Hat Sarkozy Minister-Handys abhören lassen?

Epoch Times17. Februar 2018 Aktualisiert: 17. Februar 2018 12:09
Eine aufgetauchte Audio-Aufzeichnung sorgt für DiskussIonen in Frankreich. Laut einem Medienbericht behauptet ein ehemaliger Regierungssprecher von Sarkozy, der frühere französische Präsident habe Telefone von Ministern anzapfen lassen.

Der Parteichef der französischen Konservativen, Laurent Wauquiez, hat laut einem Medienbericht behauptet, der frühere Staatspräsident Nicolas Sarkozy habe die Handys seiner Minister anzapfen lassen.

Die TV-Sendung „Quotidien“ veröffentlichte eine Audio-Aufzeichnung, die heimlich bei einem Kurs von Wauquiez an einer Management-Hochschule nahe Lyon entstanden sein soll.

„Nicolas Sarkozy war an dem Punkt angekommen, wo er die Handys derjenigen kontrollierte, die zum Ministerrat kamen“, sagte der Chef der Oppositionspartei Les Républicains laut dem Mitschnitt. „Er hat sie abgehört, um alle Mails, alle SMS abzupumpen und zu überprüfen, was jeder seiner Minister sagte – in dem Augenblick, wo wir in die Kabinettssitzung kamen.“ Belege oder Details nannte er in dem veröffentlichten Auszug nicht.

Wauquiez hatte in der Amtszeit von Nicolas Sarkozy (2007-2012) selbst im Kabinett gesessen: als Regierungssprecher und Staatssekretär, später als Europa- und dann Hochschulminister. Der 42-Jährige wurde im Dezember zum neuen Vorsitzenden von Sarkozys Partei gewählt.

Laut der TV-Sendung äußerte Wauquiez auch die Vermutung, dass Emmanuel Macron während des Präsidentschaftswahlkampfs den Sturz seines konservativen Konkurrenten François Fillon organisiert habe. Der ursprünglich als Favorit gehandelte Fillon war vom Verdacht einer Scheinbeschäftigung seiner Frau auf Parlamentskosten aus der Bahn geworfen worden und im ersten Wahlgang ausgeschieden. „Das Ding“ sei „völlig ferngesteuert“ worden, sagte Wauquiez in dem Mitschnitt.

Regierungssprecher Benjamin Griveaux kommentierte auf Twitter: „Verleumdungen, Beleidigungen, Vulgarität… eine spezielle Vorstellung von Unterricht…“ Wauquiez reagierte zunächst nicht auf die Veröffentlichung. Er hatte den Studenten dem Bericht zufolge eingeschärft, seine Aussagen für sich zu behalten: Sonst könne er nur „den Bullshit“ äußern, den er in den Medien sagen könne. (dpa)

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