Schufa lässt Verbraucher für sich arbeiten

Von 23. August 2010 Aktualisiert: 23. August 2010 11:00

„Wir schaffen Vertrauen“, damit wirbt die Schufa, die Auskunftei, in der nach ihren eigenen Angaben finanzielle Daten von etwa 65 Millionen Bundesbürgern gespeichert sind.

Vertrauen ist gut –Verbraucher sollten sich allerdings darauf verlassen können, dass die gespeicherten Angaben auch zuverlässig sind. Aber das ist nicht so, jedenfalls gab die Schufa das jetzt selbst zu.

Seit dem 1. April 2010 kann nach einer Gesetzesänderung jedermann kostenlos eine Auskunft zu den eigenen Daten anfordern. Das haben auch schon fast eine halbe Million Bürger getan. Als erschreckendes Ergebnis hat die Schufa inzwischen selbst eingeräumt, dass bisher ein Drittel der Auskünfte fehlerhaft war und korrigiert werden musste.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Berlin reagierte sofort. „Die Veröffentlichung zeigt, dass der Gesetzgeber richtig gehandelt hat, die Selbstauskünfte kostenlos möglich zu machen“, so Cornelia Tausch, Leiterin des Fachbereichs Wirtschaft und Internationales bei der Verbraucherzentrale.

„Streng genommen müssten die meldenden Auskunfteien den Verbrauchern eigentlich Geld dafür zahlen, dass sie für die Qualitätssicherung der Daten sorgen.“ Dies könne nicht Job der Verbraucher sein. Sie müssten sich darauf verlassen können, dass die Auskunfteien nur auf der Basis richtiger Daten den anfragenden Unternehmen Auskünfte geben.

Somit liege die Vermutung nahe, dass zahlreiche Verbraucher auf dieser Grundlage übervorteilt wurden, indem sie zum Beispiel schlechtere Vertragskonditionen erhalten oder von einigen Angeboten gänzlich ausgeschlossen wurden. Wie hoch der Schaden ist, der durch unberechtigte und fehlerhafte Meldungen in der Vergangenheit entstanden ist, lässt sich nicht berechnen.

Der Bundesverband ruft die Verbraucher dazu auf, ihre Erfahrungen mit der Selbstauskunft mitzuteilen. Hierfür hat die Verbraucherzentrale ein Formular im Internet zur Verfügung gestellt.

Bis man so weit kommt, muss man sich zunächst auf der Internetseite der Schufa zurechtfinden. Die kostenlose Auskunft kann über die Internetseite der Schufa geordert werden. Nach der Bestellung wird sie Verbrauchern per Post zugeschickt. Die Datenübersicht ist ausschließlich für die eigenen Unterlagen bestimmt und enthält laut Schufa keinerlei Sicherheitskriterien. Eine Registrierung für die Bestellung der kostenlosen Schufa-Auskunft ist nicht erforderlich.

Doch vielerorts wissen Bürger gar nicht, dass sie eine solche Auskunft tatsächlich beantragen können. Banken und Verbände fordern Verbraucher auf, den Service der Schufa zu nutzen, um jeder Geheimniskrämerei ein Ende zu setzen und zu sehen, was Banken, aber auch Mobilfunkanbieter und Versandhäuser über uns wissen.

www.schufa.de/de/home/



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