Vom Event 201 zum Cyber Polygon 2021: Hochkarätige Simulation einer globalen „Cyber-Pandemie“

Epoch Times28. März 2021 Aktualisiert: 28. März 2021 9:10
Teil 1: Das WEF warnt die Welt vor einer bevorstehenden "Cyber-Pandemie". In einer Cyberattacken-Simulation wird der Ernstfall geprobt. Die Veranstaltung erinnert ein bisschen an das Event 201, kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie.

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) hat gemeinsam mit der russischen Regierung, großen Banken und Tech-Unternehmen ein Projekt namens Cyber Polygon ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um eine hochkarätige Cyberattacken-Simulation, die auf die Finanzindustrie abzielt. Das Event wird auf der Webseite „cyberpolygon“ beworben.

Cyber Polygon fand im Juli 2020 zum ersten Mal statt und ist in diesen Sommer wieder geplant. Cyber Polygon 2020 wurde offiziell als „internationales Online-Training zur Erhöhung der globalen Cyber-Resilienz“ beschrieben und involvierte viele der weltweit größten Tech-Unternehmen und internationalen Behörden, von IBM bis Interpol.

Auf der Veranstaltungswebsite heißt es, dass die Cyberattacken-Simulation am 9. Juli 2021 stattfinden wird. Ziel sei es, die Teilnehmer in der „Entwicklung sicherer Ökosysteme“ zu unterweisen, indem ein Cyberangriff auf die Lieferkette simuliert wird, ähnlich dem jüngsten SolarWinds-Hack. Die Veranstalter sind das WEF unter Klaus Schwab, die vom Kreml kontrollierte russische Sberbank und ihre Cybersecurity-Tochter BI.ZONE. 120 Organisationen aus 29 Ländern werden an der Simulation teilnehmen.

Auf der Webseite warnt die Simulation mit dem Namen Cyber Polygon 2021 unheilvoll davor, dass angesichts der Digitalisierungstrends, die vor allem durch die COVID-19-Krise vorangetrieben wurden, „ein einziges verwundbares Glied ausreicht, um das gesamte System zum Einsturz zu bringen, genau wie der Dominoeffekt“. Außerdem heißt es, dass „eine sichere Herangehensweise an die digitale Entwicklung heute, die Zukunft der Menschheit für die nächsten Jahrzehnte bestimmen wird.“

Das Projekt Cyber Polygon wurde zu einer Zeit gegründet, in der das Weltwirtschaftsforum den „Great Reset“ – auch „Großer Neustart“ genannt – forciert. Das WEF-Treffen findet einmal im Jahr traditionell im schweizerischen Davos statt. Dort diskutieren die reichsten Menschen dieser Welt und die politischen Entscheidungsträger über die globalen Veränderungen. Seit zwei Jahren steht der „Great Reset“ ganz oben auf der Agenda des WEF und wird, spätestens seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie, auch in der breiten Öffentlichkeit diskutiert und als Heilsbringer zelebriert. WEF-Chef Klaus Schwab ist das Mastermind hinter dem „Großen Neustart“.

Great Reset und Stakeholder-Kapitalismus

Der „Great Reset“ soll den koordinierten Übergang zu einer globalen Wirtschaft der Vierten Industriellen Revolution, oder Industrie 4.0, beinhalten. Die vierte industrielle Revolution kann in einem Wort zusammengefasst werden: Digitalisierung.

Viele Lebensbereiche sollen digitalisiert, das Wirtschaftssystem geändert werden. Dieses System soll dann entweder mit Zentralbanken zusammenarbeiten oder von diesen geleitet werden und ist ein wichtiger Teil des „Great Reset“. Das WEF hat auch schon ein Modell für dieses neue Wirtschaftssystem: den Stakeholder-Kapitalismus.

Klaus Schwab beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Stakeholder-Kapitalismus. Er beschreibt es als „eine Form des Kapitalismus, in der Unternehmen nicht nur kurzfristige Gewinne für die Aktionäre optimieren, sondern eine langfristige Wertschöpfung anstreben, indem sie die Bedürfnisse aller ihrer Stakeholder berücksichtigen und die Gesellschaft insgesamt.“

Schwab behauptet also der Shareholder-Kapitalismus gehöre abgeschafft, da er die Stakeholder – also die Anspruchsgruppen wie Kunden, Mitarbeiter ect – nicht berücksichtigen würden. Diesem Argument widerspricht NZZ-Wirtschaftsjournalist Gerhard Schwarz.

