Dieselkrise, Kartellvorwürfe: Deutsche Autobauer machen weniger Gewinn bei höheren Verkaufszahlen

Epoch Times28. August 2019 Aktualisiert: 28. August 2019 12:23

Die deutschen Autobauer haben im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang verkraften müssen. Wie die Beratungsgesellschaft EY am Mittwoch mitteilte, sank das operative Ergebnis (Ebit), also der Gewinn vor Zinsen und Steuern, von BMW, Daimler und Volkswagen insgesamt um gut 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf knapp 5,8 Milliarden Euro. Gleichzeitig trotzten die drei Konzerne der Analyse zufolge aber der globalen Absatzschwäche der Autoindustrie und konnten ihren Umsatz überdurchschnittlich steigern.

Der EY-Analyse der Quartalszahlen zufolge schrumpfte das Ebit der weltweit 16 größten Autokonzerne von April bis Juni insgesamt um mehr als 18 Prozent auf 21,8 Milliarden Euro. Bei BMW betrug der Rückgang zum zweiten Quartal des vergangenen Jahres 20 Prozent, bei Daimler sogar fast 160 Prozent. Volkswagen konnte dagegen ein Plus von 30 Prozent verbuchen.

Für die schwache Gewinnentwicklung bei den deutschen Konzernen machte EY vor allem Einmaleffekte verantwortlich. Die deutschen Autobauer hätten zuletzt „in großem Stil Altlasten aus der Bilanz geräumt“, erklärte EY. Themen wie die Dieselkrise, Kartellvorwürfe, Rückrufe wegen defekter Airbags und die WLTP-Umstellung hätten in den vergangenen Jahren zu erheblichen Gewinneinbußen geführt.

Autobauer hoffen auf steigende Gewinne

Nun könnten zumindest die deutschen Autobauer aber auf „steigende Gewinne spätestens im kommenden Geschäftsjahr“ hoffen. Denn während die Branche im zweiten Quartal insgesamt unter einem Absatzminus von fünf Prozent litt, hielten sich die drei Unternehmen auf allen wichtigen Märkten relativ konstant und steigerten ihren Absatz.

„Vor allem dank des SUV-Booms“ erreichten die 16 größten Autobauer laut EY zusammen einen Rekordumsatz von fast 427 Milliarden Euro. Die deutschen Hersteller erwirtschafteten davon knapp 134 Milliarden Euro, das war ein Plus von 5,2 Prozent. Volkswagen war demnach mit gut 65 Milliarden Euro Umsatzweltmeister – der Wert der Wolfsburger stieg im zweiten Quartal um sieben Prozent.

Die „echten Herausforderungen“ stünden aber auch ihnen und der deutschen Konkurrenz noch bevor, erklärten die Berater. „Strengere Emissionsgrenzwerte und der Vormarsch der Elektromobilität führen zu nie dagewesenen Umbrüchen – denen nicht alle Unternehmen gewachsen sein werden.“ (afp)

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