Von einer lokalen Guerilla zur weltweiten Drogenmafia – Der Westen, der Iran und die Hisbollah

Epoch Times14. Juni 2019 Aktualisiert: 14. Juni 2019 16:58
Laut neuesten Enthüllungen haben westliche Regierungen wiederholt Geheimdienstinformationen über die kriminellen und terroristischen Aktivitäten der libanesischen Hisbollah zurückgehalten, um das Iran-Abkommen 2015–16 nicht zu gefährden. Wie viel wusste die Bundesregierung?

In einem langen Enthüllungsbericht dokumentiert Politico diese Woche, wie die Regierung unter US-Präsident Barack Obama seit 2008 die Drogenermittler der Drug Enforcement Administration (DEA) ausgebremst hat, die das weltweite  Drogengeschäft der Hisbollah ausheben wollten.

Unter dem Codenamen „Project Cassandra“ entlarvten die DEA-Agenten David Asher, John „Jack“ Kelly und Derek Maltz ein Drogen- und Waffennetzwerk, das in Zusammenarbeit mit dem libanesischstämmigen Vizepräsidenten von Venezuela Tareck Aissami Kokain in die USA und nach Europa schmuggelte und Waffen nach Venezuela.

Die staatliche venezolanische Fluglinie Conviasa flog einmal die Woche mit Waffen und Drogen von Caracas über Damaskus nach Teheran und erhielt den Spitznamen „Aeroterror“. Die DEA-Agenten schätzen den Umsatz dieser Geschäfte auf 1 Milliarde Dollar im Jahr.

Die Zahlungen hierbei wurden oft über libanesische Gebrauchtwagenhändler gewaschen, die alte Autos in den USA mit Drogengeld kauften und die Autos dann zu Tausenden nach Benin in Westafrika verschifften, wo sie wieder zu Geld gemacht wurden. Dieses Geld floss dann an die Hisbollah im Libanon – ein Modell, das durchaus auch in Deutschland denkbar ist. Die Zwischenmänner in Westafrika handelten aber ebenso gerne mit Konsumgütern, Diamanten oder sogar Sklaven.

Obwohl die DEA-Agenten schon 2011 dank weltweiter Abhörtechnik Nachweise für die Geldwäsche in Höhe von 483.142.568 US-Dollar hatten und Beweise gegen die wichtigsten Hintermänner sammeln konnten, wurden sie von der Obama-Regierung ausgebremst, die angetreten war, ein „besseres Verhältnis“ zum Terrorregime von Teheran und zu den „moderaten Elementen“ der Hisbollah aufzubauen, wie Obamas damaliger Terrorexperte John Brennan sagte. Als Brennan, der die Hisbollah eine „sehr interessante Organisation“ nannte, 2012 CIA-Chef wurde, war dies effektiv das Aus für Project Cassandra.

Die Hisbollah-Ermittlungen wurden unter der Obama-Regierung ausgebremst, um das Atom-Abkommen mit dem Iran nicht zu gefährden“, sagte die ehemalige US-Bundesbank-Angestellte Katherine Bauer am 16. Februar 2017 vor dem Außenausschuss des US-Repräsentantenhauses.

In dieser Zeit mussten die DEA-Beamten zusehen, wie die Hisbollah „von einer paramilitärischen Organisation mit regionaler Bedeutung zu einem weltweit operierenden kriminellen Konzern wurde, der Milliarden mit den gefährlichsten Geschäften der Welt umsetzte, darunter Programme zur Herstellung chemischer und nuklearer Waffen. Für diese Leute sind die USA der Todfeind“ so Jack Kelly, führender DEA-Ermittler im Hisbollah-Fall, zu „Politico“: „Warum durften wir sie nicht verhaften?“

Als die Obama-Regierung mit wesentlicher Beteiligung der Merkel-Regierung am 17. Januar 2016 das „Iran-Abkommen“ implementierte, war „Project Cassandra“ längst tot. Jack Kelly wurde in eine andere Abteilung versetzt, seine Kollegen Derek Maltz und David Asher hatten schon ihren Hut genommen. Die Regierung unter US-Präsident Donald Trump hat nun stillschweigend wieder Kontakt zu den DEA-Veteranen aufgenommen, um ihre Ermittlungen wieder aufzugreifen, so „Politico“.

