Malu Dreyer.Foto: Maja Hitij/Getty Images

Keine „indirekte Impfpflicht“ – Malu Dreyer gegen Sonderrechte für Corona-Geimpfte

Epoch Times6. Dezember 2020 Aktualisiert: 7. Dezember 2020 1:49
"Wir können nicht eine Impfpflicht ablehnen und dann Sonderrechte für Geimpfte einführen und so doch Druck auf die Bevölkerung ausüben", erklärt die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie rechnet damit, dass eine stärkere Aufhebung der Beschränkungen ab Frühjahr erfolgen kann und ein erneuter Lockdown im nächsten Herbst überflüssig ist.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) lehnt eine Befreiung der Corona-Geimpften von den geltenden Verhaltensregeln wie Maskenpflicht, Abstandhalten und Kontaktbeschränkungen strikt ab. „Bis zur Durchimpfung und einem Schutz der Bevölkerung wird es lange dauern. Wir sollten nicht zwischen Geimpften und Nichtgeimpften unterscheiden“, sagte sie der „Bild am Sonntag“.

Das spalte nur unnötig. „Ich appelliere an die Solidarität aller Geimpften, sich weiter an die Regeln und die Maskenpflicht zu halten.“ Auch Sonderveranstaltungen wie Konzerte nur für Geimpfte darf es laut Dreyer nicht geben: „Das dürfen wir nicht zulassen. Wir können nicht eine Impfpflicht ablehnen und dann Sonderrechte für Geimpfte einführen und so doch Druck auf die Bevölkerung ausüben.“

Das wäre „eine indirekte Impfpflicht, die wir nicht wollen“.

Callcenter für Anmeldung zur Impfung

In Rheinland-Pfalz richtet die Landesregierung ein eigenes Callcenter für die Corona-Impfung ein. Dort könnten sich die Menschen für einen Termin melden, die zur ersten Impfgruppe gehören. „Völlig klar ist: Geimpft wird nur, wer dran ist und wer dies auch freiwillig möchte. Darum wird auch niemand von den Behörden angerufen und zur Impfung einbestellt“, so Dreyer.

Trotz der Corona-Infektionszahlen geht sie davon aus, dass der Lockdown nicht über den 10. Januar hinaus verlängert werden muss: „Weil die meisten Menschen die Regeln vorbildlich einhalten, glaube ich daran, dass wir die Infektionszahlen im Dezember runterkriegen. Und dann den Lockdown in dieser Ausprägung nicht weiter verlängern müssen.“

Die Sozialdemokratin rechnet damit, dass eine stärkere Aufhebung der Beschränkungen ab Frühjahr erfolgen kann und ein erneuter Lockdown im nächsten Herbst überflüssig ist: „Wenn das Frühjahr kommt und die Impfungen laufen, wird es die ersten Schritte in ein normales Leben geben. Wenn wir dann den Sommer über weiterimpfen, haben wir beste Chancen, durch den nächsten Herbst und Winter ohne Lockdown zu kommen.“ (dts)


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