US-Wahlkampf: Demokrat Beto O’Rourke zieht sich zurück – Trump sieht Amtsenthebungsverfahren als Chance

Epoch Times2. November 2019 Aktualisiert: 2. November 2019 11:31
Das Bewerberfeld für die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten wird enger. Ein Hoffnungsträger der Demokraten meldet sich ab. Der Wahlkampf gewinnt ein Jahr vor der Wahl weiter an Fahrt.

Das Bewerberfeld für die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten wird enger. Der einstige demokratische Hoffnungsträger Beto O’Rourke aus Texas zog am Freitag seine Bewerbung zurück, weil er sich keine Erfolgschancen mehr ausrechnete.

Jüngsten Umfragen zufolge verlor zudem der frühere Vizepräsident Joe Biden an Zustimmung. Derweil verkündete US-Präsident Donald Trump auf einer Wahlkampfveranstaltung, das gegen ihn laufende Amtsenthebungsverfahren beschere ihm Aufwind im Wahlkampf.

O’Rourke teilte seinen Rückzug auf der Website Medium mit: „Auch wenn es schwer zu akzeptieren ist, ist mir klar, dass diese Kampagne nicht die Mittel zur Verfügung hat, um erfolgreich weiterzukommen.“ Die Umfragewerte des 47-Jährigen hatten in den vergangenen Monaten stagniert, das Eintreiben von Spendengeldern wurde schwieriger.

Der ehemalige Kongressabgeordnete galt im vergangenen Jahr als Hoffnungsträger der Demokraten, nachdem er in der Republikaner-Bastion Texas nur knapp im Rennen um einen Senatssitz in Washington unterlegen war. Mitte März gab er seine Ambitionen auf das Präsidentenamt bekannt. Er reihte sich allerdings in ein breites Bewerberfeld ein und spielte zuletzt nur noch eine Rolle am Rand. Nach seinem Ausscheiden bewerben sich noch 17 Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur.

Der frühere Vizepräsident Biden verlor im Schlüssel-Bundesstaat Iowa unterdessen weiter an Boden. In einer am Freitag veröffentlichten Umfrage der „New York Times“ und des Siena College lagen nicht nur die Senatoren Elizabeth Warren und Bernie Sanders vor dem 76-Jährigen. Er wurde auch vom 37-jährigen Kommunalpolitiker Pete Buttigieg überholt, den vor einem Jahr noch kaum einer kannte.

Im Durchschnitt mehrerer Umfragen liegt Warren in Iowa laut der Website „RealClearPolitics“ mit einer Zustimmungsrate von 22,3 Prozent vorn, gefolgt von Buttigieg mit 17 Prozent und Biden mit 15,7 Prozent.

Für Biden bedeuten die Umfragewerte einen deutlichen Absturz. Mitte September war der Stellvertreter des früheren Präsidenten Barack Obama in dem ländlichen Bundesstaat im Mittleren Westen noch auf 28,5 Prozent gekommen. Landesweit liegt Biden in den Umfragen weiter vorn, sein Vorsprung ist aber deutlich geschmolzen. Warren hat sich auf den zweiten Platz vorgekämpft, gefolgt von Sanders und mit deutlichem Abstand Buttigieg, dem Bürgermeister von South Bend im Bundesstaat Indiana.

Iowa spielt eine wichtige Rolle bei der Entscheidung über den demokratischen Präsidentschaftskandidaten, weil hier im Februar die erste Vorwahl stattfindet. Mit einem Sieg oder zumindest einem überraschend guten Abschneiden in diesem Bundesstaat könnten die Bewerber die Weichen für ihre Kandidatur stellen. Deswegen werden die Wähler in Iowa seit Monaten von den demokratischen Präsidentschaftsbewerbern umworben.

Auf einer Wahlkampfveranstaltung in Mississippi sagte Präsident Trump indessen, das gegen ihn laufende Amtsenthebungsverfahren beschere ihm eine zunehmende Zustimmung seitens der Republikaner. „Wir hatten noch nie eine größere Unterstützung als jetzt“, sagte Trump vor tausenden Anhängern in der Stadt Tupelo. Die von den Demokraten veranlassten Untersuchungen würden eine „wütende Mehrheit“ der Republikaner bei den Präsidentschaftswahlen 2020 entstehen lassen.

Es war die erste Kundgebung Trumps, nachdem das US-Repräsentantenhaus am Donnerstag die laufenden Untersuchungen zu einem sogenannten Impeachment formell abgesegnet hatte. Die Untersuchung dreht sich um Bestrebungen Trumps, die Ukraine zu Ermittlungen gegen den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden und dessen früher für eine – als Korrupt bekannte – ukrainische Gasfirma tätigen Sohn zu bewegen. Trump ist erst der vierte Präsident der US-Geschichte, gegen den eine formelle Amtsenthebungsuntersuchung geführt wird. (afp/so)

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