2021: Fast viermal mehr Krankschreibungen wegen Impfnebenwirkung als wegen Corona

Unter den Angestellten in Deutschland hat eine Diagnose über Impfnebenwirkungen im Jahr 2021 zu beinahe viermal mehr Krankschreibungen geführt als eine Infektion mit dem Coronavirus. Das hat der Programmierer und Datenanalyst Tom Lausen herausgefunden.
Der Datenanalyst Tom Lausen bei seinem Vortrag in Lüchow am 10. März. Foto: Screenshot/YouTube/CastorTVLive
Der Datenanalyst Tom Lausen bei seinem Vortrag in Lüchow am 10. März 2023.Foto: Screenshot/YouTube/CastorTVLive
Von 29. März 2023

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Waren in den Jahren 2020 und 2021 mehr Menschen in Deutschland wegen einer Corona-Infektion krankgeschrieben als wegen einer Impfnebenwirkung? Der Programmierer und Datenfachmann Tom Lausen ist der Frage nachgegangen und stellte seine Antworten am 10. März in Lüchow (Niedersachsen) öffentlich vor.

Lausen hatte dazu die Gesamtzahl der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen von rund 46 Millionen Pflichtversicherten ausgewertet.

Nach Diagnose-Codes aufgeschlüsselt

Der ICD10-Code, der bei jeder Krankschreibung vom behandelnden Arzt ausgestellt werden muss, lieferte einen einfachen Filter für Lausens Analyse: Wenn ein Patient wegen einer symptombehafteten Corona-Erkrankung mit positivem PCR-Test krankgeschrieben wurde, musste der Code U07.1 angegeben werden. Handelte es sich nach ärztlicher Diagnose um eine Erkrankung aufgrund einer Impfnebenwirkung, mussten die Mediziner zwischen den ICD10-Codes T88.1, T88.0, U12.9, U07.1 und Y59.9 wählen.

Nicht berücksichtigt wurden jene Fälle, in denen zwar ein positiver Test vorlag, aber nicht über Symptome geklagt wurde. Denn dann war nach Informationen der „Techniker Krankenkasse“ zwar Quarantäne vorgeschrieben, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aber durfte von keinem Arzt ausgestellt werden. (Video von Castor TV auf YouTube, Start bei ca. 55:45 Min.)

Krankschreibungen aufgrund eines positiven PCR-Tests

Für das erste Coronajahr 2020 hatte die Statistik des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) (PDF) insgesamt 36.019.225 Krankschreibungsfälle unter den gesetzlich Pflichtversicherten ausgewiesen, darunter laut BMG 171.731 Fälle mit der Diagnose U07.1 – also einer Corona-Erkrankung mit positivem Test. Dieser Code war erst 2020 eingeführt worden.

Somit seien im Krisenjahr 2020 rund 0,48 Prozent der Krankschreibungen des Jahres direkt auf das Konto der „Pandemie“ gegangen, rechnete Lausen vor.

Im Folgejahr 2021 habe sich diese Zahl laut BMG auf 324.766 beziehungsweise 0,9 Prozent fast verdoppelt.

 

Unter den rund 46 Millionen Pflichtversicherten in Deutschland gab es 2020 genau 36.019.225 Krankschreibungsfälle. Foto: Screenshot, Bundesministerium für Gesundheit

Unter den rund 46 Millionen Pflichtversicherten in Deutschland gab es 2020 genau 36.019.225 Krankschreibungsfälle. Foto: Screenshot, Bundesministerium für Gesundheit

 

Jeweils weniger als ein Prozent aller Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen der Jahre 2020 und 2021 seien also aufgrund einer Corona-Virusinfektion ausgestellt worden, so Lausens Zwischenfazit. Er stellte seinem Publikum eine rhetorische Frage: „Ist das eine gute Grundlage, um für die ganze Welt, zumindest für ganz Deutschland, […] Impfungen bereitzustellen oder überhaupt herzustellen im Schnellverfahren?“

Krankschreibungen aufgrund einer Impfnebenwirkung

Die Zahl der AU-Bescheinigungen aufgrund einer Impfnebenwirkung (ICD10-Code T88.1, „Komplikation nach Impfung“) sagt für das Jahr 2020 noch nicht viel aus: Immerhin begann die COVID-19-Impfkampagne in Deutschland ja erst am 27. Dezember 2020. Trotzdem nannte das BMG für 2020 genau 5.731 Fälle. In den Jahren 2016 bis 2019 hatte es jeweils zwischen 3.236 und 4.200 solcher Fälle gegeben.

Im Jahr 2021 aber seien die T88.1-Diagnosen auf 965.385 Fälle geradezu explodiert. Rechne man noch die übrigen Impfnebenwirkungscodes T88.0, U12.9 und Y59.9 dazu, so lande man 2021 bei insgesamt 1.242.847 entsprechender Krankschreibungen. Der Code U12.9 („Unerwünschte Nebenwirkung bei der Anwendung von COVID-19-Impfstoffen“), der erst 2021 eingeführt worden war, habe dabei immerhin mit 269.449 Fällen zu Buche geschlagen.

Während es im Jahr 2021 – wie gezeigt – also genau 324.744 AU-Atteste wegen symptomhafter Corona-Infizierungen gegeben habe, seien im gleichen Zeitraum 1.242.847 Krankschreibungen wegen irgendeines Impfnebenwirkungscodes erfolgt, bei denen definitiv keine Corona-Diagnose vorlag. Somit habe es 2021 beinahe viermal mehr Krankschreibungen wegen Impfnebenwirkungen als wegen Corona gegeben. Über die jeweilige Art und Dauer der Erkrankungen hatte Lausen allerdings noch keine Erkenntnisse gewonnen.

Trotzdem sei der Anstieg der Impfnebenwirkungsdiagnosen für Krankschreibungen 2021, dem Jahr, in dem die Corona-Schutzimpfung erstmals millionenfach verabreicht worden war, auffällig. Denn in den fünf Jahren von 2016 bis 2020 habe es insgesamt nur 20.644 AU-Atteste wegen einer Impfnebenwirkungsdiagnose bei Arbeitnehmern gegeben – 60-mal weniger als allein 2021. Und das, obwohl 2021 nur viermal mehr geimpft worden sei.

Allein 2021 gab es rund 60 Mal so viele Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen wegen Impfnebenwirkungen als in den fünf Jahren davor. Foto: Screenshot/YouTube/CastorTVLive

Allein 2021 gab es rund 60-mal so viele Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen wegen Impfnebenwirkungen als in den fünf Jahren davor. Foto: Screenshot/YouTube/CastorTVLive

In Deutschland wird viel geimpft – nicht nur gegen Corona

Zu beachten sei bei all dem selbstverständlich, so Lausen, dass in Deutschland Impfnebenwirkungen nicht ausschließlich auf COVID-19 zurückzuführen seien: Laut „Arzneimittelatlas“ seien 2020 immerhin rund 47 Millionen Dosen anderer Impfstoffe verabreicht worden, darunter knapp die Hälfte zur Influenza-Vorbeugung.

2021, als die Impfkampagne gegen Corona in Fahrt kam, seien 58,14 Millionen Impfdosen gegen COVID-19 verabreicht worden – neben den immerhin noch knapp 44 Millionen (PDF) Impfungen, die es übers Jahr hinweg abseits der Corona-Thematik gegeben hatte. „Wir haben pro Jahr auch schon vor Corona sehr viel geimpft, das ist nur nie bekannt gewesen“, erläuterte Lausen seine Recherchen.



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