Doppelmord in Petershausen: Hätte die Polizei früher eingreifen sollen?

Von 13. February 2018 Aktualisiert: 14. Februar 2018 20:24
Ihren Angehörigen hatten die beiden Freundinnen jeweils am Samstag als vermisst gemeldet. Zu diesem Zeitpunkt fiel auch schon der Name des Täters. Doch weitere zwei Tage verstrichen ...

Zwei Frauen (40, 40), Freundinnen aus Dachau sind tot. Die beiden Freundinnen wollten zusammen mit einem Bekannten aus Petershausen den Fasching feiern. Als sie ab Samstag nicht mehr zu erreichen waren, machten sich die Familien der Opfer Sorgen und meldeten sie jeweils als vermisst. Dabei fiel der Name des Bekannten: Frank H.

Die Polizei suchte aber erst zwei Tage später, am Montag gegen 15 Uhr die Wohnung des Mannes auf, der nach psychischen Problemen an einem Wiedereingliederungsprojekt in Dachau teilnahm. Von dort kannte er auch die beiden Frauen und auch von seiner Arbeitsstelle.

Die Beamten klingelten an der Wohnungstür im Georg-Friedrich-Händel-Weg Nr. 2 in Petershausen, niemand öffnete. Als dann der herbeigerufene Schlüsseldienst die Tür öffnete, fanden die Polizisten den apathisch in der Wohnung sitzenden 53-Jährigen vor. In einem Zimmer lagen die beiden leblosen Frauen, berichtet die „Münchner Abendzeitung“.

Sie starben durch Gewalteinwirkung gegen den Hals.“

(Peter Grießer, Polizeipräsidium Ingolstadt)

Der Mann wurde daraufhin festgenommen. Wie lange er dort mit den toten Frauen in der Wohnung war, ist unbekannt.

Der Verdächtige schweigt und macht keinerlei Angaben.“

(Peter Grießer, PP Ingolstadt)

Am Dienstag wurde der 53-Jährige dem Ermittlungsrichter vorgeführt: „Wir haben Haftbefehl wegen Mordes beantragt“, so Oberstaatsanwältin Andrea Mayer.

Warum die Polizei dem Verdacht der Familien nicht gleich am Samstag nachging und ob die beiden Frauen durch früheres Eingreifen hätten gerettet werden können, ist unklar.

Erstmeldung

Zwei Frauen sind in einer Wohnung in Petershausen, Oberbayern, rund 40 Kilometer nördlich von München, einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Beamte fanden die Leichen der beiden 40-jährigen Frauen am Montagnachmittag in der Wohnung. Wie die Polizei zu dem Tipp mit der Adresse im Georg-Friedrich-Händel-Weg, in der sogenannten Musikersiedlung kam, wurde nicht mitgeteilt, wie „Rosenheim24“ berichtet.

Die beiden Frauen, die nicht aus dem Ort sind, wurden von ihren Angehörigen als seit Samstag vermisst gemeldet.

Als die Beamten gegen 15 Uhr die Wohnung öffneten, fanden sie die toten Frauen. Aufgrund der Spuren in der Wohnung gingen die Ermittler von einem Gewaltverbrechen aus. Die Obduktion bestätigte am Dienstag den Angaben zufolge unter anderem eine Gewalteinwirkung gegen den Hals der Opfer.

Ein 53-jähriger Tatverdächtiger wurde unter Mordverdacht festgenommen, wie die Polizei in Ingolstadt am Dienstag mitteilte. Die Staatsanwaltschaft stellte inzwischen Haftantrag wegen zweifachen Mordes gegen den dringend tatverdächtigen 53-Jährigen. Dieser sollte noch am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden.

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