlich am Dienstag vorgestellt werden sollte, die Zahl der Rechtsextremisten sei um ein Drittel gestiegen. Den Vorstellungstermin sagte das Innenministerium am Montagabend ohne Angabe von Gründen kurzfristig ab.

Zahl gewaltbereiter Linksextremisten gestiegen

Im  vergangenen Jahr sind laut „Welt“ 6449 linksextremistisch motivierte Delikte registriert worden, im Jahr 2018 waren es demnach 4622. Der Analyse zufolge nahmen vor allem die Fälle von Sachbeschädigungen und Brandstiftungen zu, wie es in dem Bericht heißt.

In zwei Fällen sei es 2019 zu versuchten Tötungsdelikten gekommen, im Jahr zuvor sei keines registriert worden. Bei Körperverletzungen sei die Zahl zurückgegangen. Einen besonders deutlichen Anstieg von Gewaltdelikten habe es in Sachsen, Berlin und Brandenburg gegeben.

Bundesweit rechnete der Verfassungsschutz im vergangenen Jahr 33.500 Menschen dem linksextremistischen Spektrum zu, wie die „Welt“ schrieb. 2018 waren es noch 32.000. Die Zahl der als gewaltorientiert eingestuften Linksextremisten sei um 2,2 Prozent auf 9200 Menschen gestiegen.

Verfassungsschutz zählt AfD-Anhänger zu Rechtsextremisten

Laut „Spiegel“ rechnet der Verfassungsschutz inzwischen 32.080 Menschen zum „rechtsextremistischen Personenpotenzial“ – im Vorjahr seien es noch 24.100 gewesen. Als Gründe für den Anstieg nennt der „Spiegel“ veränderte Aufnahmekriterien in der Statistik.

Erstmals würden im Jahresbericht die rund 7000 Anhänger des völkischen AfD-„Flügels“ zu den Rechtsextremisten gezählt. Auch die rund 1600 Anhänger der AfD-Parteijugendorganisation JA rechnet das Bundesamt für Verfassungsschutz demnach zum „rechtsextremistischen Personenpotenzial“.

Angestiegen ist laut „Spiegel“ auch die Zahl der „gewaltorientierten Rechtsextremisten“. In den Jahren zuvor hatte der Verfassungsschutz ihre Zahl auf rund 12.700 geschätzt, nun liege sie bei 13.000 Menschen.

Pressekonferenz zu Verfassungsschutzbericht ohne Angabe von Gründen abgesagt

Am Montagabend teilte das Bundesinnenminsterium mit, die für Dienstag geplante Vorstellung des Verfassungsschutzberichts für das Jahr 2019 werde abgesagt. Angaben zu den Gründen für die kurzfristige Absage machte das Ministerium nicht.

Eigentlich wollte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) den Bericht am Dienstag um 11.00 Uhr gemeinsam mit Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang vorstellen. (afp)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion