Coronavirus Deutschland: Aussteller aus China berichtet über ISPO Award 2020 in München

Epoch Times29. Januar 2020 Aktualisiert: 12. Februar 2020 9:33
Während in der chinesischen Stadt Wuhan, in der das neuen Coronavirus 2019-nCoV erstmalig aufgetreten war, die Region mit 56 Millionen Menschen großflächig abgeriegelt wird, besuchen chinesische Händler die Messen in Deutschland. Einer von ihnen meldet sich über die chinesischen sozialen Medien Weibo.

Während die Spielwarenmesse in Nürnberg unmittelbar bevorsteht, ist die ISPO Award 2020 schon seit Tagen in vollem Gang. Zu der Sportmesse, die noch bis 29. Januar in München stattfindet, hatten sich auch laut Website des Veranstalters 765 Aussteller aus China angemeldet, davon vier direkt aus Wuhan. In dieser Stadt war der neue Coronavirus 2019-nCoV erstmalig aufgetreten.

Chinesische Aussteller aus China, die an der ISPO teilnehmen, berichteten nun über die sozialen Medien, dass die Stände der Chinesen viel weniger besucht werden als die der Europäer. In Gesprächen erkundigen sich die Europäer bei den chinesischen Ausstellern oft, ob die Situation in der Provinz Hubei „sehr, sehr  schlimm sei“.

„Jedes Mal, wenn wir so gefragt werden, wissen wir gar nicht, wie wir antworten sollen“, schreibt ein chinesischer Händler auf Weibo. Das klinge fest so, als ob die  Europäer denken würden, dass die Seuche bereits außer Kontrolle geraten sei.

Weiter heißt es: Die europäischen Besucher seien – im Gegensatz zu den eigenen Landsleuten – viel „toleranter“. In China hingegen würden die Bürger aus Wuhan gemieden. Der Aussteller bringt auf Weibo seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Epidemie in China bald unter Kontrolle kommt.

Darüber hinaus gibt es deutschlandweit noch weitere Messen, an denen auch chinesische Händler vertreten sind:

Bei der „Christmasworld“ in Frankfurt waren 139 chinesische Händler angemeldet, für die „Creativeworld 2020“ insgesamt 17 chinesische Händler, davon einer aus Wuhan und für die „Paperworld 2020“ sind 284 chinesische Händler, davon vier aus Wuhan gemeldet.

Ab den Morgenstunden des 29. Januar werden Tausende und Abertausende nach Nürnberg strömen. Denn dort findet die beliebte Spielwarenmesse 2020 statt, 2.886 Aussteller aus 68 Ländern und  67.000 Besucher aus 132 Ländern werden erwartet, darunter auch 360 Aussteller aus China.

Inzwischen steigen weltweit die Zahlen der Viruserkrankungen. So wurde der Fall eines japanischen Busfahrers gemeldet. Dieser hatte Anfang des Monats laut „Donaukurier“ zwei Gruppen chinesischer Touristen aus Wuhan gefahren.

Erste Infizierte in Bayern

Auch in Deutschland nimmt man inzwischen den aus China stammenden Coronavirus 2019-NCoV nicht mehr auf die leichte Schulter. In Bayern gibt es aktuell vier Infizierte. Die Mitarbeiter der Firma Webasto hatten sich allesamt bei einer chinesischen Kollegin, die ein Seminar abgehalten hatte, infiziert. Die Chinesin selbst hatte zum Zeitpunkt Seminarzeitpunkt keinerlei Symptome einer Erkrankung. Diese tauchten erst auf, als sie bereits zurück in Shanghai war.

Der Automobilzulieferer Webasto schließt aufgrund von insgesamt vier Fällen von mit dem Coronavirus infizierten Mitarbeitern vorübergehend seinen Stammsitz in der oberbayerischen Gemeinde Gauting. Die Maßnahmen zum Schutz der Belegschaft seien „aufgrund der neueren Entwicklungen ausgeweitet“ worden, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Bis zum 2. Februar werde der Standort Stockdorf geschlossen.

Zudem sollten bis zum 2. Februar keine Reisen von Mitarbeitern der Firmenzentrale in Stockdorf „an nationale und internationale Standorte“ unternommen werden, so der Automobilzulieferer weiter. Für China gelte diese Regelung für zwei Wochen.

Außerdem werde ab Mittwoch das „systematische Testen von Kontakten der betroffenen Personen durch ein Ärzte-Team des Gesundheitsamts“ beginnen, teilte das Unternehmen weiter mit.

„Wir wissen aktuell von drei weiteren positiv getesteten Mitarbeitern und ermitteln gerade die Kolleginnen und Kollegen, die mit ihnen in Kontakt waren“, sagte Holger Engelmann, Vorstandsvorsitzender der Webasto Gruppe. Zuvor hatte der Automobilzulieferer bereits am Montag alle Dienstreisen nach und von China für mindestens zwei Wochen abgesagt und den Mitarbeitern am Standort Stockdorf freigestellt, diese Woche im Homeoffice zu arbeiten.

Berliner Senat schaltet Hotline

In Berlin schaltet die Senatsverwaltung ab morgen eine Beratungshotline zum Coronavirus:

(dts/sua)

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