Waren Weichmacher für Steine den Inkas im alten Peru bekannt?

Von 25. September 2013 Aktualisiert: 25. September 2013 8:43
Der monolithische Bau in Saksaywaman, in Peru, beeindruckt mit über 100 Tonnen schweren Blöcken, die lückenlos aneinander gefügt sind. Die Geschichtsschreibung ordnet sie den Inkas zu.

Der monolithische Bau in Saksaywaman, in Peru, beeindruckt mit über 100 Tonnen schweren Blöcken, die lückenlos aneinander gefügt sind. Die Geschichtsschreibung ordnet sie den Inkas zu. Aber wie soll ein Volk, das technisch dazu nicht in der Lage gewesen sein kann, solche massiven Strukturen erschaffen haben?

Sie scheinen nicht von Menschenhand erschaffen, ihre außerordentliche Präzision und massive Konstruktionsweise fasziniert uns seit Menschengedenken – monolithische Bauten, die ausschließlich aus sehr schweren Natursteinen bestehen. Die Geschichtsschreibung ordnet sie im allgemeinen Völkern zu, deren Existenz historisch belegbar ist, auch wenn deren technische Möglichkeiten sehr beschränkt waren.

Die Standarderklärung will, dass die Oberflächen solange abwechselnd mit einem runden Steinhammer bearbeitet und an das Gegenstück gehalten worden sein sollen, bis die gewünschte Passgenauigkeit erreicht war. Das scheint überaus unpraktikabel, bedenkt man, dass bei diese Methode viele Tonnen schwere Stücke rasch hin und her bewegt werden mussten.

Heute wird angenommen, dass diese Überlieferungen von Missionaren stammen, die Inkas bei den Bauarbeiten beobachtet haben. Nur waren die verwendeten Steine zu jener Zeit viel kleiner – die Präzision aber, mit der die Steine zu dieser Zeit gefügt wurden, war trotzdem geringer. Außerdem hätte die komplizierte Geometrie der in den massiven monolithischen Strukturen verbauten Steine, die Inkas vor erhebliche Schwierigkeiten gestellt.

Sogar Vertreter der historisch anerkannten Hypothese, wie der Archäologe Jean-Pierre Protzen, geben zu, dass ein ständiges Heben und Senken der schweren Blöcke während der Füge-Arbeiten, als auch deren Transport zwischen dem Steinbruch und der Baustelle über große Distanzen, noch immer ein Problem darstellen.

Große Steine zu bewegen ist unter Umständen natürlich nichts Mystisches. Verläuft ein Transport bergab oder ist genügend Platz für Gespanne und Menschen zum Ziehen vorhanden, lassen sich sehr schwere Transportstücke bewegen. Zum Beispiel der Donnerstein, der die Basis einer Reiterstatue in Petersburg bildet, wiegt 1250 Tonnen und wurde mit etwas technischem Einfallsreichtum, ausschließlich von Menschen bewegt.

Wie aber soll von einer Gesellschaft mit primitiven Werkzeugen ohne technische Hilfsmittel ein 100 Tonnen schwerer Stein 20 Meilen durch die Berge transportiert worden sein? Jeder, der schon einmal versucht hat, ein modernes Auto allein anzuschieben (perfekt auf Rädern gelagerte zwei Tonnen), weiß, wie schwach Menschenhand angesichts von Tonnengewichten sein kann. Hier handelte es sich aber um ein Unterfangen, das 50-fache dieses Gewichts 1000-fach durch die Berge zu bewegen. Die Inkas kannten keine Räder. Verschiedenen Berichten der Spanier ist ebenfalls zu entnehmen, dass den Inkas keine dazu nötigen technischen Kenntnisse zugeschrieben werden können.

Zumindest können wir sagen, dass, wer immer diese Bauten errichtet hat – wir schreiben ihnen bisher geringere technische Möglichkeiten zu, als sie wahrscheinlich gehabt haben.

Es gibt historische Aufzeichnungen darüber, dass die Inkas selbst gegenüber den Eroberern äußerten, diese Strukturen nicht selbst gebaut zu haben und dass diese lange vor ihnen bereits existierten. Die Inkas selbst hatten lebhaftes Interesse daran, wie in Vorzeiten wohl die Steine in den Mauern so präzise zusammengefügt worden waren.

Von Saksaywaman heißt es in den Geschichtsbüchern, dass es 1508 fertiggestellt wurde. Garcilaso de la Vega, geboren 1539 in Cuzco, wuchs in der Gegend um Saksaywaman auf. Er war Verfasser mehrerer historischer Werke und Kenner der Geschichte der Inkas, bekannte aber selbst, nicht zu wissen, wie die berühmten Mauerwerke dort entstanden sind.

Könnte es also sein, dass die Inkas ihre Bauwerke auf bereits existierenden Fundamenten errichteten, und spanische Historiker dem Irrtum verfielen, die Inkas selbst wären die Erschaffer des gesamten Bauwerks gewesen?

Sollten die wahren Erbauer vor noch längerer Zeit gelebt haben, würde es den Lehrbuchautoren sicher noch schwerer fallen Erklärungen dafür zu finden. Denn nach unserem heutigen Verständnis wäre es noch undenkbarer, einer weitaus früheren Zivilisation das Wissen und die Fähigkeiten, solche Bauten zu erschaffen, zuzuschreiben.

Ur-Zivilisationen

Betrachten wir die Möglichkeit einer Zivilisation, die besser entwickelt war als die der Inkas, über die wir aber so gut wie nichts wissen – außer, dass sie Strukturen erschaffen konnte, wie die in Saksaywaman.

Über das Fügen der Steine gibt es bereits einige schlüssige Theorien. Verschiedene lokale Legenden berichten zum Beispiel von einer Flüssigkeit, einem Pflanzenauszug, mit dem die Steine weich gemacht wurden.

Forscher, wie der legendäre Percy Fawsett, kamen ebenfalls mit solchen Geschichten zurück, so auch Hiram Bingham, der Machu Picchu wiederentdeckte. Jorge A. Lira, ein katholischer Priester, berichtet 1983, er hätte den Weichmacher wiederherstellen können, war aber nicht in der Lage, den Stein wieder zu härten.

Erstaunlicherweise gibt es an einigen der Steine in Saksaywaman Stellen wie an heutigen Betonteilen – als ob diese gegossen oder durch Schleifarbeiten in Form gebracht wurden.

Obwohl wir hier nur Spekulationen äußern können, dürfen wir mit Sicherheit behaupten, dass Steinhammer und wiederholtes Heben und Senken nicht die Mittel waren, Saksaywaman zu errichten.

Bauten wie diese in Peru, im Land der Inkas, laden uns dazu ein, mehr über unsere Vergangenheit zu erforschen und darüber, dass unsere Vorfahren weit mehr entwickelt gewesen sein könnten als wir heute annehmen.


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion