Kritik an EZB-Politik: Draghi hat die Geldpolitik auf Jahre festgelegt – Das war voreilig

Epoch Times16. Oktober 2019 Aktualisiert: 16. Oktober 2019 8:24

UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber hat die Politik der EZB und ihres Präsidenten Mario Draghi scharf kritisiert. „Diesen Schritt der EZB fand ich voreilig und nicht angemessen. Diese Entscheidung, die Geldpolitik auf Jahre hinaus so festzulegen, hätte man vielleicht besser der Nachfolgerin Christine Lagarde überlassen. Ihre Hände sind nun erst mal gebunden“, sagte Weber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwochsausgabe) zu den den jüngsten Entscheidungen der Notenbank.

Für die europäischen Banken sieht der UBS-Verwaltungsratsvorsitzende schwierige Zeiten voraus. „Der Druck steigt. Europäische Banken konzentrieren sich viel zu sehr auf den europäischen Markt, der zu wenig Erträge abwirft. Im globalen Wettbewerb aufzuholen wird für Banken des Euro-Raums sehr schwer.“

In Sachen Europäische Champions sagte Weber: Wirkliche Europäische Champions wären zu begrüßen, sie müssen aus einer betriebswirtschaftlichen Logik heraus entstehen. Staatliche Unterstützung oder politische Motive sind an dieser Stelle unangebracht.

Die UBS sieht Weber in dieser Diskussion nicht unbedingt gesetzt. Europäische Banken – und dazu gehöre auch die UBS – würden mit dem Handicap der Regulierung agieren, welches das Thema Konsolidierung und Bilanzwachstum extrem erschwere.

Angesprochen auf die immer wieder aufkommenden Gerüchte um ein Zusammengehen der Deutschen Bank mit der UBS sagte Weber: „UBS hat das Potential, organisch zu wachsen.“ (dts)

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