Dirk Unschuld und „sein“ 1. FC Köln

Von 7. Juli 2011 Aktualisiert: 7. Juli 2011 10:28
Spricht man heute mit Dirk Unschuld, so wird schnell klar, dass er trotz seiner ehrenamtlichen und professionellen Tätigkeit für seinen FC immer noch „Fan“ ist. Und Buch-Verlosung von „Im Zeichen des Geißbocks“.

„Wenn ich dat seh’, dann kumme mir die Tränen“, brachte Hajo gerade noch so mit gedämpfter Stimme in astreinem Kölsch heraus. Ergriffen stand er vor einem riesigen Bild, das Wolfgang Weber bei einem Spiel im Jahr des letzten Meisterschaftsgewinns des 1. FC Köln zeigt. Hajo ist Mitglied im Fanclub „Jetzt erst recht 2007“ des 1. FC Köln und steht gerade im VIP-Bereich des Kölner Stadions; jenem Teil der Arena, in den die „normalen“ Fans sonst eher selten Zutritt bekommen.

Immer noch sichtlich gerührt dreht er sich plötzlich um und sagt: „Dafür lad’ ich dich aber zum Essen ein.“ Adressat dieser von Herzen kommenden Einladung ist jener Mann, der dem Fanclub diese fast schon privat anmutende Stadionführung erst ermöglicht hat: Dirk Unschuld, der nun schon seit Jahren als das „offizielle FC- Archiv“ gilt, organisierte diese Besichtigung. Für wahre FC-Fans tut er das gern auch einmal kostenlos in seiner Freizeit. „Wenn ich merke, dass da die Chemie zwischen mir und den FC-Fans stimmt, mach ich das auch schon mal unentgeltlich. Eigentlich habe ich auch noch einen ‚normalen Beruf‘, ich bin in der Kranken- und Behindertenpflege tätig – das ist mein eigentlicher Broterwerb.“

Vun nix kütt nix

Dass Unschuld jetzt in Sachen Historie des 1. FC Köln erster Ansprechpartner im Verein ist, begann vor vielen Jahren eigentlich mit einer Sammlerleidenschaft. Er sammelte und archivierte jede gedruckte Nachricht, die der FC seit seiner Gründung veröffentlicht hatte; jede Vereinszeitung, jedes Stadionheft, jedes Buch, jede Publikation – einfach alles, was mit seinem geliebten Verein zu tun hat. „Irgendwann hat der FC das spitzgekriegt, dass ich Sammler bin und dass ich vor allem auch kompetent genug bin … tja, und dann weitete sich das im Laufe der Jahre immer weiter aus. Und nun bin ich zum offiziellen FC-Archiv geworden“, sagt er verschmitzt grinsend und nicht ganz ohne Stolz. „Was die Vergangenheit des FC betrifft oder die geschichtliche Betreuung – das alles läuft jetzt über meinen Tisch.“

Aber damit nicht genug. Der 37-Jährige berät den 1. FC Köln nicht nur in historischen Fragen, sondern schreibt seit sechs Jahren auch noch Kolumnen für das „Geißbock Echo“ und war außerdem auch noch maßgeblich am Aufbau des FC-Museums beteiligt. „Natürlich bekomme ich diese Arbeit auch vom FC honoriert“, versichert Unschuld und fügt freudig hinzu, dass „es eigentlich aber schon immer mein heimlicher Traum war, beim und für den FC arbeiten zu können. Deshalb habe ich den Arbeitsvertrag auch bei mir zu Hause eingerahmt hängen.“

