Giftgas-Vorfall: ZDF-Reporter berichtet differenziert über Duma – dem Sender geht das zu weit

Epoch Times25. April 2018 Aktualisiert: 25. April 2018 22:09
Es passiert nicht oft, dass ein differenziertes Bild über den Krieg in Syrien in den großen Medien gezeigt wird. Der ZDF-Korrespondent Hans-Ulrich Gack machte es - jetzt meldet sich der Sender.

Der mutmaßliche Giftgasangriff auf die syrische Stadt Duma schlug hohe Wellen. Der Westen beschuldigte die syrische Regierung, den angeblichen Angriff durchgeführt zu haben. Syrien und Russland bestreiten das.

Nach dem Vorfall verbreiteten sich Fotos und Videomaterial im Internet – die einen angeblichen Chemieangriff des syrischen Militärs beweisen sollten. Auf Grund dieser Aufnahmen, bombardierten die USA, Großbritannien und Frankreich Syriens Hauptstadt Damaskus.

Doch es gibt Zweifel an der Geschichte – und erstmals wurde dies auch von einem ZDF-Reporter berichtet.

Der Leiter des ZDF-Studios in Kairo, Hans-Ulrich Gack, sagte am Freitagabend in der ZDF-Nachrichtensendung „heute“, dass er in einem großen Flüchtlingslager in der Nähe von Duma mit mehreren Menschen gesprochen hatte.

Die Leute dort erzählten ihm, dass islamistische Gruppen in Duma zum Zeitpunkt des Vorfalles einen „Kommandoposten“ besetzt hielten. Dort hätten die Islamisten Kanister mit Chlor aufgestellt und darauf gewartet, „dass dieser hoch interessante Ort von der syrischen Luftwaffe bombardiert wird. Das ist auch geschehen. Dabei seien die Chlorgas-Behälter explodiert,“ so Gack.

Der Journalist sagte auch: „Die Leute haben uns in einem Ton der Überzeugung erzählt, dass diese ganze Geschichte inszeniert wurde.“

Gacks Wertung über Duma gehen dem ZDF zu weit

Jetzt meldet sich das ZDF zu Wort. Auf Nachfrage von „Focus“-Online, sagte ein Sprecher des Senders: Der Korrespondent habe bislang keinen Zugang in die Stadt Duma bekommen und könne „deshalb die ihm vermittelten Informationen nicht durch eigenen Augenschein überprüfen“.

Zudem betonte der Sprecher: Live-Schaltungen aus einem Krisengebiet seien mit „besonders viel Druck“ für die Korrespondenten verbunden. Deshalb ging – unter diesen Bedingungen – „die Wertung des Korrespondenten in dieser Sendung zu weit.“

Auch Gack relativierte seine Aussagen in den nachfolgenden Sendungen.

Im Bericht „Spurensuche in Duma“ der am Sonntag ausgestrahlt wurde, heißt es unter anderem. Das „Regime“ in Syrien habe dem ZDF-Team Mitarbeiter des Krankenhauses für ein Interview geschickt.

Gack sagt in dem Bericht: „Sie schildern uns den Abend so, wie sie ihn erlebt hätten – wohl auch so, wie es die Assad-Regierung von ihnen erwartet. Abweichungen könnten für sie gefährlich werden.” (so)

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