Der trojanische Marx von Trier – Zwiespalt ist sein Inhalt

Von 9. May 2018 Aktualisiert: 10. Mai 2018 16:43
Eins brachte das "Geschenk" aus China bestimmt mit sich: das Potenzial, die Gesellschaft weiter zu spalten und möglicherweise für den Klassenkampf vorzubereiten. Die Gewalt-Lehre des Karl Marx beginnt zu wirken ...

Ein älterer Herr wird aus der Konstantinbasilika in Trier herausgeführt: „Lassen Sie mich los!“, beschwert er sich entrüstet bei den Männern im schwarzen Anzug, die die Karl-Marx-Gedenkveranstaltung am Abend des 4. Mai mit Juncker, Dreyer & Co. beschützen.

Als sie ihn endlich gehen lassen, kann unser Reporter ihn um ein kurzes Statement bitten und erfährt, dass der Mann in der DDR für eineinhalb Jahre politisch inhaftiert war wegen kirchlicher Friedensarbeit. Den Tränen nahe sprach er von einem Skandal, „dass hier in der Kirche Karl Marx geehrt wird, der 100 Millionen Menschen auf dem Gewissen hat.“

Generation ohne Großväter: Angst vor Rückkehr des Kommunismus

„Sie haben abgeholt.“ Sie mussten sich schuldig bekennen, wurden gefoltert und ermordet. Eine ältere Frau trägt ein Schild, auf dem sie über das Schicksal ihrer Familie berichtet. „Wir sind alle schon 60-jährige Menschen, gegen 70, und wir sind eine Generation ohne Großväter“, erklärte die Russland-Deutsche der EPOCH TIMES am Rande des Schweigemarschs für die Opfer des Kommunismus am 5. Mai 2018 in Trier, während die Stadtführung und viel Prominenz den Geburtstag des kommunistischen Ur-Ideologen feiert.

Die Frau spricht von einer Angst, der Angst, dass sich die Geschichte wiederholt, Verbrechen geschehen, wie zur Stalin-Zeit in der UdSSR. Dabei waren ihre Vorfahren nicht einmal politische Gegner der Kommunisten. Sie seien einfache Bauern gewesen, konservativ, wollten den Kommunismus nicht, keine Lehre von Karl Marx, keinen Klassenkampf, keine Diktatur des Proletariats. Die Bauern und die Intelligenz, dass seien jene gewesen, die hauptsächlich ermordet wurden.

Der Höhepunkt des staatlichen Tötens, der „Große Terror“, fand dabei zwischen 1936 und 1938 statt, in einer Zeit, in der das Hitler-Regime in Deutschland herrschte.

Freigekauft aus dem DDR-Kerker

Dann trafen unsere Reporter den älteren Herrn wieder, der am Freitag aus der Basilika rausgeworfen wurde. Er war gerade dabei ein Buch zu lesen: „Erschossen in Moskau…: Die deutschen Opfer des Stalinismus auf dem Moskauer Friedhof Donskoje 1950–1953″, doch er war gerne bereit, die Lektüre zu unterbrechen und uns etwas mehr über sich zu erzählen.

So konnten wir erfahren, dass er für die Info-Zeitschrift „der stacheldraht“ schreibt, die von der UOKG, der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft, einem 1991 gegründeten Dachverband von Opfern realsozialistischer Diktaturen, herausgegeben wird.

Alexander Bauersfeld wurde vom SED-Regime 1982 zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, wegen „Landesverräterischer Nachrichtenübermittlung“ und in Cottbus eingekerkert. Hier musste er sich auch von seiner ebenfalls inhaftierten Ehefrau zwangsscheiden lassen. Doch was hatte er eigentlich getan?

Laut einem Bericht der „Badischen Zeitung“ hatte Bauersfeld „pazifistische Jugendgottesdienste veranstaltete“ und war „in der Friedensbewegung aktiv“. Zugleich unterhielt er verbotenerweise Kontakte zu Westdeutschen und Regimegegnern.

Im Juni 1984 wurde er von der damaligen Bundesregierung unter Helmut Kohl (CDU) für 85.000 DM freigekauft. Für die Partei „Die Linke“ hat er wenig übrig, sieht er sie dem Bericht zufolge doch in der Tradition der SED-Diktatur. Nur den Namen hätten sie geändert.

Marx-Feiern in der Kirche unerträglich

Auch ihm waren die Stände der Falun Gong-Praktizierenden aufgefallen:

Es berührt mich sehr, dass hier die Vertreter von Falun Gong sind, weil ich weiß, dass sie besonders hart in der kommunistischen Diktatur verfolgt werden und ich als evangelischer Christ bin völlig solidarisch mit diesen Menschen.

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Er hoffe auch, dass viele Trierer begreifen, dass man Marx nicht von diesen Verbrechen gegen Falun Gong trennen könne, dass man nicht sagen könne: „Der hat damit nichts zu tun“, wie es die Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) getan habe. Das habe er furchtbar unangenehm empfunden, so der Mann, der wegen kirchlicher Friedensarbeit im Stasi-Knast saß.

Was mich besonders gestört hat war, dass die ganze Spitze des Landes Rheinland-Pfalz in einer Kirche Karl Marx gefeiert hat, was für mich unerträglich ist, als evangelischer Christ.“

 Wenn Chinas KP durch Trier spaziert

Auch beim Trauermarsch war der ältere Herr wieder zu sehen. Er hatte sich eine Tibet-Fahne umgehängt, in Erinnerung daran, dass dort der Kommunismus auch heute noch wütet.

Unweit, an einem der an diesem Wochenende zahlreichen Infoständen von Falun Gong-Praktizierenden, wird über die fast schon 20 Jahren andauernde Verfolgung durch die Kommunistische Partei Chinas informiert, deren hohe Vertreter gerade eben in der Stadt weilen und sich amüsieren. Doch die Gesandschaft des letzten großen Bollwerks des Kommunismus in der Welt ist nicht nicht zum Spaß in Trier.

Siehe auch:

Die 45 Ziele des Kommunismus zur Errichtung der Weltherrschaft: Schulen, Medien, Kirche, TV, Kunst… kontrollieren – und die UN fördern

 

 

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