Et kütt wie et kütt

Da der 1. FC Köln immer noch zu den großen Vereinen in unserem Land zählt – auch wenn die letzten Erfolge schon etwas zurückliegen –, sind die Aufgaben und Anfragen, die der examinierte Krankenpfleger übernommen hat, sehr zeitaufwendig und vielfältig: fundierte Stadionführungen, Betreuung des Museums, Kolumnen und Festschriften schreiben, geschichtliche Betreuung, Anfragen von Fernsehsendern und nicht zuletzt die Bücher, die er über „seinen“ FC Köln geschrieben hat. Allein das 528 Seiten starke Nachschlagewerk „Im Zeichen des Geißbocks“, das er zusammen mit Thomas Hardt verfasste, nahm Recherchen und eine Vorbereitungszeit von fünf Jahren in Anspruch. „Da ich ja auch immer noch sehr viel für den FC ehrenamtlich mache, sind zehn Stunden pro Woche Minimum – meist viel mehr. Dazu kommen dann diverse Buchprojekte – das läppert sich zusammen und wenn man außerdem noch einen Vollzeitjob hat wie ich, kann man andere Sachen gar nicht mehr machen. Ich habe früher mal Dart gespielt und das auf recht hohem Niveau …“

Wenn et klapp, dann klapp et

Ein Glücksfall für Unschuld ist sein eigentlicher Arbeitgeber, der offensichtlich sehr viel Verständnis für die Leidenschaft seines Arbeitnehmers hat, denn schließlich möchte Unschuld ja auch bei den Spielen seines Vereins live dabei sein: „Man ist mir da in all den Jahren schon sehr entgegengekommen und ich weiß es durchaus zu schätzen, dass ich einen so jovialen Arbeitgeber habe. Aber auch ich bin sehr flexibel und komme meinen Kollegen entgegen. Es ist nun mal so, dass die Leute hier im Rheinland gerne feiern gehen – da hab ich gesagt, macht ihr mal Karneval frei und ich arbeite; aber dafür fahr’ ich dann zu meinem Fußball. Naja, und so kam es eben, dass ich seit zwanzig Jahren kein Heimspiel mehr verpasst habe.“

Dass er so viel Zeit für seinen Lieblingsverein opfert, sehen seine Frau Tanja und die beiden Töchter Hannah und Emilie eher gelassen. „Die kennen mich ja nicht anders; und meine Frau hat mich ja so mit meiner FC-Treue kennengelernt.“ Und etwas nachdenklicher fügt er an: „Mittlerweile muss ich diese Sachen aber schon etwas dosieren, damit es nicht zu viel wird … vielleicht müsste ich tatsächlich jetzt auch mal so langsam ein bißchen auf die Bremse treten …“

Ich kann nix dran maache

Spricht man heute mit Dirk Unschuld, so wird schnell klar, dass er trotz seiner ehrenamtlichen und professionellen Tätigkeit für seinen FC immer noch „Fan“ ist. Sofort bemerkt man dieses Leuchten in seinen Augen, das nur wahre Fans bekommen, wenn sie über ihren Verein reden. „Mein Onkel ist seit 1959 zum FC gegangen und hat mich 1982 mal zum Heimspiel gegen Stuttgart mitgenommen. 3:0 und drei Tore durch Allofs – das werd’ ich nie vergessen. Ich war gleich voll entflammt und es war um mich geschehen. Das zweite Spiel war vor ausverkauftem Haus gegen Glasgow Rangers. Der FC führte nach zwanzig Minuten schon 4:0! … Da hab ich auch mein erstes Geißbockecho gekauft und die Sammelleidenschaft für mich entdeckt.“

„Aber nicht nur in guten Zeiten – auch wenn es sportlich mal nicht so lief und sich so mancher vom FC abwendete, hab’ ich immer treu zu meinem Verein gehalten …“

Tja, echte Fründe stonn in Kölle eben zusamme und in all den Jahren ist aus dem „Fan Unschuld“ ein fachkundiger und professioneller Mitarbeiter beim FC geworden. Und, nein, es gibt da nur eine Meinung: solche Männer wie Dirk Unschuld sind die gute Seele eines jeden Vereins!

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„Im Zeichen des Geißbocks“ – die große Chronik das 1. FC Köln.„Im Zeichen des Geißbocks“ – die große Chronik das 1. FC Köln.Foto: Werkstattverlag

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Dirk Unschuld: „Willkommen bei meinem FC“.Dirk Unschuld: „Willkommen bei meinem FC“.Foto: Steffen Andritzke, Montage: Matthias Kehrein/The Epoch Times
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