Demonstranten bilden eine Menschenkette, eine Aktion der Organisation "#unteilbar" am 14. Juni 2020 vor dem Brandenburger Tor in Berlin. JOHN MACDOUGALL/AFP über Getty Images

Deutschland am Wendepunkt: Psychologe sieht Ausweg aus „großkoalitionärer Eintracht und Alternativlosigkeit“

Von 22. Juni 2020 Aktualisiert: 22. Juni 2020 15:38
Die Corona-Krise hat ans Licht gebracht, was in Deutschland schon lange brodelt. Nun treibt die Unzufriedenheit die Menschen auf die Straße. Dabei könnten gerade jetzt im Land der Dichter und Denker die Weichen für unsere Zukunft gestellt werden.

„Die Erfahrungen in der Corona-Krise haben uns für Ungerechtigkeiten sensibilisiert, die schon lange in unserer Gesellschaft gären“, sagte Stephan Grünewald, Psychologe, Bestseller-Autor und Gründer des Kölner Marktforschungsinstituts rheingold im „Fokus“-Interview. Schon vor dem Lockdown hätte sich Deutschland in einem „aufgewühlten seelischen Zustand“ befunden.

Vielen Menschen würde es zwar gut gehen und Deutschland als „Insel des Wohlstands“ in einer Welt krisenhafter Umbrüche erleben. Allerdings rumore es auch. Während der soziale Zusammenhalt schwindet, seien radikale Parteien auf dem Vormarsch. Immer mehr Bürger hätten das Gefühl, dass die Zukunft nur schlimmer werden könne. Die Corona-Krise habe viele gesellschaftliche Bruchlinien verstärkt.

Chronisch unterbezahlte, systemrelevante Berufe, ungleiche Chancen für Schüler im Bildungssystem, hohe Lebenskosten in Städten. „Der Lockdown hat offenbart, wie groß die Klassenunterschiede in Deutschland eigentlich sind“, erklärte Grünewald.

Auch aus psychologischer Sichtweise sei das deutsche Volk geteilt. Während die eine Hälfte der Bevölkerung den Lockdown als „wunderbare Zeit der Entschleunigung und des Müßiggangs“ erfahren habe, gibt es andererseits Menschen, die vor großen Herausforderungen, wie beengten Wohnverhältnissen, Homeschooling für ihre Kinder, finanziellen Ängsten oder Existenzangst standen. „Für diese Gruppe war der Lockdown eine Art Vorhölle“, wertet der Kölner Psychologe.

Inzwischen habe die zunehmende Öffnung dazu geführt, dass eigentlich alle enttäuscht sind. Grünewald erklärt: „Diejenigen, die sich mit dem Lockdown gut arrangiert hatten, sind enttäuscht darüber, dass das öffentliche Leben wieder anläuft. Und jene, die hofften, so schnell wie möglich wieder in ihre Normalität zurückkehren zu können, müssen feststellen, dass das nicht mehr möglich ist.“

Gute Chancen für die Zukunft

Die Chance, dass die Gesellschaft nach Corona die großen Probleme der Zeit gemeinsam anpackt, stuft der Psychologe als gut ein. „Wir wurden durch den Lockdown für Ungleichheiten und gesellschaftliche Schwachstellen sensibilisiert, die wir jetzt lösen können.“

Nun bräuchten Menschen Orientierung. Dazu gehörten differenzierte Positionen, hinter die sie sich stellen könnten und eine „Art Zukunftskompass“ – eine Idee, wohin es in Zukunft geht. Ein Versprechen, in alte Muster und Lebenswelten zurückzukehren, wäre insoweit zu wenig.

Und auch für die Politik hat der Bestseller-Autor einen Rat: Statt „großkoalitionärer Eintracht und Alternativlosigkeit“ sollte sie unterschiedliche Positionen anbieten. Warum? Weil konträre Standpunkte in der Mitte der Gesellschaft einen zivilisierten Streitrahmen eröffnen, in dem sich die Wähler „verorten“ können, erläutert Grünewald.

Insoweit halte die Corona-Krise durchaus Chancen bereit. In einem „NDR“-Interview Ende April erinnerte der Psychologe bereits daran: „Wir gelten ja als Land der Ideen, als Land der Erfinder und Querdenker, als Land der Patente.“

Allerdings ereigne sich dieser Erfindungsreichtum nicht im Hamsterrad und auch nicht in der betulichen Betriebsamkeit, sondern wenn man mal zur Ruhe komme. Dazu sei es erforderlich, aus dem Gewohnten auszuscheren. Es erfordere auch Bereitschaft, „die Welt anders zu denken. Wenn wir mal produktiv verrückt sind.“

Und diese „produktive Verrücktheit, dieser Mut zur Veränderung“, der werde dann – so Grünewalds Hoffnung – auch nach der Krise beibehalten.

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