USA: Wegen Kritik an „Black Lives Matter“-Bewegung – Deutscher Professor soll gefeuert werden

Von 16. Juni 2020 Aktualisiert: 16. Juni 2020 13:05
Die Kritik an der "Black Lives Matter"-Bewegung könnte den Ökonomie-Professor Harald Uhlig seinen Job als Herausgeber der renommierten Zeitung "Journal of Political Economy" kosten. Uhlig wurde beurlaubt.

Der deutsche Ökonomie-Professor Harald Uhlig arbeitet an der University of Chicago und steht wegen kritischen Bemerkungen gegenüber der teils linksradikalen „Black Lives Matter“-Bewegung (BLM) unter Druck.

Uhlig wurde nun von seiner Rolle als leitender Herausgeber des renommierten „Journal of Political Economy“ (JPE) beurlaubt. Das Journal erscheint seit 1892 und gilt als eine der prestigeträchtigsten Fachzeitschriften. Auslöser waren einige Tweets, in denen er die „Black Lives Matter“-Bewegung kritisierte. In einem Post hieß es: BLM würde sich „selbst torpedieren“, wenn sie verlangen würde das Budget der Polizei zu kürzen.

Uhlig scherzte etwas über die teils gewalttätigen Proteste, die nach dem Tod von George Floyd während eines Polizeieinsatzes, ausgelöst wurden. Auch das brachte ihm heftige Kritik ein.

Uhlig schrieb: „Ich verstehe, dass einige da draußen immer noch protestieren und sagen: ‚Kürzt das Budget der Polizei und alles Mögliche. Sie sind noch jung und Verantwortung spielt keine Rolle. Habt Spaß dabei! Sagt was ihr euch denkt! Aber macht nichts kaputt, ok? Und seit um 20 Uhr zu Hause.“

Darüber hinaus wurde ihm vorgeworfen, Parallelen zwischen BML und dem Ku-Klux-Klan zu ziehen.

Professoren fordern Uhligs Rauswurf

Der „New York Times“-Kolumnist, Paul Krugman, hat sich mit einigen Professoren zusammengetan, die sich um die Absetzung des Wirtschaftswissenschaftlers bemühen. Darunter auch Professor Justin Wolfers von der Universität Michigan, der Uhlig in einer Reihe von Twitter-Nachrichten heftig kritisierte. Die Akademiker verfassten einen Brief, in dem es heiß: Uhligs Kommentare seien „empörend und inakzeptabel.“

Krugman schrieb auf Twitter: „Der Herausgeber des ‚Journal of Political Economy‘, ist ein mächtiger ‚Gatekeeper‘. Und noch ein weiterer privilegierter weißer Mann, der offensichtlich seinen Drang nicht kontrollieren kann, die Anliegen der weniger Glücklichen zu schmälern.“

Später twitterte er in Richtung Uhlig: „Redefreiheit bedeutet, dass Sie das Recht haben, zu sagen, was immer Sie auch wollen. Das bedeutet aber nicht, dass Ihre Meinungsäußerungen keinen Einfluss darauf haben, ob Sie ein Flaggschiff-Journal herausgeben sollten, insbesondere wenn Zweifel an Ihrer Objektivität aufkommen.“

Uhlig entschuldigte sich

Akademiker, darunter auch Scott Imberman, Professor an der Michigan State University, und Jennifer Doleac, Wirtschaftsprofessorin an der Texas A&M University, schlossen sich der Kritik an Uhlig an. Der Wirtschaftswissenschaftler Rob Gillezeau von der University of Victoria schrieb: „Rassisten sollte es nicht erlaubt sein, eine führende Position in unserer Berufsgruppe zu haben.“

Uhlig entschuldige sich später für die Tweets. Er hätte niemanden mit seinen Einträgen irritieren wollen. Er wisse, dass er seine Worte nicht „weise“ gewählt habe.

Der Ökonomie-Professor schrieb auch: „Lassen Sie mich auch klarstellen, dass dies alles nur meine Ansichten sind, keine Verlautbarungen des JPE und ganz sicher nicht des @U-Chicago oder meiner Abteilung. Ich habe gesagt, was ich gesagt habe, weil dies schwierige, aber wichtige Angelegenheiten sind, über die man sprechen muss. Wir alle sollten uns engagieren, und das hat nichts mit meiner beruflichen Kompetenz zu tun.“

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