Wien verurteilt Organraub in China: Gemeinderat fasst historischen Beschluss

Von 12. April 2017 Aktualisiert: 13. April 2017 18:16
Wiens Gemeinderat verurteilt Massenmord und Organraub in China. Der Beschluss ist der erste seiner Art.

Am Freitag wurde in Wien ein klares Nein gegen die Organraub-Verbrechen des KP-Regimes in China formuliert – mit Zustimmung aller Parteien im Wiener Gemeinderat.

Wien ist damit die erste Hauptstadt eines EU-Landes, die sich auf regionaler Ebene für die Umsetzung der Resolution ausspricht, die am 12. Dezember 2013 vom Europäischen Parlament verabschiedet wurde.

Die österreichische Bundesregierung wird nun aufgefordert, Chinas Organhandels-Praktiken offensiv zu thematisieren und zu verurteilen. Außerdem soll Österreichs Regierung die Einrichtung einer internationalen Untersuchungs-Kommission fordern, so der Wiener Beschluss.

Seit 2006 wurde bekannt, dass vor allem Falun Gong-Anhänger die Opfer eines blutigen Geschäftes mit menschlichen Organen sind, in das in China Krankenhäuser, Militäreinrichtungen und Gefängnisse verwickelt sind.

100.000 Organverpflanzungen jährlich

Jährlich gibt es in China bis zu 100.000 Transplantations-OPs – doch ein Spender-System nach westlichem Standard existiert nicht. Mit einigen Tausend Hinrichtungen pro Jahr ist diese Menge nicht zu erklären, weshalb nur ein geheimer Massenmord als Erklärung in Frage kommt.

Seit 1999 wird die buddhistische Falun Gong-Bewegung in China verfolgt, die damals geschätzte Hundertmillionen Anhänger hatte. Seit dem Jahr 2000 entwickelte sich Chinas Transplantations-Business wie aus dem Nichts. Die Zahl der Operationen stieg exponentiell an – insgesamt wurden seit der Jahrtausendwende zwischen 1,5 und 2,5 Millionen OPs durchgeführt, schätzen Ermittler anhand der technischen Kapazität der vorhandenen Krankenhäuser.

Das EU-Parlament sprach sich deshalb im Jahr 2013 für internationale Untersuchungen und ein Ende der Organentnahmen aus – auch ein Ende der Verfolgung von Falun Gong und die Freilassung aller politischen Häftlinge wurde darin gefordert. Neben Falun Gong-Anhängern sind auch Tibeter, Uighuren und Hauschristen Opfer des Organraubs geworden, ermittelte Ethan Gutmann, der für seine Recherchen dieses Jahr für den Friedensnobelpreis nominiert wurde.

Was fordern die Wiener?

Der Wiener Gemeinderat verabschiedete einen Antrag, den ÖVP, SPÖ und die Grünen eingebracht haben.

Konkret heißt es darin:

Der Wiener Gemeinderat verurteilt die systematischen, vom Staat gebilligten Organentnahmen an Gefangenen in der Volksrepublik China, die ohne Einwilligung der Betroffenen erfolgen, sowie in großem Umfang an Falun-Gong-Anhänger_innen und an Angehörigen politisch verfolgter sowie religiöser und ethnischer Minderheiten vorgenommen werden. Der Wiener Gemeinderat fordert die Bundesregierung auf, tätig zu werden und sich dafür einzusetzen, dass – der Missbrauch bei Organtransplantationen in China öffentlich thematisiert und verurteilt wird – eine internationale Kommission eingesetzt wird, um die Praktiken der Organtransplantation in China zu untersuchen und illegalen Organraub einzudämmen – sich die internationale Gemeinschaft für die unverzügliche Freilassung aller gewaltlosen politischen Gefangenen einsetzt.“

Zitat von „Chinas Transplantations-Industrie in schockierenden Details: 700 Kliniken unter Massenmord-Verdacht – jährlich 100.000 OPs

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