Nach Tankerunglück vor Chinas Küste: Ölklumpen an japanischen Stränden entdeckt

Fast vier Wochen nach dem Tankerunglück vor der chinesischen Küste sind in Japan Ölklumpen angeschwemmt worden. An Stränden auf mehreren Inseln im Süden Japans seien "öl-ähnliche" Klumpen gefunden worden, heißt es.

Fast vier Wochen nach dem Tankerunglück vor der chinesischen Küste sind in Japan offenbar erste Ölklumpen angeschwemmt worden. An Stränden auf mehreren Inseln im Süden Japans seien „öl-ähnliche“ Klumpen gefunden worden, teilte die Regierung in Tokio am Freitag mit.

Die Herkunft der Klumpen wird demnach noch untersucht. Die Küstenwache wurde mit der Reinigung der betroffenen Strände beauftragt.

Der iranische Öltanker „Sanchi“ war am 6. Januar im Ostchinesischen Meer mit einem chinesischen Frachter zusammengestoßen, sofort in Brand geraten und am 14. Januar nach mehreren Explosionen gesunken. Die „Sanchi“ hatte 111.000 Tonnen Ölkondensat – ein besonders hochwertiges Leichtöl – und bis zu tausend Tonnen Schweröl als Treibstoff an Bord. Das Schiff sank, bevor die Ladung komplett verbrannt war. Experten warnten vor einer Umweltkatastrophe von historischem Ausmaß.

In den vergangenen Tagen waren an einem sieben Kilometer langen Küstenabschnitt der japanischen Insel Takarajima Verunreinigungen festgestellt worden. Auch auf anderen Inseln wurden Strände verschmutzt. Es handele sich um „schmierigen Schlamm“, sagte der Behördenvertreter Wataru Higo aus dem Dorf Toshima auf Takarajima. Die Anwohner befürchteten, dass die Verschmutzung noch zunehmen und auch Auswirkungen auf die Laichplätze Fliegender Fische haben könnte.

Wie Regierungssprecher Yoshihide Suga sagte, ist aber noch unklar, ob die Verunreinigungen tatsächlich der „Sanchi“ zuzuordnen sind. „Wir nehmen gerade Proben und untersuchen sie“, sagte Suga.

Das von der „Sanchi“ transportierte Ölkondensat bildet keine typischen Ölteppiche an der Meeresoberfläche, wie sie bei Tankerunglücken oftmals zu beobachten sind. Die Substanz ist aber für Meereslebewesen hochgiftig und nur sehr schwer vom Wasser zu trennen. Umweltschützer und Wissenschaftler haben bereits davor gewarnt, dass das ausgelaufene Öl auch die japanische Küste in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Der Greeenpeace-Experte Paul Johnston forderte die Behörden am Freitag auf, die japanischen Gewässer genau zu beobachten und die Säuberungsarbeiten zu verstärken. Vor allem Wale und Vögel seien bedroht, das Öl könne aber auch Fische vergiften. Greenpeace fordert, die angeschwemmten Ölklumpen mit Proben von der Unglücksstelle zu vergleichen, um herauszufinden, ob sie tatsächlich von der „Sanchi“ stammen. (afp)

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