Australische Experten fürchten Suizidwelle wegen Corona-Krise

Epoch Times7. Mai 2020 Aktualisiert: 7. Mai 2020 14:18

Australische Experten befürchten eine Suizidwelle in Folge der finanziellen und seelischen Nachwirkungen der Corona-Krise. Eine am Donnerstag veröffentlichte Modellrechnung von Forschern der Universität von Sydney sagt zwischen 750 und 1500 zusätzliche Suizide jährlich in den kommenden bis zu fünf Jahren in Folge der Pandemie voraus. Das entspräche einem Anstieg um 25 bis 30 Prozentpunkte im Vergleich zu den bisher jährlich im Durchschnitt rund 3000 Suiziden in dem Land.

Die Experten gehen davon aus, dass durch die Schließung von Schulen und sozialen Treffpunkten besonders betroffene Jugendliche etwa 30 Prozent der zusätzlichen Suizidfälle ausmachen werden. Diese Altersgruppe sei überdurchschnittlich stark von den Auswirkungen der Pandemie und den Eindämmungsmaßnahmen betroffen. Jugendliche seien in Folge des Virus „kurz- und längerfristig psychischen, finanziellen und ihre Wohnsituation betreffenden Belastungen ausgesetzt“, erklärten die Fachleute.

Als Reaktion auf den Bericht kündigte der australische Gesundheitsminister Greg Hunt an, die Regierung werde im Rahmen der Suizidprävention zusätzliche 500 Millionen australische Dollar (300 Millionen Euro) in Maßnahmen zur Unterstützung der seelischen Gesundheit investieren. Darüber hinaus hatte die Regierung bereits zusätzliche Arbeitslosenunterstützung in Milliardenhöhe und Zahlungen an Arbeitgeber angekündigt, die trotz des aktuellen Konjunkturrückgangs ihre Mitarbeiter weiterbeschäftigen.

Australien ist mit weniger als 7000 bestätigten Infektionen und 100 Todesfällen bei einer Bevölkerungszahl von 25 Millionen bisher eines der erfolgreichsten Länder, was die Eindämmung des Coronavirus betrifft. Gleichzeitig sind viele Millionen Menschen durch die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Regierung in Canberra will voraussichtlich am Freitag eine leichte Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen verkünden, warnte jedoch schon, dass eine Rückkehr zur Normalität noch weit entfernt sei. (afp)

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