Er schreibt: „Erstens bezeichnet der Shareholder Value nicht den Gewinn, schon gar nicht den ausgeschütteten Gewinn.“ Friedmans Aufsatz aus dem Jahre 1970 im „New York Times Magazine“ trug zwar den Titel „The Social Responsibility of Business Is to Increase Its Profits“, aber er und Ökonomen wie Michael Jensen, die seine Thesen weiterentwickelten, sahen in der Steigerung des Unternehmenswertes die Grundlage für den Fortbestand des Unternehmens. Diese Steigerung ist, zweitens, unmöglich, wenn man die Interessen der Stakeholder, der Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten, Standortgemeinden, der großen Politik, auch der Umwelt missachtet.“

Schwab sage selbst, so Schwarz weiter, dass es im Eigeninteresse langfristig orientierter Unternehmen liege, die soziale Verantwortung wahrzunehmen. Und genau aus diesem Grund würden Shareholder-orientierte Manager die Interessen der vielen Stakeholder gebührend berücksichtigen.

Schwab würde zugleich darauf hinweisen, dass viele Probleme des Kapitalismus mit einem zu kurzfristigen Denken zu tun hätten. Es sei die Jagd nach dem schnellen Geld, die einen das Ganze und die lange Frist aus dem Auge verlieren lasse. Schwarz kontert: „Wenn die Marktwirtschaft etwas braucht, sind es Anreize zur Langfristorientierung der Führungskräfte. Das Weibeln (sich einsetzen) für die Stakeholder zielt dagegen auf eine verkappte Ermächtigung der Manager, nach eigenem Ermessen zwischen den verschiedenen Kräften, die auf ein Unternehmen einwirken, abzuwägen und sie zu gewichten. Das Resultat ist nicht etwa ein besserer Kapitalismus, sondern eher ein ausgeprägterer „Managerismus“ (Manfred Höfle).“

Kurz zusammengefasst heißt das, die Unternehmer und Aktionäre werden von Schwab als profitgierig dargestellt, obwohl der Umsatz eines Unternehmens doch oftmals in Mitarbeiter, wie beispielsweise mehr Gehalt, oder in die Verbesserung des Produkts investiert wird. Mit Schwabs Ansatz des Stakeholder-Kapitalismus werden aber nur die Manager begünstigt, die mehr Macht darüber bekommen, wohin das Geld fließt. Der Unternehmer hingegen bleibt außen vor. Die Manager tragen jedoch gar keine Verantwortung für das Gesamtunternehmen. Das heißt dann im Umkehrschluss kann es sein, dass Geld für Innovationen fehlt und stattdessen für soziale Ziele ausgegeben wird.

Krisen nutzen

Um das alte System abzulösen und ein solches – radikal neues – zu installieren, sind Krisen gut geeignet. Das betonte auch Klaus Schwab. Er bezeichnet die Corona-Pandemie als „eine seltene Chance, neue Grundlagen für unser Wirtschafts- und Sozialsystem zu schaffen“. Ein wirtschaftlicher Zusammenbruch ermöglicht einen „Reset“ des Systems.

In den letzten Jahren sind solchen Katastrophen Simulationen vorausgegangen. Wie etwa das Event 201. Die Pandemie-Simulation wurde kurz vor dem Ausbruch des Coronavirus abgehalten. Das Event 201 wurde im Oktober 2019 vom Weltwirtschaftsforum veranstaltet und simulierte eine neuartige Coronavirus-Pandemie, die sich weltweit ausbreitet und zu großen Störungen in der Weltwirtschaft führt – nur wenige Wochen bevor der erste Fall von COVID-19 auftrat.

Cyber Polygon 2021 ist die jüngste derartige Simulation, die vom Weltwirtschaftsforum mitfinanziert wird, und weiterer Beobachtung wert ist.

Russland involviert!?

Wie oben bereits erwähnt wurde das Projekt Cyber Polygon im Sommer 2020 zum ersten Mal veranstaltet. Auf der Veranstaltung kamen 20 hochkarätige Redner zu Wort, unter anderem der ehemalige britische Premierminister Tony Blair.

In einer der Reden wurde vor einer kommenden „Pandemie“ von Cyberangriffen gewarnt, die hauptsächlich zwei Wirtschaftssektoren, das Gesundheitswesen und das Finanzwesen, betreffen würden.

Es gab auch Vortragende, mit denen man eher nicht gerechnet hätte, wie den russischen Premierminister Michail Mischustin. Er hielt sogar die Eröffnungsrede. Generell überrascht es, dass gerade Russland, dem ständig Cyberangriffe auf westliche Regierungen vorgeworfen wird, Hauptveranstalter der Simulation 2020 war, und auch 2021 wieder sein wird. (oz)

Fortsetzung folgt…


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