Miss World Canada lässt auch vor den Toren Chinas nicht locker

Von und 28. November 2015 Aktualisiert: 28. November 2015 18:26
Anastasia Lin nutzt jede Gelegenheit durch ihre wachsende Berühmtheit als Schauspielerin und auch als Kanadas Schönheitskönigin, auf Unrecht und Verfolgung in ihrem Herkunftsland China hinzuweisen.

Hongkong – Anastasia Lin wollte keinen Medienansturm provozieren, als sie  zur Zwischenlandung am Donnerstagabend in Hongkong Station machte, aber genau das passierte. Die inzwischen zu weltweiter Berühmtheit gelangte “Miss World Canada“ erhielt von den Behörden in der chinesischen Provinz Hainan keine Einreisegenehmigung, um in der Stadt Sanya an den Miss World-Wettbewerben teilzunehmen.

Wochenlang waren die chinesischen Behörden stumm geblieben, aber Anastasia Lin musste erfahren, dass sie in China den offiziellen Status als „persona non grata“, also „nicht erwünscht“, hatte durch eine Erklärung der chinesischen Botschaft in Ottawa. Diese Information bekam sie, während sie am 25. November nach Hongkong flog, um von dort in die Stadt Sanya einzureisen. Sie wollte versuchen, eine Art legales Schlupfloch, das „Landungs Visum“, zu erhalten, das Personen aus bestimmten Ländern, darunter Kanada, bei der Ankunft in Sanya gewährt werden kann.

Wie kam es zu dieser Ausgrenzung? Die Schauspielerin Anastasia Lin ist ein ausgesprochene Verfechterin der Menschenrechte in China und eine Praktizierende von Falun Gong, einer spirituelle Praxis, die in ihrem Heimatland seit 16 Jahren verfolgt wird. Sie nutzt jede Gelegenheit durch ihre wachsende Berühmtheit als Schauspielerin und auch als Kanadas Schönheitskönigin, auf Unrecht und Verfolgung in ihrem Herkunftsland China hinzuweisen. Auch als ihr in China lebender Vater von Agenten der Kommunistischen Partei unter Druck gesetzt wurde, sie zum Schweigen zu bringen, gab sie nicht nach. 

Ein seltener Fall, in dem Schönheit, Intelligenz und Mut sich in einer Person vereinigen. LINK: Warum Anastasia Lin nicht nach China einreisen darf

Und so hielt sie am Freitagmorgen eine Pressekonferenz in Hongkongs Regal Airport Hotel ab und erklärte ein paar Dutzend Journalisten, was geschehen war. Der Raum war schnell überfüllt. Es war eine Kombination aus lokalen und internationalen Medien, und Anastasia Lin forderte sie auf, den Druck auf die chinesischen Behörden aufrecht zu erhalten, darüber wie sie und andere behandelt werden.

„Ich habe mich auf jeden Fall sehr verändert, seit ich mit 13 Jahren in den Westen kam. In China wurden wir so erzogen, dass die Kommunistische Partei das engste Mitglied der Familie war. Ich half auch, Propaganda gegen Falun Gong und die Tibeter zu verbreiten.“„Ich habe mich auf jeden Fall sehr verändert, seit ich mit 13 Jahren in den Westen kam. In China wurden wir so erzogen, dass die Kommunistische Partei das engste Mitglied der Familie war. Ich half auch, Propaganda gegen Falun Gong und die Tibeter zu verbreiten.“Foto: Pun Choi Shu / Epoch Times

Was Reporter Chinas Regierung fragen sollten

Anastasia Lin wartete mit einer Reihe von Fragen auf, die Reporter der chinesischen Regierung nach ihrer Meinung stellen sollten:

„Fragen Sie die chinesische Regierung, warum sie Angst vor einer Schönheitskönigin hat", sagte sie. „Bitten Sie um Auskunft, welche Art von Präzedenzfall dies für zukünftige internationale Veranstaltungen setzt.“ „Aber stellen Sie ihnen nicht allein Fragen über meinen Fall“, sagte sie.

„Fragen Sie sie, warum sie nicht zulassen, dass der Menschenrechtsanwalt Gao Zhisheng einen Zahnarzt besuchen darf, nachdem er die meisten seiner Zähne aufgrund von Folter verloren hat.“ 

„Fragen Sie sie, wie es sein kann, dass die chinesischen Krankenhäuser Zehntausende von Organtransplantationen durchführen, obwohl freiwillige Organspenden praktisch nicht vorhanden sind, und die Zahl der offiziellen Hinrichtungen in China bei weitem nicht ausreichend ist, um diese Menge zu liefern.“

„Fragen Sie sie, ob sie auch Sportler von den Olympischen Winterspielen ausschließen würden, weil sie anderer Meinung sind als die Kommunistische Partei.“

„Fragen Sie sie, warum sie ihren eigenen Leute nicht zutrauen zu können, unzensierte Informationen zu lesen.“

In einem Interview mit CTV, der kanadischen Rundfunkanstalt, wurde Lin gefragt, ob es China oder Anastasia Lin sei, die sich am meisten verändert hat, seit sie das Land mit 13 Jahren verlassen hat. „Ich habe mich auf jeden Fall sehr verändert“, sagte sie. „In China wurden wir so erzogen, dass die Kommunistische Partei das engste Mitglied der Familie war. Ich half auch, Propaganda gegen Falun Gong und die Tibeter zu verbreiten.“

„Nachdem ich hierher kam, begann meine Mutter, mich in die Möglichkeiten einzuführen, wie die westliche Welt denkt. So begann ich, meine Augen für all diese verschiedenen Geschichten zu öffnen“, sagte sie, die mittlerweile selbst eine „Geschichte“ ist.

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