Presse unerwünscht: Im Shanghai Pudong New District People's Court, wo der chinesische Bürgerjournalist Zhang Zhan - der über den Covid-19-Ausbruch in Wuhan berichtete und seit Mai in Haft ist - am 28. Dezember 2020 vor Gericht steht.Foto: LEO RAMIREZ/AFP via Getty Images

WHO-Experte zur Corona-Untersuchung: „Mit einer vollständigen Aufklärung ist nicht mehr zu rechnen“

Epoch Times14. Februar 2021 Aktualisiert: 14. Februar 2021 21:21

Die USA und ein Experte der Weltgesundheitsorganisation WHO haben China aufgefordert, mehr Daten zu den möglichen Ursprüngen der Corona-Pandemie zur Verfügung zu stellen.

„Wir brauchen mehr Daten“, um mögliche frühe Corona-Fälle ausfindig zu machen, sagte der Leiter der WHO-Mission in Wuhan, Peter Ben Embarek, am Samstag der Nachrichtenagentur AFP.

Auch der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden forderte die Offenlegung aller Daten über die „ersten Tage des Corona-Ausbruchs“.

Ben Embarek und sein internationales Expertenteam sollten – nach über einem Jahr nach Ausbruch der Pandemie – im Auftrag der WHO in Wuhan den Ursprüngen der Pandemie auf den Grund gehen. In der chinesischen Millionenstadt waren im Dezember 2019 die ersten Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet worden.

WHO wird unterstellt sich von Peking beeinflussen zu lassen

Dabei stehen sowohl Peking als auch die WHO in der Kritik wichtige Informationen während der Verbreitung des Coronavirus verspätet bekanntgegeben zu haben. Der WHO wird von Kritikern unterstellt sich von Peking instrumentalisieren zu lassen.

Die WHO-Experten gehen auch nach ihrer Untersuchung weiter davon aus, dass das neuartige Coronavirus von Fledermäusen über ein weiteres Tier als Zwischenwirt auf den Menschen übertragen wurde. Doch wann und wo das genau geschehen sein könnte, ließ sich nach ihren Angaben nun nicht klären.

Peking hatte eine unabhängige internationale Untersuchung zum Ursprung des Virus, die bei der Eindämmung der jetzigen und kommenden Pandemien helfen sollte, zunächst verweigert.

Trump stellte Zahlungen an WHO wegen Handhabung der Corona-Pandemie ein

Erst mit einem Jahr Verspätung stimmte Peking der WHO-Mission zu, doch beschränkte sich diese letztendlich auf knapp zwei Wochen und blieb politisch heikel. Peking weist jede Verantwortung für die Pandemie von sich und behauptete nach internationalem Druck, besonders seitens der Trump-Administration, plötzlich der Virus sei von den USA gezielt nach China gebracht worden.

Die USA versuchte mit einem Expertenteam bereits am 6. Januar 2020 nach China einzureisen, um bei der Eindämmung der Pandemie zu unterstützen und eigene Untersuchungen durchzuführen. Die Einreise verweigerte die chinesische Staatsführung jedoch.

Aufgrund des Verhaltens der WHO stoppte der damalige US-Präsident Donald Trump die US-Zahlungen an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die USA trat schließlich aus der WHO aus.

Trump sagte damals es werde „eine Überprüfung vorgenommen, um die Rolle der WHO bei der schlechten Handhabung und Verschleierung der Ausbreitung des Coronavirus zu ermessen“. Die Welt habe „viele falsche Informationen“ zu den Übertragungswegen und der Sterblichkeit durch das Coronavirus erhalten, sagte Trump. Die USA waren damals der größte Beitragszahler der WHO.

Peking wird Vertuschung in der Corona-Pandemie vorgeworfen

Peking selbst wird eine Vertuschung im Rahmen des Virusausbruchs vorgeworfen. Dazu gehört das Zulassen von großen Neujahrs-Feierlichkeiten im Januar 2020 trotz zahlreicher Corona-Fälle. Einanderer Punkt ist die Verharmlosung der Mensch-zu-Mensch-Übertragungsfähigkeit in der externen Kommunikation, obwohl bekannt war, dass diese Übertragung stattfindet.

Zudem wurde eine verspätete Abriegelung von Wuhan dem Ausbruchsort von SARS-CoV-2 kritisiert, wodurch Millionen von Auslands-Chinesen, die sich aufgrund des Neujahrsfestes in Wuhan aufhielten, per Flugzeug die Stadt noch verlassen konnten und so den Virus in aller Welt verbreiten konnten.

Und schließlich die Unterdrückung der Weitergabe von Informationen rund um den neuartigen Coronavirus, die landesweit betrieben wird. So wurden chinesische Bürger durch die Behörden gezielt eingeschüchtert und mundtot gemacht, die ihre Mitmenschen vor dem Virus warnen wollten und über den Virus informieren wollten.

WHO-Experte: Mit einer vollständigen Aufklärung ist nicht mehr zu rechnen

Es gebe in seinem Team eine Mischung aus Frustration und der „realistischen“ Einschätzung, was „in welchem Zeitrahmen machbar ist“, sagte Ben Embarek nun. Nach seinen Angaben hätte sein Team gerne die Rohdaten über frühere Krankheitsfälle wie Lungenentzündung, Grippe und Fieber untersucht, bei denen es sich möglicherweise bereits um Covid-19 gehandelt habe. Dabei geht es um 72.000 Fälle zwischen Oktober und Dezember, von denen chinesische Experten aber nur 92 nachträglich auf das Virus untersuchten.

Trotz der deutlich verspäteten Untersuchung in Wuhan gebe es noch „eine Menge zu lernen, eine Menge zu entdecken“, sagte Ben Embarek. Auch nach den Worten seines Kollegen Watson ist es immer noch möglich, mehr als bisher über die frühen Stadien der Pandemie zu lernen. Mit einer vollständigen Aufklärung sei aber nicht mehr zu rechnen.

Wie heikel die WHO-Mission ist, zeigen auch die Reaktionen der USA. Bidens Sicherheitsberater Jake Sullivan forderte am Samstag einen „unabhängigen“ WHO-Bericht ohne Einmischung oder „Änderungen“ der Expertenmeinungen durch die chinesische Regierung. Washington habe „ernste Bedenken“ über die Art und Weise, wie die Untersuchung in Wuhan gelaufen sei, sagte er.

EU-Gesundheitskommissarin kündigt Schnellverfahren für an Virusmutationen angepasst zugelassene Corona-Impfstoffe an

Im Kampf gegen die Pandemie kündigte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides unterdessen ein Schnellverfahren an, wenn bereits zugelassene Corona-Impfstoffe an Virusmutationen angepasst werden.

Nach Beratungen mit der Arzneimittelagentur EMA habe die Kommission entschieden, „dass ein Impfstoff, der vom Hersteller auf der Basis des bisherigen Vakzins zur Bekämpfung neuer Mutationen nachgebessert wurde, nicht mehr den ganzen Zulassungsprozess durchlaufen muss“, sagte Kyriakides der „Augsburger Allgemeinen“. Es werde also schneller gehen, geeignete Impfstoffe verfügbar zu haben, „ohne bei der Sicherheit Abstriche zu machen“.

(afp/er)



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