Trumps Sicherheitsberater John Bolton war schon 2004 als Atom-Unterhändler der USA ein Kritiker der Iran-Verhandlungen, denn die EU-Bemühungen „produzierten genau das Gegenteil der erwünschten Wirkung: Sie kauften dem Iran Zeit, um die Tücken der Produktion waffenfähigen Materials zu meistern, und brachten dem Westen überhaupt nichts“, schrieb Bolton in seinem Buch „Surrender Is Not an Option“ (Kapitulation ist keine Option) 2007, S. 143 ff. Bolton nannte vor allem die deutschen Iran-Unterhändler unter Joschka Fischer schon vor 15 Jahren „hoffnungslos“. „Die EU-Unterhändler waren so euphorisch, dass es gar keinen Sinn hatte, mit ihnen vernünftig zu reden“, beschrieb Bolton die Verhandlungen 2004.

Deshalb ließ ich sie erst einmal machen und wartete nur darauf, bis die Iraner wieder ihr wahres Gesicht zeigten und den Karren in den Graben fuhren, was auch prompt passierte, als sie statt einem Ende der Uran-Anreicherung nur noch eine Aussetzung anboten … Deutschland dachte trotzdem, wie üblich, dass alles prima sei.“

Am 14. Juli 2015 wurde das Atomabkommen mit dem Iran in Wien unterzeichnet. Laut einem Bericht des Daily Telegraph entdeckte der MI-5 mit Hilfe des Mossad kurz darauf in London einen Hisbollah-Plan für einen Bombenanschlag. Drei Tonnen Ammoniumnitrat in tausenden Kühlpacks, das zum Bombenbau verwendet wird, wurden in vier Wohnungen in London sichergestellt.

Ein Mann wurde verhaftet, aber später aus Mangel an Beweisen freigelassen. Laut Times of Israel versuchte die Hisbollah daraufhin, den Bombenbau in andere Länder zu verlegen, scheiterte aber am Mossad. 2015 wurde außerdem auf Zypern der Hisbollah-Agent Hussein Bassam Abdallah zu sechs Jahren Haft verurteilt, nachdem er mit 8,2 Tonnen Ammoniumnitrat verhaftet wurde.

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Die Tatsache, dass der Londoner Anschlagsplan erst jetzt bekannt wurde, könnte laut „Telegraph“ ebenfalls daran liegen, dass westliche Regierungen das Iran-Abkommen nicht gefährden wollten. 2012 sprengte die Hisbollah in Bulgarien einen Reisebus in die Luft und tötete 5 israelische Touristen und den bulgarischen Busfahrer.

Am 16. Januar 2016 flog ein US-Transportflugzeug mit 400 Millionen Dollar in bar auf Paletten nach Teheran. Nach dem Obama-Merkel-Deal wurden dem Iran 100 Milliarden Dollar ausgezahlt, darunter 1,7 Milliarden Dollar in bar, mit denen der Iran seitdem Hamas-Raketen auf Israel, Hisbollah-Terrortunnel im Libanon und Houthi-Rebellen im Jemen finanziert. Der ehemalige UNO-Atominspekteur Olli Heinonen sagte diese Woche dem israelischen Militärradio, der Iran reichere immer noch Uran an und könne „in 6 bis 8 Monaten genug waffenfähiges Material für eine Atombombe herstellen“.

Am vergangenen Donnerstag verzichteten die Altparteien darauf, den Antrag der AfD für ein Verbot der Hisbollah zu unterstützen. Die Hisbollah unterhält bei der Stadtsparkasse Bremen eines ihrer zentralen Auslandskontos, wie die Jerusalem Post enthüllte. 1.050 Hisbollah-Aktivisten sammeln Spenden und rekrutieren Terroristen in Deutschland.

Die libanesische Drogenmafia ist in Deutschland sehr stark vertreten und hat laut Experten bereits ihre Leute bei der Polizei, der Bundeswehr und sogar bei einigen Landeskriminalämtern (LKAs) eingeschleust. Eine Anfrage des „Deutschland Kurier“ bei der Bundesregierung hierzu blieb bislang unbeantwortet.

Zuerst erschienen im Deutschland-Kurier.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.